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Aktuelle Forschungsprojekte
Evaluation der Kampagne "Risiko raus"
In 2010/11 wird die Gesetzliche Unfallversicherung, ihre Träger sowie der DVR die Präventionskampagne "Risiko raus" durchführen. Die Evaluation dieser Präventionskampagne wird vom IAG koordiniert und erfolgt auf acht verschiedenen Ebenen. Der Evaluation liegt ein Wirkungsmodell zu Grunde. Mehr zur Kampagne unter: www.risiko-raus.de
Handynutzung im Auto
Wie verhält sich ein Autofahrer, wenn er telefoniert, im Vergleich zu einem Gespräch mit dem Beifahrer? Welche Unterschiede im Fahrverhalten finden sich, wenn der Fahrer eine Freisprecheinrichtung nutzt oder aber das Handy mit der Hand hält? Ist insgesamt die Beeinträchtigung des Fahrers durch das Gespräch oder durch die Bedienung des Telefons größer? Diesen und anderen Fragen wurde im Rahmen einer Literaturstudie systematisch nachgegangen. Ziel dieses Projektes war es, einen Überblick über die bislang untersuchten Einflussfaktoren der Handy-Nutzung beim Autofahren zu gewinnen, diese kritisch zu bewerten und für die Versicherten Handlungsempfehlungen zu formulieren. Hier finden Sie einen Artikel dazu.
"Mein nächster Beruf" - Personalentwicklung für Berufe mit begrenzter Tätigkeitsdauer:
In bestimmten Berufen scheiden überproportional viele Beschäftigte vorzeitig aus. Diese Berufe haben trotz
Präventionsbemühungen eine begrenzte Tätigkeitsdauer. Unser Projekt im Rahmen von iga -
Initiative Gesundheit und Arbeit ergänzt klassische Präventionsansätze und konzentriert sich auf einen
alternativen Weg: den Wechsel der Beschäftigten in andere Tätigkeiten oder Berufe. Wir erarbeiten Maßnahmen, damit
dieser Wechsel zum richtigen Zeitpunkt in den richtigen Beruf erfolgt und gut vorbereitet wird. Damit können die
Betroffenen länger gesund und berufstätig sein.
Die Ergebnisse im Modellberuf der stationären Krankenpflege sind im iga-Report
17 veröffentlicht. Momentan wird das Projekt in den Berufen des Straßen- und Tiefbaus und der
Raum- und Gebäudereinigung fortgesetzt.
Unbeabsichtigtes Betätigen der Joysticks bei Kompaktbaggern
Die Kabinen von Kompaktbaggern sind eng. Laut Norm darf der Freiraum, der einem
Baggerführer durch die Kabinenbreite vorgegeben ist, für Kompaktbagger von den üblichen 920 mm auf 650 mm reduziert
werden. In diesem Raum müssen nicht nur breite Schultern, sondern auch Beine und neben oder vor dem Sitz die Stellteile
zur Handhabung der Baggerfunktionen untergebracht werden.
Die Norm wird derzeit erneut diskutiert. Ist die Gefahr zu groß, dass der
Maschinenführer mit den Knien versehentlich an die Stellteile stößt oder auch mit dem Arm, wenn er im Sommer z.B. nach
Insekten schlägt? Anhand von Interviews und Videoaufnahmen auf der Baustelle werden die Erfahrung von Baggerführern
ausgewertet, wie das Risiko des unbeabsichtigten Betätigens der Stellteile und dadurch ausgelöster Gefahrensituationen
einzuschätzen ist.
Beleuchtung und Schichtarbeit
Der Mensch ist grundsätzlich tagaktiv und von seiner "Chronobiologie" her auf den Wechsel von Tag und Nacht
eingestellt. Arbeit in der Nacht ist anstrengender als am Tag, außerdem ist bei Nachtarbeit das Risiko von
gesundheitlichen Beeinträchtigungen und Unfällen erhöht.
