Projekt "Binde deine Gesundheit ein"

- Pilotprojekt zum Arbeits- und Gesundheitsschutz in Industriebuchbindereien

ein MItarbeiter an einer Druckerpresse

Bild: © HVBG/Senn (1997)

(Die Kontaktdaten der archivierten Projekte werden nicht mehr aktualisiert.)

Kooperationspartner

  • Berufsgenossenschaft Druck und Papierverarbeitung
  • AOK Rheinland
  • Institut für BGF
Projekttitel
"Binde Deine Gesundheit ein" - Pilotprojekt zum Arbeits- und Gesundheitsschutz in Industriebuchbindereien

Projektdauer
Mai 1997 bis Januar 1999

Betrieb/Bildungsstätte

Zielgruppe
Industriebuchbindereien und Offsetdruckereien mit Weiterverarbeitung

Ausgangslage/Motivation
"Welche arbeitstypischen Belastungen existieren in einer Gruppe vergleichbarer Kleinbetriebe?", "Wie kann ich diese Belastungen analysieren?" und "Welche sinnvollen Ansätze der Gesundheitsförderung können auf Basis der festgestellten Belastungen entwickelt werden?" Diese Fragen sollten mit dem Gemeinschaftsprojekt der beiden gesetzlichen Versicherungsträger geklärt werden.

Zunächst wurde aus dem gemeinsamen Mitgliedsbestand von AOK Rheinland und der Berufsgenossenschaft Druck und Papierverarbeitung ein geeigneter Gewerbszweig ausgesucht. Folgende Kriterien galt es hierbei zu erfüllen:

  • vergleichbare Personal- und Betriebsstruktur, auch im Hinblick auf die maschinelle Ausstattung,
  • latent vorhandene Gesundheitsbelastungen, vor allem durch Heben und Tragen und durch Lärm,
  • mögliche Übertragbarkeit der Ergebnisse auf andere Gewerbszweige.
Die Gruppe der Industriebuchbindereien erfüllte all diese Kriterien.

12 Betriebe mit insgesamt ca. 240 Beschäftigten nahmen am Projekt teil.

Präventionsaktivitäten
Im ersten Schritt wurden die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen der in den Industriebuchbindereien beschäftigten AOK-Mitglieder ausgewertet. Zur weiteren Analyse der spezifischen Belastungen haben sich Fachleute des Instituts und der BG Druck und Papierverarbeitung sämtliche Arbeitsplätze in den Industriebuchbindereien angesehen. Die Beschäftigten füllten darüber hinaus Fragebögen aus, die Fragen zu Themen wie "körperliche Belastungen" und "Kommunikation im Betrieb" enthielten. Die Ergebnisse und die Empfehlungen wurden den Unternehmern in einer gemeinsamen Veranstaltung von Institut und BG präsentiert.

Ergebnisse und Nutzen
Die Ergebnisse des Projektes zeigen, dass es auch in Kleinunternehmen sinnvolle Ansätze für erfolgreichen Arbeits- und Gesundheitsschutz gibt. Trotz aller Unterschiede in den Betrieben gibt es genügend Gemeinsamkeiten, um geeignete Maßnahmen zu entwickeln und umzusetzen.

Die Erkenntnisse aus den Auswertungen der Arbeitsunfähigkeitsdaten, den Betriebsbegehungen sowie der Mitarbeiterumfrage weisen eine hohe Übereinstimmung der Belastungsschwerpunkte auf. Durch den gezielten Einsatz von Hilfsmitteln, wie Hubtische, Bodenmatten, das Tragen entsprechender Schuhe sowie durch Schulungsmaßnahmen kann eine Minderung der Belastungen erreicht werden.

Die von den Mitarbeitern genannten Belastungen durch Termindruck, häufiges Unterbrechen begonnener Arbeiten sowie das mangelnde "Wir-Gefühl" wurden nicht so erwartet. Die Unternehmer selbst räumten im Rahmen der Ergebnispräsentation ein, dass durch die steigende Anzahl der Aufträge und den Termindruck die Zeit für Gespräche mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sehr knapp geworden sei. Die Wichtigkeit von Gesprächen kommt hierbei deutlich zum Vorschein.

Bei der Diskussion der Vorschläge mit den Unternehmern zeigte sich eine hohe Bereitschaft, diese vorgeschlagenen Maßnahmen in die Realität umzusetzen und so den Arbeits- und Gesundheitsschutz der Beschäftigten zu fördern.

In der Zusammenarbeit zwischen Berufsgenossenschaft Druck und Papierverarbeitung und dem Institut für Betriebliche Gesundheitsförderung der AOK Rheinland ist erkennbar, dass der gesetzliche Auftrag beider Versicherungsträger im Arbeits- und Gesundheitsschutz konstruktiv zum Wohle der Versicherten umgesetzt werden kann. Das Wissen und die Erfahrung aus den unterschiedlichen Ansätzen aus gesetzlicher Kranken- und Unfallversicherung bietet eine sinnvolle Ergänzung in der Praxis. Damit insbesondere Kleinunternehmen von diesen Programmen profitieren können, bietet es sich an, weitere Branchenlösungen zu entwickeln.

Die Ergebnisse wurden in einer Broschüre zusammengefasst und damit einer interessierten Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Ansprechpartner/weitere Informationen
Klaus Pelster, Institut für Betriebliche Gesundheitsförderung BGF GmbH,
E-Mail:

Hans-Arnold Büscher, Berufsgenossenschaft Druck und Papierverarbeitung,
E-Mail:

Jürgen Eul, Berufsgenossenschaft Druck und Papierverarbeitung,
E-Mail:


Ansprechpartner:

Institut für Betriebliche Gesundheitsförderung BGF GmbH
Klaus Pelster

Berufsgenossenschaft Druck und Papierverarbeitung
Hans-Arnold Büscher

Berufsgenossenschaft Druck und Papierverarbeitung
Jürgen Eul