Hygiene-Schulungen für Fleischerhandwerksbetriebe

zwei Mitarbeiter des Fleischerhandwerks

Bild: © HVBG/Danetzki (1998)

(Die Kontaktdaten der archivierten Projekte werden nicht mehr aktualisiert.)

Kooperationspartner:

  • Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe (BGN) - Geschäftsbereich Prävention - Abteilung Fleischwirtschaft
  • Innungskrankenkasse (IKK) in Baden-Württemberg
  • Landesinnungsverband des Fleischerhandwerks
Projekttitel
Hygiene-Schulungen

Projektdauer
Start Juli 2003

Betrieb / Bildungsstätte

Zielgruppe
Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in Fleischerhandwerksbetrieben und Unternehmer in Baden-Württemberg

Ausgangslage/Motivation
Den Unternehmern im Fleischerhandwerk wird mit Gesetzen und Verordnungen vorgegeben, ihre Mitarbeiter regelmäßig in Fragen zu Arbeitssicherheit und Arbeitsschutz zu schulen und diese Schulungen auch nachweisen zu können.

Aktuelle Beispiele sind:

  • Lebensmittelhygiene-Verordnung (LMHV)
  • Infektionsschutzgesetz (IfSG)
  • Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG)
  • Unfallverhütungsvorschrift BGV A1 "Allgemeine Vorschriften"
In Kooperation mit der BGN und dem Landesinnungsverband des Fleischerhandwerks bietet die IKK ab 2. Halbjahr 2003 den IKK-Fleischereibetrieben in Baden-Württemberg spezielle Hygiene-Seminare an. Im Fleischerhandwerk sind die Schulungen nach der Lebensmittelhygiene-Verordnung für den Verkaufs- und Produktionsbereich erforderlich. Von der Lebensmittelüberwachung wird kontrolliert, ob die Schulungen jährlich durchgeführt werden.

Ziel des gemeinsamen Seminar-Angebotes ist es, die Erfüllung der gesetzlichen Richtlinien zu unterstützen:

Gemäß der Vorgabe § 20b SGB V (2) "... Die Krankenkassen unterstützen die Träger der gesetzlichen Unfallversicherung bei ihren Aufgaben zur Verhütung arbeitsbedingter Gesundheitsgefahren" tritt die IKK hier gemeinsam mit der BGN und dem Landesinnungsverband des Fleischerhandwerks als Kooperationspartner auf. Sie verpflichtet sich, ihrer Informationspflicht an die Unfallversicherungsträger nachzukommen.

Auf der Grundlage von § 14 (2) des SGB VII "...Bei der Verhütung arbeitsbedingter Erkrankungen arbeiten die Unfallversicherungsträger mit den Krankenkassen zusammen" trägt die BGN durch das Gemeinschaftsprojekt zu Erfüllung ihrer gesetzlichen Vorgaben bei.

IKK und BGN wollen mit dem Angebot und der Durchführung von Hygiene-Seminaren ihre Kundenbindung stärken. Beide Partner verweisen in diesem Zusammenhang auch auf die Angebote der Betrieblichen Gesundheitsförderung sowie spezieller Präventions-Aktionen.

Durch die Bereitstellung eines auf den Betrieb individuell zugeschnittenen Schulungskonzeptes wird der Unternehmer entlastet: er kann auf das Fachwissen der Anbieter zurückgreifen und muss diese Leistung gegenüber seinen Mitarbeitern nicht selbst erbringen.

Durch das gemeinsame Angebot von BGN und IKK sind für den Betrieb Synergie-Effekte nutzbar: Fragen zu Themen aus den Bereichen Arbeitssicherheit, Arbeitsschutz und Gesundheit im Betrieb können kompetent von den Verantwortlichen beantwortet werden. Die gemeinsame zusätzliche Service-Leistung von Krankenkasse und BG trägt somit zur Entlastung des Betriebsinhabers bei Problemstellung in diesen Bereichen bei.

Präventionsaktivitäten
Gemäß den zwischen BGN und IKK vereinbarten Inhalten werden die Schulungen grundsätzlich gemeinsam angeboten und durchgeführt. Die Schulungen finden soweit möglich in den Räumlichkeiten der Betriebe statt; die Mindestdauer beträgt 180 Minuten.

Schwerpunkt-Aktionen, welche von den Partnern zu angrenzenden Themen durchgeführt werden (z.B. Hautschutz-Aktion der BGN) werden kommuniziert.

Soweit möglich, werden Verantwortliche aus den Ämtern für Veterinärmedizin informiert und als Partner hinzugezogen.

Die beteiligten Partner und die Vertreter des Fleischerhandwerks unterstützen das Projekt, indem sie es verstärkt kommunizieren. Bei Präsentationen vor Innungen und weiteren Veranstaltungen wird das Projekt als Gemeinschaftsangebot vorgestellt. Im Rahmen von Öffentlichkeitsaktionen werden Schnittstellen auf Seiten der IKK und der BGN geprüft und gemeinsam bearbeitet.

Ergebnisse und Nutzen

Seit dem Start der Schulungen im Oktober 2003 nahmen über 18.000 Mitarbeiter an über 460 Schulungen bereits teil.

Im Rahmen einer Evaluation wurden eine Expertenbefragung aller Referenten und eine Befragung der Seminarteilnehmer durchgeführt. Es zeigte sich, dass die Kooperation der Projektpartner von beiden Seiten positiv beurteilt wird, die Seminarinhalte von den Referenten im Ganzen für geeignet angesehen werden und ein Lernerfolg bei den Teilnehmern zu verzeichnen ist. Gerade das Thema Hautschutz konnte gut vermittelt werden. So gaben von den 297 repräsentativ ausgewählten Teilnehmern über 80 Prozent an, dass ihnen das Seminar viel bzw. sehr viel im Erkennen der Gefährdungen für Hauterkrankungen gebracht hat. Über Dreiviertel der Teilnehmer waren hoch motiviert, das Gelernte anzuwenden.

In den Hygiene-Seminaren kommt die BGN mit einer großen Anzahl von Versicherten in direkten Kontakt. Durch diese Seminare wird in einmaliger Weise direkt der Versicherte mit den Präventionsangeboten der BGN erreicht. Die Veranstaltung von Seminaren für Mitarbeiter aus mehreren Kleinbetrieben hat sich als effektive Möglichkeit zur Einbindung der Beschäftigten aus Kleinbetrieben gezeigt. Die Seminare werden mit Praxisbeispielen und Demonstrationen sowie praktischen Übungen durchgeführt und haben sich für diese Zielgruppe bewährt.

Das Projekt mit der IKK und dem Fleischerverband ist ein großer Erfolg. Die BGN konnte so ihre Schwerpunktaktionen, wie z.B. Hautschutz, in Baden-Württemberg in besonderer Weise umsetzen. Das Projekt wird fortgesetzt.

Ansprechpartner/weitere Informationen
Dr. Christa Hilmes


Ansprechpartnerin:

Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe
Geschäftsbereich Prävention
Abteilung Fleischwirtschaft
Dr. Christa Hilmes