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Dr. Annekatrin Wetzstein
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Evaluation von Präventionsmaßnahmen
Evaluation ist die systematische Bewertung von Maßnahmen mit wissenschaftlichen Methoden hinsichtlich Zielsetzung, Durchführung sowie Wirksamkeit und Effizienz. Das IAG evaluiert für seine Kunden die Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit von Präventionsmaßnahmen. Dies betrifft zum Beispiel Sicherheitsplakate, Kampagnen, Brieftexte und Internetauftritte, aber auch berufsgenossenschaftliche Vorschriften. Wir bieten zu allen Schritten einer Evaluation Beratung an. Das umfasst:
- Entwicklung von Wirkungsmodellen
- Festlegung von belastbaren Evaluationsdesigns
- Entwicklung und Überprüfung von Fragebögen oder Interviewleitfaden mit Blick auf die Ziele einer Evaluation
- Ermittlung von repräsentativen Stichprobengrößen anhand wissenschaftlich anerkannter Methoden
- Durchführung von Befragungen, z.B. Fragebogen oder Interview
- Qualitative und quantitative Auswertung von Daten
- Inhaltliche und grafische Aufbereitung der Ergebnisse in wissenschaftlichen Berichten.
In unserer Arbeit orientieren wir uns an den Evaluationsstandards der DEGEVAL - Gesellschaft für Evaluation.
Eine Auswahl der Aktivitäten wird Ihnen hier vorgestellt:
Forschung und Beratung
In unserer Projektarbeit haben sich drei große Schwerpunkte herauskristallisiert, zu denen eine Reihe von Projekten für verschiedene Unfallversicherungsträger durchgeführt werden: Evaluation von Kampagnen, Evaluation von Qualifizierung und Veranstaltungen sowie Evaluation von betriebsärztlicher und sicherheitstechnischer Betreuung.
- Evaluation von Kampagnen: In den letzten Jahren setzte die Unfall- und Krankenversicherung vermehrt Kampagnen zur Prävention von Unfällen und Krankheiten ein. Die Begriffe Kampagne, Schwerpunktaktion oder Aktion meinen zeitlich befristete Maßnahmen, die ein definiertes Ziel verfolgen und bei denen unterschiedliche Maßnahmen kombiniert werden und oftmals mehrere Partner beteiligt sind. Sie zeigen im Einzelnen unterschiedliche Effekte. Wichtig ist, dass die Maßnahmen einer Kampagne ihre Zielgruppen erreichen und Wirkung im Sinne der Ziele zeigen. Zu Projekten in diesem Schwerpunkt zählen die Evaluation der bundesweiten Präventionskampagne Haut sowie der geplanten Kampagne "Risiko raus". Aber auch die Evaluation von Schwerpunktaktionen einzelner Unfallversicherungsträger, z.B. der Fleischerei-Berufsgenossenschaft zum Thema Lärm, wird unterstützt. Des Weiteren haben wir in einem Projekt die Erfahrungen mit Präventionskampagnen systematisch aufgearbeitet und zusammengetragen, welche Effekte sowie Erfolgsfaktoren und Hemmnisse Präventionskampagnen hatten. Parallel erstellen wir derzeit gemeinsam mit den Unfallversicherungsanstalten in Österreich und der Schweiz (AUVA und SUVA) eine Broschüre, die unsere Erfahrungen in der Evaluation von Kampagnen zusammenfassend darstellen soll.
- Evaluation von Qualifizierung und Veranstaltung: Qualifizierungsmaßnahmen sind dann wirksam und effizient, wenn die Teilnehmer etwas lernen und dazu befähigt werden, dass Gelernte nach der Maßnahme am Arbeitsplatz ihres Unternehmens umzusetzen und tatsächlich zum Abbau von Sicherheits- und Gesundheitsrisiken beitragen. Im Feld der Qualifizierung ermitteln wir beispielsweise die Qualität von Seminaren und Schulungen mit einem wissenschaftlich entwickelten Fragebogen. Neben dem Evaluationsbogen für Seminare hat das IAG mit der gleichen Vorgehensweise sowohl einen Evaluationsbogen für die Bewertung des Hotels als auch einen für Veranstaltungen entwickelt. Der Evaluationsbogen für Veranstaltungen liegt zusätzlich in englischer und französischer Sprache vor. Aber auch das Ausmaß und die Qualität von Transfer des Gelernten an den Arbeitsplatz kann mittels eines geprüften Onlinefragebogens erfasst werden. Innerhalb des Forschungsprojekts ?Qualität in der Prävention ? Teilprojekt Qualifizierung? wurden in Form eines Prä-Post-Versuchs-Kontrollgruppendesigns die Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität von Seminaren im Arbeitsschutz untersucht. Darüber hinaus unterstützen wir mit unsern Untersuchungen auch die betrieblichen Unterweisungen, z.B. testen und bewerten wir eine elektronische Variante.
- Evaluation von betriebsärztlicher und sicherheitstechnischer Betreuung: Dieser Schwerpunkt hat sich aus einer großen Anzahl von Anfragen aus den Unfallversicherungsträgern ergeben, sie bei der Evaluation der BGV A2 zu unterstützen. Derzeit führen wir die Evaluation dieser Unfallverhütungsvorschrift für 14 Berufsgenossenschaften und eine Unfallkasse durch. Darüber hinaus läuft eine Evaluation der Güteprüfungen durch die Gesellschaft zur Qualitätssicherung in der betriebsärztlichen Betreuung (GQB).
In unserer Projektarbeit und zur Evaluation von Seminaren nutzen wir die elektronische Fragebogenerstellung, -erfassung und -auswertung im Praxisfeld Evaluation. Hier sind sowohl Papier- und Bleistift-Fragebögen als auch Online-Befragungen möglich.
Qualifizierung und Veranstaltungen
Im IAG gibt es eine Reihe von Seminaren zum Themengebiet von Evaluation. Als Einstieg empfiehlt sich das Seminar ?Grundlagen der Evaluation - Effekte von Arbeitsschutzmaßnahmen nachweisen und bewerten? (Sem.-Nr. 510059). Vertiefend bieten wir Seminare zu Entwicklung, Einsatz und Auswertung von Fragebögen und Interviewleitfäden an (Sem.-Nr. 520018/520019). Darüber hinaus gibt es ein Seminar zum Einsatz von standardisierten Tests im Arbeitsschutz (Sem.-Nr. 520014).
Nach Bedarf unserer Kunden veranstalten wir auch themenspezifische Workshops zur Evaluation von Präventionskampagnen oder Bildungsangeboten und organisieren Fachveranstaltungen zur Qualität in der Prävention.
Am 15./16. Okt. 2009 findet im IAG das Kolloquium der IVSS-Sektion Forschung "Forschung zur Wirksamkeit von Präventionsmaßnahmen am Arbeitsplatz" statt.
Für das Frühjahr 2010 bereiten wir das 1. Fachgespräch Evaluation vor. Hiermit wollen wir den Evaluationsexperten der Unfallversicherungsträger eine Plattform zum Austausch anbieten.

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