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> Head-Up-Displays und Fahrverhalten
Head-up-Display

Head-up-Display (Foto: BMW)

Fachlicher Ansprechpartner

Prof. Dr. Dirk Windemuth
Tel.: +49 351 457-1000
Fax: +49 351 457-1005
/Profil

Die Wirkung von Head-Up-Displays auf das Fahrverhalten

Ziel/Hintergrund

Head-Up-Displays (etwa: "Kopf-hoch-Anzeigen") projizieren relevante Fahrzeugdaten wie Geschwindigkeit oder Navigationsinformationen auf die Windschutzscheibe. Sie bewirken, dass Informationen visuell aufgenommen werden können, ohne dass der Blick des Fahrers vom Straßenverkehr abgewendet wird. Die Augen müssen sich ferner nicht von Weit- auf Nahsehen oder von Dunkel- auf Hellsehen umstellen.

In unserer Studie wurde mit dem stationären BG/DVR-Fahrsimulator des IAG - Institut für Arbeit und Gesundheit überprüft, ob Head-Up-Displays Auswirkungen auf das Fahrverhalten haben. Im Mittelpunkt standen dabei die objektiven Geschwindigkeitsüberschreitungen und das Wissen darum. Ferner wurde untersucht, ob sich der in der Literatur bestätigte häufigere Blick auf das Display (und damit auch auf den Straßenverkehr) auf das Spurhalten und das Erkennen von Gefahren auswirkt.

Vorgehen

Die Testpersonen absolvierten zunächst eine dreiminütige Eingewöhnungsfahrt. Während dieser Fahrt war das Head-Up-Display für alle Fahrer aktiviert. Anschließend erfolgten die eigentlichen Messfahrten unter definierten Versuchsbedingungen mit und ohne Display. Die Fahrer wurden instruiert, die Straßenverkehrsordnung zu beachten und möglichst ihr normales Fahrverhalten zu zeigen. Die Autobahn- und Landstraßen-Strecken waren abschnittsweise mit und ohne Geschwindigkeitsbeschränkungen ausgelegt.

Das Fahrverhalten der Testpersonen wurde hinsichtlich folgender Parameter gemessen:

  • Einhalten der zulässigen Höchstgeschwindigkeit
  • subjektives Einhalten der vorgeschriebenen Geschwindigkeit
  • Güte des Spurhaltens während der gesamten Fahrt
  • Erkennen von Gefahren

Ergebnisse

Laut unserer Studie können Head-Up-Displays nicht unbedingt zur Steigerung der Verkehrssicherheit beitragen. Gefahren wurden besser erkannt und die Spur konnte besser gehalten werden, was sich in geringeren und/oder selteneren Lenkkorrekturen zeigte. Darüber hinaus hatten die Fahrer den Eindruck, dass Sie sich genauer an die Höchstgeschwindigkeiten halten konnten, wenn sie mit Display fuhren. Auf die tatsächlich gefahrene Geschwindigkeit hat das Head-Up-Display allerdings keine Auswirkungen.

Die gefundenen Effekte müssen relativiert werden, u.a. weil sie in einer Simulatorstudie mit reduzierter Informationsmenge im Head-Up-Display (lediglich die Geschwindigkeit wurde angezeigt) gewonnen wurden. Die Übertragbarkeit auf den realen Straßenverkehr kann angenommen, muss aber noch bestätigt werden. Ferner kann der Glaube, die Geschwindigkeit besser einzuhalten, eher gegenteilig wirken, wenn es keine objektive Entsprechung dafür gibt: Die scheinbare zusätzliche Sicherheit könnte zu mehr Risikoverhalten führen, wie es die Theorie von der Risikohomöostase (Risikokompensation) nahelegt.

Veröffentlichungen

Windemuth, D., Ritter, Chr., Remdisch, S., Wiegand, J., (2006): Mehr Sicherheit durch Anzeigen in der Windschutzscheibe? Arbeit und Gesundheit 9 (2006)

Windemuth, D., Ritter, C., Remdisch, S., Wiegand, J. & Nitzsche, C. (2007). Wirkung von Head-up-Displays auf das Fahrverhalten im Fahrsimulator. Zeitschrift für Verkehrssicherheit, 4/2007, in Druck.

Windemuth, D. & Ritter, C. (2007). Mehr Sicherheit durch Anzeigen in der Windschutzscheibe? DVR-report, 1(2007), 21.

so geht's

Praxisfeld Fahrsimulator

Bild vom BGAG-Fahrsimulator
Der Fahrsimulator kann in Seminaren und für die Forschung eingesetzt werden.