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Abgeschlossene Forschungsprojekte
Anforderungsprofil für berufsgenossenschaftliche Dozenten
Fort- und Weiterbildung spielen in der Prävention eine große Rolle. Im Zentrum dieses Projektes stand die Frage, welche Anforderungen ein Dozent erfüllen sollte, um seine Tätigkeit bei einer Berufsgenossenschaft erfolgreich auszuüben. Nach der Methode der "Critical Incident Technique" wurde ein Anforderungsprofil mit insgesamt 13 Anforderungen festgelegt.
Sie können das Anforderungsprofil über Dr. Güler Kici, telefonisch unter 0351 457-1134 oder per E-Mail bestellen.
Arbeitsplätze für ältere Arbeitnehmer gestalten
Nach einer Analyse der tatsächlich vorhandenen physiologischen Veränderungen beim Älterwerden wurden die spezifischen Gefährdungen für Ältere zusammengestellt. Aus diesen Erkenntnissen entstanden Link-OID nicht gefunden (PDF-Datei, 116 KB) für Arbeitsplätze älterer Arbeitnehmer, die deren besondere Bedürfnisse berücksichtigen. Die wichtigsten Ergebnisse:
- Grundlage ist eine gute Gestaltung nach arbeitswissenschaftlichen und ergonomischen Kriterien. Zusätzlich sind nur wenige spezielle Maßnahmen erforderlich, um den Arbeitsplatz an die Bedürfnisse der Älteren anzupassen.
- Nicht überraschend: Die gute Gestaltung dient auch jüngeren Arbeitnehmern. Sie erhöht die Arbeitssicherheit und ist gesundheitsförderlich.
Musterarbeitsplätze im IAG veranschaulichen diese Erkenntnisse praktisch.
Arbeitsunfälle verhindern: Ursachen von Stolpern, Rutschen, Stürzen
Viele Verletzungen an Arbeitsplätzen in der Wirtschaft entstehen durch das Stolpern, Ausrutschen oder Stürzen. Um diesen Unfällen effektiv vorbeugen zu können, müssen die Ursachen dafür bekannt sein. Das Projekt beschäftigte sich daher mit der Frage, wie die Unfälle entstehen können.
Bei Untersuchungen auf der Basis einer Literaturanalyse (PDF-Datei, 532 KB) zeigt sich, dass vor allem der Bodenbelag bzw. die Oberfläche und die Beleuchtung Unfallursachen darstellen. Hinsichtlich der Personenfaktoren hängt das Unfallgeschehen mit dem Geschlecht und dem Alter und auch der Erfahrung zusammen. Insgesamt sind es aber weniger die Personenfaktoren, sondern vor allem technische Mängel, die bei der Entstehung von SRS-Unfällen eine Rolle spielen. Diese Erkenntnis ist wichtig für die Ableitung von Präventionsmaßnahmen.
Aus- und Weiterbildung im Arbeitsschutz: internationale Qualitätsstandards entwickeln
Das IAG entwickelte im Rahmen von ENETOSH Kompetenzstandards für Dozenten und Trainer im Arbeitsschutz. Die Kompetenzstandards decken sowohl das Feld des Arbeitsschutzes als auch das Feld der allgemeinen Dozentenqualifikation ab. Die Standards sollen als Grundlage für eine europaweite Verständigung über die Qualifikationsanforderungen für Dozenten und Trainer im Arbeitsschutz dienen.
Balanced Scorecard für den Arbeitsschutz nutzen
Das Management von schwer monetär zu erfassenden Faktoren des Unternehmenserfolgs ist vor allem in den 90er Jahren in Instrumente der Unternehmensführung integriert worden. Mit der Balanced Scorecard liegt hierzu ein praxistaugliches Instrument vor. Für ihre Entwicklung müssen sich die Führungskräfte eines Betriebes darüber verständigen, welche Faktoren es letztlich sind, die den Markterfolg des Unternehmens sichern. Zur Basis des Unternehmenserfolges gehören neben vielen anderen auch ein ungestörter Betriebsablauf sowie gesunde und motivierte Mitarbeiter. Damit eröffnet sich dem betrieblichen Arbeitsschutz die interessante Möglichkeit, Ziele für Sicherheit und Gesundheitsschutz in ein Instrument der Unternehmenssteuerung aufzunehmen.
Das IAG hat im Rahmen des Projektes CCall der Verwaltungs-Berufsgenossenschaft eine Balanced Scorecard (PDF-Datei, 499 KB) für Call-Center entwickelt. Im Rahmen des Projektes QdP - Qualität in der Prävention haben wir das Konzept der Balanced Scorecard außerdem auf die Evaluation der berufsgenossenschaftlichen Präventionsdienstleistungen übertragen.