Um der Frage nachzugehen, ob eine spezielle Beleuchtung bei Nachtarbeit helfen kann, kurzfristig die Müdigkeit und
langfristig Schlafstörungen zu reduzieren, haben wir ein von der DGUV gefördertes Forschungsprojekt zur Auswertung der
internationalen Literatur auf diesem Gebiet initiiert und gemeinsam mit Fachleuten der Unfallversicherungsträger
begleitet. Die Ergebnisse der Literaturstudie sind im IAG-Report 2/2009 zusammengefasst und können unter
www.dguv.de/iag, Webcode d13378 heruntergeladen werden. Sie zeigen, dass erste Empfehlungen
für die Gestaltung der Beleuchtung abgeleitet werden können. Die Richtigkeit und Anwendbarkeit dieser
Beleuchtungskonzepte müssen jedoch noch durch weitere Studien überprüft werden.
Bloße "Zufriedenheitsabfrage" nicht genug?
Wie gut sind Ihre Seminare? Viele Anbieter testen die Qualität ihrer Arbeit gar nicht oder nur ungenügend. Am Ende eines Bildungsangebots "nur" die Zufriedenheit der Teilnehmer zu erfassen, reicht leider nicht aus. Qualifizierung hat ihren Preis, und Auftraggeber wollen zu Recht wissen, was einzelne Qualifizierungsmaßnahmen bringen. Haben die Teilnehmer etwas gelernt? Sind sie motiviert, das Gelernte anzuwenden? Und noch viel wichtiger sind die Fragen: Wird das Gelernte auch tatsächlich angewandt? Und führt es auch zu Veränderungen im Umgang mit dem Arbeitsschutz im eigenen Betrieb. Mit dem IAG-Transfer-Fragebogen ist es jetzt möglich, eine gründliche Evaluation auf Grundlage wissenschaftlicher Kriterien durchführen zu lassen.
Mobile IT-gestützte Arbeit gestalten
Heute hier - morgen dort. Immer mehr Menschen arbeiten mobil, d.h. mit wechselnden Einsatz- und Arbeitsorten. Traditionelle Gefährdungsbeurteilungen reichen möglicherweise nicht, um Gefährdungen, denen mobil Beschäftigte ausgesetzt sind, zu erkennen. Mit dieser Problematik beschäftigen sich BGIA und IAG in einem Gemeinschaftsprojekt. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenbank (BGIA1097).
Von der Werbung lernen
Zur wirksamen Gestaltung von Präventionsmedien gibt es wenige wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse. Die
Werbewirkungsforschung verfügt dagegen über sehr viel mehr Erfahrung. Doch sind deren Erkenntnisse auf die Prävention
übertragbar?
Das Fazit der Studie lautet: Ja, man kann die Erkenntnisse aus der Werbewirkungsforschung nutzen, wenn man einige
spezielle Anforderungen der Prävention berücksichtigt. Diese sind im iga-Report
18 dargestellt. Der Bericht enthält außerdem empirisch belegte Gestaltungshinweise.
Erkennbarkeit von Sicherheitszeichen
Immer wieder wird diskutiert, bei welcher Zeichengröße und welchem Sehabstand Sicherheitszeichen erkannt werden. Der Fachausschuss Sicherheitskennzeichnung hat deshalb das IAG beauftragt, die Erkennungsweiten von Sicherheitszeichen zu untersuchen. Hierzu werden Sicherheitszeichen in verschiedenen Größen und Sehabständen vorgegeben und anschließend überprüft, wann die Versuchspersonen die Kennzeichen gut und wann sie sie nicht mehr gut erkennen können.
Sicherheitsunterweisung per Computer?
Als Reaktion auf das zunehmende Interesse an elektronischen Unterweisungssystemen wurde ein Forschungsprojekt zu
diesem Thema initiiert. Ziel war es, die die Akzeptanz und Wirksamkeit im Vergleich zur herkömmlichen Unterweisung zu
überprüfen. Die Wirkung der elektronischen Unterweisung auf die Einstellung und das Wissen zu den Unterweisungsinhalten
der Mitarbeiter wurde hierzu erfasst.
