Prävention 5/2026

Arbeitsunfallrisiko sinkt weiter

Das Risiko, bei der Arbeit einen Unfall zu erleiden, ist 2025 erneut gesunken. Auf 1.000 Vollzeitäquivalente kamen 19,9 meldepflichtige Arbeitsunfälle – 3,2 Prozent weniger als im Vorjahr. Das zeigen die Geschäfts- und Rechnungsergebnisse der Berufsgenossenschaften und Unfallkassen. Gleichzeitig blieb die durchschnittliche Beitragsbelastung der Unternehmen stabil bei 1,08 Euro je 100 Euro Lohnsumme.

Liniendiagramm zur Entwicklung des durchschnittlichen Beitragssatzes zur Berufsgenossenschaft von 1950 bis 2025. Der Beitrag je 100 Euro Entgelt sinkt langfristig von rund 1,7 Euro im Jahr 1950 auf 1,08 Euro im Jahr 2025, trotz zwischenzeitlicher Schwankungen. Markierte Werte sind unter anderem 1,47 Euro 1955, 1,57 Euro 1965, 1,50 Euro 1975, 1,40 Euro 1985, 1,46 Euro 1995, 1,30 Euro 2005 und 1,18 Euro 2015. Quelle: DGUV.

Arbeitsunfälle

2025 gab es insgesamt 689.922 meldepflichtige Arbeitsunfälle bei abhängig Beschäftigten und Unternehmern (- 3,1 Prozent) und 170.306 meldepflichtige Wegeunfälle (+ 1,0 Prozent). 299 Versicherte starben bei einem Arbeitsunfall, 231 bei einem Wegeunfall. 12.645 Versicherte bekamen 2025 erstmals eine Rente aufgrund eines Arbeits- oder Wegeunfalls.

Balkendiagramm „Arbeitsunfälle im betrieblichen Kontext“ mit Vergleich der Jahre 2005 und 2025. Die Zahl der meldepflichtigen Arbeitsunfälle sinkt von 849.856 auf 689.922, die Zahl neuer Unfallrenten von 16.869 auf 9.157 und die Zahl tödlicher Arbeitsunfälle von 601 auf 299. Auch die Unfallquote geht zurück: von 27,34 auf 19,94 Arbeitsunfälle je 1.000 Vollzeitäquivalente. Rechts ist eine Erste-Hilfe-Szene mit einer helfenden Person und einem verletzten Beschäftigten dargestellt. Quelle: DGUV.

Schulunfälle

In Schulen, Hochschulen und der Kindertagesbetreuung entwickelten sich die Unfallzahlen dagegen nach oben. 2025 wurden 1.032.546 gemeldet, 2,0 Prozent mehr als im Vorjahr. Auch die meldepflichtigen Schulwegunfälle nahmen zu: 90.663 – 3,8 Prozent mehr. 30 Versicherte verunglückten tödlich, fünf bei einer Tätigkeit, die im organisatorischen Verantwortungsbereich einer Bildungseinrichtung lag, 25 auf dem Weg dorthin beziehungsweise von dort nach Hause.

Berufskrankheiten

Nach den hohen Fallzahlen während der COVID-19-Pandemie normalisiert sich das Berufskrankheitengeschehen weiter. Berufsgenossenschaften und Unfallkassen erhielten 2025 insgesamt 91.250 Anzeigen auf Verdacht einer Berufskrankheit (+ 0,6 Prozent). Gründe hierfür waren unter anderem vermehrte Anzeigen wegen Hautkrebs und Muskel-Skelett-Erkrankungen.

In 24.340 Fällen wurde eine Berufskrankheit anerkannt – dies sind 9,3 Prozent weniger als im Vorjahr. 5.413 Versicherte erhielten erstmals eine Rente aufgrund ihrer Berufskrankheit (+ 4,3 Prozent). 1.772 Menschen verstarben infolge einer Berufskrankheit (- 6,1 Prozent).

Die Unfall- und Berufskrankheitenzahlen für 2025 finden Sie hier .

ZITAT

Die durchschnittliche Beitragsbelastung der Betriebe ist stabil geblieben, trotz allseits gestiegener Kosten. Die aktuelle Bilanz zeigt: Investitionen in Prävention tragen dazu bei, schwere Arbeitsunfälle zu verhindern und das entlastet auch die Solidargemeinschaft.“

Dr. Stephan Fasshauer

Ende des Zitats

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