Betriebliche Störungen und Gesundheitsschutz: Instrumente zum Bewerten und Kontrollieren
Betriebliche Störungen, beispielsweise durch Personalausfall, defekte Maschinen oder Fehler in der Arbeitsplanung, führen oft zu unsicheren Situationen und damit Gefahren für die Beschäftigten. Bei organisatorischen Mängeln wird dies besonders deutlich: Werden Arbeitsmittel nicht zur richtigen Zeit am richtigen Ort bereitgestellt, entsteht Zeitdruck. Die Beschäftigten müssen dann improvisieren, verfallen in Hektik und nutzen unter Umständen ihre persönliche Schutzausrüstung nicht. Das Projekt fragte deshalb, wie der Erfolg der Störungsprävention erfasst werden kann.
Im Ergebnis stehen dafür nun mit dem iga-Report 6 Instrumente bereit, so etwa eine Checkliste zum Erfassen nicht finanzieller Störungsfolgen. Daneben gibt es in Form einer Exceldatei ein einfaches Instrument der Ausfallkostenkalkulation, um Stillstandszeiten der Produktion zu bewerten. 2011 wurden Report und Ausfallkostenkalkulator aktualisiert.
Ergonomische Anforderungen an Multifunktionsstellteile bei Erdbaumaschinen
An Erdbaumaschinen werden vermehrt Multifunktionsstellteile (MFST - ähnlich einem Joystick am Computer) auch zur Steuerung sicherheitsrelevanter Funktionen eingesetzt. Dabei können neben den Grundfunktionen mehrere zusätzliche Funktionen, die z. B. durch Taster oder Schalter betätigt werden, auf dem MFST angeordnet sein. Ab wann werden es zu viele? Die zentrale Frage des Projektes war deshalb: Wie viele Funktionseinheiten auf einem MFST kann ein ausgebildeter Maschinenführer bewältigen, um die Maschine - auch in kritischen Situationen, z.B. im Gefahrenfall - sicher und zuverlässig zu bedienen?
Der Projektbericht (PDF-Datei, 2 MB) kann auf den IAG-Seiten heruntergeladen werden.
Straßenverkehr sicherer machen: Wirkung von Head-Up-Displays
In einer Studie wurde mit dem stationären BG/DVR-Fahrsimulator des IAG - Institut für Arbeit und Gesundheit überprüft, ob sich Head-Up-Displays positiv auf das Fahrverhalten auswirken.
Internetseiten für ältere Beschäftigte optimieren
In diesem Projekt wurde der Frage nachgegangen, wie Internetseiten für ältere Arbeitnehmer gestaltet sein sollten. Internetseiten zu Arbeitsschutzthemen wurden beispielhaft mit Hilfe des Blickverfolgers, einer subjektiven Bewertung und eines Fragebogens untersucht. Um das Verhalten älterer und jüngerer Arbeitnehmer vergleichen zu können, wurden Daten von 20 jüngeren und von 20 älteren Personen erhoben. Entgegen der Erwartung zeigt sich, dass es kaum signifikante Unterschiede zwischen älteren und jüngeren Personen beim Umgang mit den Internetseiten gibt.
Manipulation von Schutzeinrichtungen an Maschinen
Viele Unfälle an Produktionsmaschinen mit Personenschaden entstehen durch gezielte Manipulationen an den Sicherheitseinrichtungen. Das Ausmaß und die Gründe für solche Manipulationen wurden in einem gemeinsamen Projekt des BGIAs und des IAGs untersucht.
Der Projektbericht kann auf den BGIA-Seiten eingesehen und heruntergeladen werden.
Nacht- und Schichtarbeit: Empfehlungen zur Lage und Dauer der Arbeitszeit
Von den knapp 40 Millionen Erwerbstätigen in Deutschland arbeiteten im Mai 2000 rund 2,7 Millionen ständig oder regelmäßig nachts. Das sind etwa sieben Prozent. Die Relevanz des Themas Nacht- und Schichtarbeit für den Arbeitsschutz ergibt sich aus dem biologischen Rhythmus des Menschen. Der menschliche Organismus kann sich zwar begrenzt an veränderte Bedingungen gewöhnen. Es ist aber davon auszugehen, dass bei einer unüblichen Arbeitszeit die Unfallgefahr zunimmt. Untersuchungen zur Veränderung der Leistung zeigen, dass diese nachts tendenziell schlechter ist als tagsüber.