Am Projekt beteiligt waren ein Unternehmenspartner, die zuständige Berufsgenossenschaft und der Softwarehersteller. Die
Ergebnisse zeigen, dass die Form der Unterweisung zwar keinen Einfluss auf die Zufriedenheit mit Unterweisungen oder
die Einstellung zum Arbeitsschutz hat, jedoch beide Formen zu einem Zugewinn an Arbeitsschutzwissen führen. Damit
schaffen beide Unterweisungsformen wesentliche Voraussetzungen für das sicherheitsgerechte Verhalten der Mitarbeiter.
Die Studie weißt mit ihren Ergebnissen aber auch daraufhin, dass neben der Form der Unterweisung insbesondere die
Strukturen und Prozesse des Unternehmens, in die die Unterweisungen eingebettet sind, von großer Bedeutung für die
Wirksamkeit von Unterweisungen sind. Ein weiterführendes Forschungsprojekt widmet sich diesen Aspekten.
Belastungs-Check für Lehrer in NRW
Der Lehrerberuf gehört zu den Berufen, die in besonderem Maße mit psychischen Belastungen verbunden sind. Ein umfangreicher Fragebogen zur Beurteilung von Arbeitsinhalten, Arbeitsorganisation, Mitarbeiterführung und sozialen Beziehungen (BAAM) misst psychische Belastungen. Um seine Anwendbarkeit zu erhöhen wurde er auf den so genannten Kurz-Check Fragebogen gekürzt. In einem ersten Schritt wurde der Kurz-Check am BAAM validiert, d.h. es wurde festgestellt, dass dieser das Gleiche misst, wie der BAAM. In einem zweiten Schritt wurde der Einsatz des Kurz-Checks auf seine Handhabbarkeit überprüft. Im Allgemeinen sind die Ergebnisse zufriedenstellend. An einigen Stellen wird das Verfahren nachjustiert, um es noch anwendungsfreundlicher zu gestalten.
Anforderungen, Belastungen und Gefährdungen erfassen: igaCheck
Der igaCheck ist ein bereits vorhandenes Instrument, das die systematische Erfassung und Dokumentation beruflicher Anforderungen, Belastungen und Gefährdungen unterstützt. Er wurde durch Aufteilung in eine Kurz- und eine Detailversion in der Handhabung vereinfacht, aktualisiert und die Software an die neue Rechnergeneration angepasst. Der "neue igaCheck 2009" kann unter www.iga-info.de > Veröffentlichungen > iga-Report 19 heruntergeladen werden.
Arbeitsplatzsystematik: Unterstützung von Leistungsgewandelten
Für die Wiedereingliederung von Leistungsgewandelten wird es zunehmend wichtiger, die Passung zwischen dem Arbeitendem und seinem Arbeitsplatz gut und genau zu gestalten. Anhand typischer Tätigkeitsanforderungen im gewerblichen Bereich wird deshalb eine Systematik von Arbeitsplatztypen entwickelt. Für häufig vorkommende Arbeitsplatztypen wird jeweils das Anforderungsprofil erarbeitet, das ein dort Arbeitender erfüllen sollte. Diese Typisierung hilft, für verschiedene Arten von Leistungswandlung Maßnahmen zur Anpassung des Arbeitsplatzes zu entwickeln und damit die Passung zu optimieren.
Wie erfolgreich ist die Lärm-Kampagne im Fleischer-Handwerk?
Bereits seit mehreren Jahren ist die Bekämpfung von Lärmschwerhörigkeit als Berufskrankheit aufgrund hoher Verdachtsmeldungen prioritäres Ziel der Fleischerei-Berufsgenossenschaft - FBG. Die FBG bereitet deshalb für das Jahr 2009 die Schwerpunktaktion "Stoppt den Lärm!" vor. Das IAG evaluiert diese Kampagne. Vor Start der Kampagne erfolgte bereits eine schriftliche Befragung von Unternehmern und Sicherheitsfachkräften, um die aktuelle Situation zu dem Thema Lärm in den Betrieben festzustellen und Maßnahmen hierzu konkret planen zu können. Ob die Aktion den erhofften Erfolg erzielt hat, soll 2010 durch eine weitere Befragung ermittelt werden.
Und hier finden Sie das Archiv unserer Forschungsprojekte.

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