Prävention arbeitsbedingter Gesundheitsgefahren in der Landwirtschaft

ein Kalb beim Fressen

Bild: © BLB

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Kooperationspartner:

  • Bundesverband der landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaften, Kassel
  • Georg-August-Universität Göttingen
  • Bundesverband der landwirtschaftlichen Krankenkassen, Kassel
Projekttitel
Pilotprojekt zur Erstellung, Erprobung und Bewertung eines Programms zur Prävention arbeitsbedingter Atemwegserkrankungen

Projektdauer
2 Jahre (07/2005 - 07/2007)

Betrieb/Bildungsstätte
Landwirtschaftliche Berufsschule Echem
Schulungen im Rahmen des alternativen Betreuungsmodells im Bereich der landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft (LBG) und im Zuständigkeitsbereich der landwirtschaftlichen Krankenkasse (LKK) Niedersachsen-Bremen

Zielgruppe
Das Projekt richtet sich an in der Rinderhaltung tätige Personen im Bereich der LBG Niedersachsen-Bremen, Berufsschüler, Teilnehmer am alternativen Betreuungsmodell (LUV-Modell), Technische Aufsichtspersonen, Arbeitsmediziner, niedergelassene Mediziner, Berufshelfer

Ausgangslage/Motivation
Chronisch-obstruktive Atemwegserkrankungen haben eine erhebliche wirtschaftliche, sozialmedizinische aber auch persönliche Relevanz. Tätige in der Landwirtschaft sind dabei besonders belastet, was auch das Berufskrankheitengeschehen der landw. Berufsgenossenschaften zeigt: berufsbedingte Atemwegserkrankungen stehen an der Spitze der Berufskrankheiten.

Die ersten Symptome von Atemwegserkrankungen werden von den Betroffenen häufig erst sehr spät wahrgenommen. Die Sicherung der Diagnose und die Vermutung kausaler Bezüge zu beruflichen Einwirkungen erfolgt häufig erst in einem fortgeschrittenen Krankheitsstadium.

Es wird ein dringender Bedarf gesehen, Bekanntes und dem aktuellen Stand angepasstes Wissen zu Möglichkeiten der Prävention berufsbedingter chronisch obstruktiver Atemwegserkrankungen an die in der Landwirtschaft tätigen Personen aber auch an den TAD und die Ärzteschaft weiter zu geben. Dafür müssen optimal geeignete Strukturen geschaffen werden. Gleichzeitig ist es notwendig, die betroffenen Landwirte einer frühzeitigen Diagnosesicherung und somit der Einleitung adäquater Präventionsmaßnahmen zuzuführen, um einer Chronifizierung vorbeugen zu können.

Präventionsaktivitäten
Das Projekt wird im Zuständigkeitsbereich der LBG und der LKK (LSV-Träger) durchgeführt. Dabei sollen Strukturen zur Wissensvermittlung über berufsbedingte chronisch-obstruktive Atemwegserkrankungen exemplarisch am Beispiel der Rinderhaarallergie geschaffen werden. Über diese Strukturen, die insbesondere auf die anderen LBGen übertragbar sein sollen, sollen zu jeder Zeit weitere Präventionsthemen kommuniziert werden können.

Vorgesehen sind zielgruppenorientierte Schulungsmaßnahmen für

  • Berufsschüler
  • Landwirte
  • Arbeitsmediziner und niedergelassene Ärzte
  • Technische Aufsichtspersonen
  • Berufshelfer
Eine besondere Rolle kommt dem regional organisierten "Kompetenznetzwerk" aus speziell für die Belange der Landwirtschaft geschulten Arbeitsmedizinern sowie aus technischen Aufsichtspersonen und Berufshelfern zu, die den entsprechenden Informationsfluss auf Basis des aktuellen Wissens und der Erkenntnisse aus der praktischen Erfahrung gewährleisten sollen.

Neben Schulungsunterlagen werden Dokumentationsbögen in Form von Checklisten sowie ein gestaffelter Katalog für Präventionsmaßnahmen erstellt.

Dieser Katalog soll hinsichtlich der Prävention die optimale Betreuung in allen Fragen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes sicherstellen. Darauf aufbauend soll das Kompetenznetzwerk im Zusammenwirken von Arbeits- und Gesundheitsschutz eine optimale Betreuung der Betroffenen organisieren, um chronische Verlaufsformen zu vermeiden. Neben der Erstellung einer individuellen Präventionsstrategie beinhaltet dies auch die Begleitung bei der Umsetzung.

Ergänzt wird dies durch Maßnahmen, die der Reduzierung der außerberuflichen Einflüsse dienen und das berufsbedingte Beschwerdebild negativ beeinflussen können (Allergien, Nikotinabusus, Übergewicht).

Ergebnisse und Nutzen
Angestrebt wird die Vermehrung des Wissens zu arbeitsbedingten chronisch-obstruktiven Atemwegserkrankungen und die Umsetzung in die landwirtschaftliche Praxis in Zusammenwirkung von Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin. Bei den Beteiligten soll das Bewusstsein für den Zusammenhang atemwegsbelastender Tätigkeiten und der Entwicklung chronisch-obstrukiver Atemwegserkrankungen geschaffen werden. Das erarbeitete Konzept soll exemplarisch im Zuständigkeitsbereich der LSV-Träger Niedersachsen-Bremen in seiner Umsetzung erprobt und nach Evaluation optimiert werden. Nach Beendigung der zweijährigen Pilotphase sollen regionale Strukturen entstanden sein, die einen Fortgang der optimalen Präventionsstrategien im Zusammenwirken von Arbeitstechnik und Arbeitsmedizin gewährleisten. Durch die Erfassung von Frühformen soll es mittelfristig zu einer Verminderung der Manifestationsfälle, einer Vermeidung von Chronifizierung, einer höheren Lebensqualität für die Betroffenen und einer Verminderung der Kosten für die Sozialversicherungsträger kommen.

Über Kenntnisse des komplexen vielschichtigen Ursachengefüges von Atemwegserkrankungen kann eine Effektivitätssteigerung der Präventionsbemühungen in den landw. Betrieben erwartet werden.

Ansprechpartner/weitere Informationen
Bundesverband der landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaften
Weißensteinstraße 70 - 82
34131 Kassel
E-Mail:


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Weißensteinstraße 70 - 82
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