• Historische Fotos (Collage)

Zeittafel

Landesschule Dresden in Klotzsche (1927-1934)

Die 1920 gegründete Landesschule war ein von ehrgeizigen sozialen und politischen Zielen bestimmtes Reformprojekt des Freistaates Sachsen. 250 Schüler aus meist ärmeren Bevölkerungsschichten sollten in dem als Internat geführten Realgymnasium eine höhere Schulbildung erhalten und ein Zuhause finden. Bevorzugte Aufnahme fanden Kriegswaisen, Kinder von Schwerkriegsbeschädigten und von Vertriebenen. Fast die Hälfte aller Plätze waren Freiplätze für besonders begabte Kinder.

In Anknüpfung an reformpädagogische Konzepte aus der Vorkriegszeit sollte die Landesschule nicht nur Unterrichtsanstalt sein, sondern auch "Erziehungsschule und Lebensgemeinschaft". Leben, Unterricht, Freizeit, Beschäftigung und Umwelt wurden in den Dienst der Erziehung gestellt.

Die Erziehung war praxisbezogen und bediente sich modernster Unterrichtsmittel. Eine wichtige Rolle spielten neben dem regulären Unterricht handwerkliche Arbeiten in den schuleigenen Werkstätten, praktische Übungen in den naturwissenschaftlichen Fächern, die Bildung von Arbeitsgemeinschaften, erd- und naturkundliche Exkursionen sowie Besuche von Museen und Industriebetrieben. Auch das Sportangebot war sehr groß.

Staatliche Nationalpolitische Erziehungsanstalt (1934-1945)

Nach dem Machtantritt der Nationalsozialisten wurde die Landesschule im Frühjahr 1934 mit einem neuen Lehrerstamm in eine Staatliche Nationalpolitische Erziehungsanstalt (NPEA bzw. Napola) umgewandelt. In dem Elite-Internat sollten besonders begabte Jungen zur kommenden Führergeneration der Deutschen ausgebildet werden.

Stationierungsort des sowjetischen Militärs (1945-1992)

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges beschlagnahmte die Rote Armee das Gelände. Bis 1992 dienten die Gebäude dem Stab der 11. Garde-Panzerdivision, einer sowjetischen Grundschule und als Kaserne. Beim Abzug der GUS-Streitkräfte im Jahre 1992 waren nur noch Teile der ehemaligen Anlage erhalten. Sie wurden 1993 unter Denkmalschutz gestellt.

Akademie für Arbeitsschutz (seit 1995)

1995 erwarb der Hauptverband der gewerblichen Berufsgenossenschaften (heute Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e. V.) das Gelände. Unter Wahrung strenger denkmalpflegerischer Auflagen und gleichzeitiger Anpassung an die Bedürfnisse eines modernen Akademiebetriebs begann 1998 der Wiederaufbau und teilweise Neubau durch die Architekten Manfred Stautmeister und Helmut Blöcher. Die verbliebene Bausubstanz wurde in die Neugestaltung integriert. Im Januar 2001 begann die "Berufsgenossenschaftliche Akademie für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz" ihre Arbeit in Dresden. Seit 2010 trägt sie den Namen "DGUV Akademie Dresden".

Kontakt

DGUV Akademie Dresden
Königsbrücker Landstraße 2-4
01109 Dresden

Tel. +49 351 457-0
Fax +49 351 457-1015

Lernräume

Einblicke in die bewegte Vergangenheit des Geländes der DGUV Akademie Dresden gibt das Buch  "Lernräume. Von der Landesschule Dresden zur Akademie". Es ist im Oktober 2009 Im Sandstein Verlag erschienen. Mehr