Mit einer Literaturanalyse (PDF-Datei, 338 KB) wurden Empfehlungen zur Gestaltung von Nacht- und Schichtarbeit abgeleitet, damit die Folgen für die Betroffenen gering bleiben.
Optische Täuschungen: für den Arbeitsschutz nutzen?
Optische Täuschungen wirken sich auf die visuelle Wahrnehmung aus. So werden z. B. Abstände falsch eingeschätzt oder Elemente für unterschiedlich groß gehalten, obwohl sie gleich groß sind. In diesem Projekt wurde überprüft, ob sich ein einzuhaltender Sicherheitsabstand von einer Maschine durch eine optische Täuschung beeinflussen lässt und diese dafür genutzt werden kann, das sichere Verhalten von Personen zu fördern.
Die Link-OID nicht gefunden (PDF-Datei, 99 KB) liefern erste Hinweise, dass sich optische Täuschungen für Maßnahmen des Arbeitsschutzes nutzen lassen.
Präventionsziele: Entwicklung einer Vorgehensweise
Durch gezielte Maßnahmen in der Prävention sollen deutlichere Erfolge erreicht werden. Präventionsziele ermöglichen zudem eine bessere Überprüfung des präventiven Handelns. In einem Projekt der Initiative Gesundheit und Arbeit wurde deshalb gemeinsam mit dem BKK Bundesverband und dem AOK-Bundesverband eine Methode entwickelt, wie Präventionsziele erarbeitet werden können. Dabei wird ein Daten gestütztes Vorgehen durch Expertenwissen ergänzt.
Die Methode wurde inzwischen in verschiedenen Kontexten angewandt. Ein Video stellt die Vorgehensweise kurz vor.
Psychische Belastungen bei der Arbeit: Ausmaß, Stellenwert und betriebliche Relevanz
In diesem Forschungsprojekt der Initiative Gesundheit und Arbeit (iga) wurde mit einer Befragung untersucht, wie Arbeitsschutzexperten das Thema "Psychische Belastungen" beurteilen. Insgesamt wurde den arbeitsbedingten psychischen Fehlbelastungen ein hoher Stellenwert zugewiesen. Als Merkmale, die zu psychischen Fehlbelastungen werden können, wurden am häufigsten "Zeitdruck", "schlechtes Führungsverhalten" sowie "Arbeitsplatzunsicherheit" genannt. Als Maßnahmen, die sich bei der Reduzierung arbeitsbedingter psychischer Fehlbelastungen bewährt haben, wurden auf der Organisationsebene am häufigsten "partizipativer Führungsstil", "Transparenz" sowie "Optimierung von Arbeitsbedingungen und Arbeitsorganisation" angegeben. Auf der Personenebene waren es "Maßnahmen zur Verbesserung der kommunikativen und sozialen Kompetenz", "Stressbewältigung" sowie "konstruktives Denken und positives Selbstwertgefühl".
Die Ergebnisse stehen als iga-Report 5 einschließlich des Anhangs mit dem Datenmaterial der Befragung zur Verfügung.
Seilunterstütztes Retten und Bergen aus Höhen und Tiefen
Im Rahmen des Projekts ermittelten wir gemeinsam mit mehreren Partnern die physischen und psychischen Belastungen und Beanspruchungen bei seilunterstützten Rettungs- und Bergungsvorgängen. Auch Aspekte der Arbeitsorganisation und des Arbeitsablaufes bei Rettungen wurden berücksichtigt. Im psychologischen Teil des Forschungsprojekts betrachteten wir die Persönlichkeit des Retters hinsichtlich Kontrollüberzeugungen, Stressverarbeitungsmechanismen sowie seinen akuten Beanspruchungen während der Rettung. Ziel des Projektes ist unter anderem, Kriterien für die Auswahl und Ausbildung von Rettern abzuleiten.
Eine ausführliche Darstellung erfolgte in einem Artikel der Zeitschrift "die BG" 10/2007.
Bildungstransfer: den Erfolg von Qualifizierung messen
Das IAG entwickelte zum Bildungstransfer einen Fragebogen, der erfasst, ob und in welcher Weise die Teilnehmer von Seminaren oder Veranstaltungen im Arbeitsschutz etwas in ihrem Unternehmen anwenden konnten. Außerdem kann mit dem Fragebogen ermittelt werden, welche hinderlichen und förderlichen Bedingungen es für das Anwenden des Gelernten gibt.
Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit von Präventionsmaßnahmen verbessern: Qualität in der Prävention
Wie wirksam sind die Präventionsdienstleistungen der Berufsgenossenschaften wie Beratung, Information, Ermittlung und Überwachung? Wie beeinflussen sich einzelne Präventionsdienstleistungen gegenseitig? Wie kann die Qualität der berufsgenossenschaftlichen Arbeit verbessert werden? Diese und weitere Fragen beantwortet das Projekt QdP - Qualität in der Prävention. Es dient unter anderem dazu, die personellen und finanziellen Ressourcen der Berufsgenossenschaften besser einzusetzen, und zeigt den Betrieben, dass sich Arbeitsschutz in vielen Fällen auch betriebswirtschaftlich lohnt.
Unfalldaten in der Holzbranche - nach Alter ausgewertet
Ältere Arbeitnehmer werden seltener krank als jüngere. Wenn sie aber ausfallen, dann im Durchschnitt für einen längeren Zeitraum. Das zeigen sowohl die Daten der Krankenkassen als auch die Berufsunfall-Statistiken der Berufsgenossenschaften. Unterscheiden sich auch die Unfallursachen hinsichtlich des Alters der Arbeitnehmer? Unfalldaten der Holz-Berufsgenossenschaft wurden hinsichtlich der unfallauslösenden Gegenstände und des Alters der Verunglückten ausgewertet. Dabei zeigte sich in einer ersten Analyse: Nicht die Älteren verunglücken häufiger in den Betrieben der Holz-BG, sondern die Jüngeren. Unabhängig von den Arbeitsmitteln und der Branche in der Holzwirtschaft besteht für Versicherte im Alter bis 25 Jahre das höchste Unfallrisiko. Die Ergebnisse sind ausführlich im Mitteilungsblatt holzinfo "Oldie but Goldie?" der Holz-Berufsgenossenschaft dargestellt.
Mobile IT-gestützte Arbeit gestalten
Heute hier - morgen dort. Immer mehr Menschen arbeiten mobil, d.h. mit wechselnden Einsatz- und Arbeitsorten. Traditionelle Gefährdungsbeurteilungen reichen möglicherweise nicht, um Gefährdungen, denen mobil Beschäftigte ausgesetzt sind, zu erkennen. Mit dieser Problematik beschäftigen sich BGIA und IAG in einem Gemeinschaftsprojekt. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenbank (BGIA1097).
Erkennbarkeit von Sicherheitszeichen
Immer wieder wird diskutiert, bei welcher Zeichengröße und welchem Sehabstand Sicherheitszeichen erkannt werden. Der Fachausschuss Sicherheitskennzeichnung hat deshalb das IAG beauftragt, die Erkennungsweiten von Sicherheitszeichen zu untersuchen. Hierzu werden Sicherheitszeichen in verschiedenen Größen und Sehabständen vorgegeben und anschließend überprüft, wann die Versuchspersonen die Kennzeichen gut und wann sie sie nicht mehr gut erkennen können.
Belastungs-Check für Lehrer in NRW
Der Lehrerberuf gehört zu den Berufen, die in besonderem Maße mit psychischen Belastungen verbunden sind. Ein umfangreicher Fragebogen zur Beurteilung von Arbeitsinhalten, Arbeitsorganisation, Mitarbeiterführung und sozialen Beziehungen (BAAM) misst psychische Belastungen. Um seine Anwendbarkeit zu erhöhen wurde er auf den so genannten Kurz-Check Fragebogen gekürzt. In einem ersten Schritt wurde der Kurz-Check am BAAM validiert, d.h. es wurde festgestellt, dass dieser das Gleiche misst, wie der BAAM. In einem zweiten Schritt wurde der Einsatz des Kurz-Checks auf seine Handhabbarkeit überprüft. Im Allgemeinen sind die Ergebnisse zufriedenstellend. An einigen Stellen wird das Verfahren nachjustiert, um es noch anwendungsfreundlicher zu gestalten.
Von der Werbung lernen
Zur wirksamen Gestaltung von Präventionsmedien gibt es wenige wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse. Die
Werbewirkungsforschung verfügt dagegen über sehr viel mehr Erfahrung. Doch sind deren Erkenntnisse auf die Prävention
übertragbar?
Das Fazit der Studie lautet: Ja, man kann die Erkenntnisse aus der Werbewirkungsforschung nutzen, wenn man einige
spezielle Anforderungen der Prävention berücksichtigt. Diese sind im iga-Report 18dargestellt. Der Bericht enthält außerdem empirisch belegte Gestaltungshinweise.

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