Menschen, Geschichten, Erfolge

Kirsten Bruhn im Schwimmbecken, am Rand steht ihr Rollstuhl

Kirsten Bruhn. Foto: Privat.

Kirsten Bruhn

Schwimmerin

Nach meinem Unfall 1991 stand mein Leben von jetzt auf gleich auf dem Kopf. Einen so genannten roten Faden und Möglichkeiten wie auch Chancen für das kommende Leben als Mensch mit einer Behinderung und dem Rollstuhl gab mir der Sport. Direkt während der Reha konnte ich einige Sportarten ausprobieren und dabei erleben: es geht einiges mehr als vorab gedacht. Das brachte nicht nur Spaß, sondern mir auch wieder ein besseres Körpergefühl - und vor allem stärkte es mein Selbstwertgefühl. Das kann ich nur jedem empfehlen!

Sport ist mein Stabilisator!


Das Foto zeigt Sabrina Busch, draußen im Rollstuhl mit einem kleinen Strauß gepflückter Blumen auf dem Schoß.

Sabrina Busch. Foto: UK RLP / Rike Schmickler-Bouvet

Sabrina Busch

Rollstuhl-Basketballerin

Nach meinem Unfall fand ich mich in diesem plötzlich anders funktionierenden Körper wieder, den ich von Grund auf neu kennenlernen musste. Ich hatte das Glück, Christa Weber zu begegnen, die zu dem damaligen Zeitpunkt die Basketballmannschaft der Rhine River Rhinos in Wiesbaden trainierte. Kurzerhand war ich Teil einer sehr ambitionierten Rollstuhl-Basketballmannschaft, in der ich mich auspowern, steigern und meine körperlichen Möglichkeiten kennenlernen konnte. Der Sport half mir direkt nach meiner Reha, dieses neue Körpergefühl aufzubauen. In der Zeit, in der ich in Vancouver gelebt habe, war ich erstaunt, wie vielfältig das Angebot für Behindertensport dort war. Ich bin viel Kajak gefahren, es gab eine Handbike-Gruppe, ich wurde zum Eishockey und Surfen eingeladen.

Es ist immer förderlich, sich in seiner Gegend umzuhören und gegebenenfalls Denkanstöße für neue Programme im eigenen Umfeld zu geben. Momentan schwimme ich sehr gerne und merke immer wieder, wie wichtig die regelmäßige Bewegung für mich ist. An manchen Tagen dient sie zur Entspannung und Entlastung. An anderen reizt es mich, meine Ausdauer oder Kraft zu trainieren. Neben den rein gesundheitlichen Vorteilen von Sport, besticht für mich das unschlagbare Argument, dass man währenddessen zumeist auf Gleichgesinnte trifft und sich Freundschaften entwickeln. Diese Mischung aus Bewegung, Routine und sozialer Interaktion tut mir immer sehr gut.


Thomas Viehl

Thomas Viehl. Foto: Privat

Thomas Viehl

Handbiker

Ich bin seit 37 Jahren gelähmt, Tetraplegiker und betreibe seit über 25 Jahren intensiv Sport.

Sport zu treiben, heißt für mich: Gemeinschaft mit Gleichgesinnten, Erhaltung meiner verbliebenen Gesundheit, Steigerung meiner Leistungsfähigkeit und Disziplin im Umgang mit meinem Körper und meiner Gesundheit. Sportliche Erfolge helfen mir ganz persönlich auch, mich immer wieder neu zu motivieren, meinen Alltag zu meistern. Davon profitiert in ganz besonderem Maße auch mein Selbstwertgefühl.

Ich hatte meinen Unfall 1985. Aufgrund des Wegeunfalls zu meinem Ausbildungsbetrieb, wurde ich im Anschluss, ab 1987, im Rehabilitationszentrum Heidelberg beruflich rehabilitiert. Ich habe ein Studium zum Sozialpädagogen erfolgreich abgeschlossen. Danach habe ich noch viele Jahre gearbeitet, unter anderem als Streetworker in Heidelberg, und in der Stephen-Hawking-Schule in Neckargemünd. Heute bin ich nicht mehr berufstätig.

An dieser Stelle möchte ich mich ganz ausdrücklich auch bei meiner Berufsgenossenschaft bedanken, die durch ihre Unterstützung alle meine sportlichen Erfolge erst möglich gemacht hat.


Über die Personen

Kirsten Bruhn erlitt nach einem Unfall mit ihrem Motorrad einen teilweisen Querschnitt. Als Paralympionikin erschwamm sie unter anderem mehrere Goldmedaillen. Sie arbeitet in der BG Unfallklinik in Berlin. Kirsten Bruhn ist auch in dem Film dem Film GOLD - Du kannst mehr als du denkst zu sehen, wie sie sich auf die Paralympics 2012 vorbereitet.

Sabrina Busch hatte 2012 auf ihrem Heimweg von der Uni einen Unfall und ist seitdem querschnittgelähmt. In der BG Klinik Ludwigshafen verbrachte sie die kommenden fünf Monate in der Rehabilitation. Sie setzte ihr Lehramtsstudium fort und begann auf Anraten Rollstuhl-Basketball zu spielen, obwohl sie sich unsportlich vorkam.

Thomas Viehl wurde 1985 auf dem Weg zur Gesellenprüfung von einem Bus erfasst und mit einem Querschnittsyndrom in der BG Klinik Frankfurt am Main behandelt. Zuerst nahm Viehl an Rollstuhl-Marathons teil und stieg dann auf sein Handbike um, das mit einer Handkurrbel betrieben wird. Er ist Weltrekordhalter in der Marathon Distanz für Handbike, Division H1.

Dein Start. Unser Ziel.

Bild zeigt Rollstuhltennisspielerin Britta Wend im Rollstuhl am Netz sitzend. Ein Arm hält den Schläger, der andere Arm liegt auf dem Netz.

Mit der Aktion Dein Start. Unser Ziel. macht die gesetzliche Unfallversicherung gemeinsam mit den BG Kliniken, dem Deutschen Rollstuhl-Sportverband und dem Deutschen Behindertensportverband auf Menschen aufmerksam, die nach einem Unfall mithilfe der gesetzlichen Unfallversicherung und Sport ihrer Leidenschaft nachkommen.

Dein Start. Unser Ziel.