Betriebliches Gesundheitsmanagement in Entsorgungsunternehmen

Mitarbeiter räumen Müll von der Straße

Bild: BUK

(Die Kontaktdaten der archivierten Projekte werden nicht mehr aktualisiert.)

Kooperationspartner:

  • AOK Bundesverband und fünf regionale AOK’n
  • BKK BV und drei Betriebskrankenkassen
  • BUK und neun Unfallversicherungsträger der öffentlichen Hand
Projekttitel
VerEna - Verhütung arbeitsbedingter Erkrankungen in Entsorgungsunternehmen

Projektdauer
12.1999 - 03.2006

Betrieb/Bildungsstätte
kommunale Entsorgungsunternehmen

Zielgruppe
gewerbliche Beschäftigte in der Straßenreinigung, der Abfallwirtschaft und dem Abwasserbereich

Ausgangslage/Motivation
Die gewerblichen Beschäftigten in Entsorgungsunternehmen sind hohen körperlichen Belastungen auf Grund ihrer Arbeitstätigkeit ausgesetzt. In den letzten Jahren sind durch Rationalisierung, Leistungsintensivierung, Zeitdruck auch die psychischen Beanspruchungen angestiegen. Kennzeichnend für die Branche sind somit Kombinationsbelastungen.

Weiterhin kennzeichnet die Branche ein hohes Arbeitsunfallgeschehen. So liegt die TMQ in der Abfallwirtschaft bei 128. Hingegen spielen Berufskrankheiten ein eher nachgeordnete Rolle.

Die Branche zählte unter Präventionsgesichtspunkten, insbesondere was die gewerbliche Beschäftigten betrifft, eher zu den vernachlässigten Bereichen.

Gleichzeitig handelt es sich um Beschäftigte mit einem niedrigen sozialen Status gemessen am Bildungsabschluss.

Ein weiteres Kennzeichen ist der hohe Alterspegel. So liegt das Durchschnittsalter der gewerblich Beschäftigten in kommunalen Unternehmen bei etwa 48 Jahren.

Für dies Beschäftigtengruppen sollten Präventionsstrukturen in den Unternehmen aufgebaut und Maßnahmen durchgeführt werden, durch die sie für Prävention sensibilisiert und Disparitäten der Inanspruchnahme abgebaut werden können.

Präventionsaktivitäten
In jedem der beteiligten Entsorgungsunternehmen sind Steuerkreise aufgebaut worden, die mittlerweile fest implementiert sind.

Es wurden Gesundheitszirkel (nur bestehend aus Beschäftigten) initiiert, die nach auslaufen von Verena II jetzt in Eigenregie von den Unternehmen unter Beratung der Krankenkassen und Unfallversicherungsträger der öffentlichen Hand weitergeführt werden.

In den Unternehmen wurden eine Vielzahl von technischen Verbesserungen umgesetzt, es wurden arbeitsorganisatorische Veränderungen initiiert ebenso wie verhaltenspräventive Angebote durchgeführt. Weiterhin wurden auch die Verbesserung der internen Kommunikation und die Personalentwicklung als Arbeitsschwerpunkte mitbearbeitet.

Ein weiterer wesentlicher Aspekt bestand darin die Partizipation der Beschäftigten bei Entscheidungen auf der operativen Ebene zu fördern.

Ergebnisse und Nutzen
In allen Unternehmen wurde zu Beginn eine Mitarbeiterbefragung durchgeführt die Ende 2005 als follow up Erhebung wiederholt wurde. Die Ergebnisse zeigen eindeutig, dass durch das Projekt die Arbeitszufriedenheit, die betriebliche Kommunikation und die Personalführung sich verbessert haben. Insgesamt konnte das Betriebsklima in diesem Zeitraum um teilweise bis zu 40 Prozentpunkten positiv verbessert werden. Auch der Krankenstand ist positiv beeinflusst worden.

Weiterhin ist eine Sekundärdatenbank aufgebaut worden in welcher Mitarbeiterstrukturdaten der Unternehmen, Krankenkassendaten zur Arbeitsunfähigkeit und die Daten zum Arbeitsunfallgeschehen der Unfallversicherungsträger der öffentlichen Hand als integrierter Datenpool für das Jahr 2000 aufbereitet worden sind. Gegenwärtig werden die Daten für die Jahre 2003 und 2004 in diese Datenbank eingestellt. Die Auswertungen werden in Kürze vorliegen.

Die beteiligten Unternehmen haben in der Mehrzahl erkannt, dass Prävention sich für sie rechnet. Von daher führen sie die Aktivitäten jetzt in Eigenverantwortung weiter. Es ist gelungen Prävention in der Unternehmensstrategie zu verankern.

Als Präventionsprodukte liegen vor: ein Handlungsleitfaden, ein Manual für Aufsichtpersonen zum Projektmanagement, die Struktur einer Datenbank die auch für andere Branchen genutzt werden kann, umfassende Instrumenten für Mitarbeiterbefragungen, Experteninterviews und Arbeitsplatzbegehungen.

Ansprechpartner/weitere Informationen
Peter Lemke
BUK - Bundesverband der Unfallkassen
Leiter Stabsstelle Kooperationen / Projektmanagement
Fockensteinstr. 1
81539 München
E-Mail:


Ansprechpartner:

BUK - Bundesverband der Unfallkassen
Leiter Stabsstelle Kooperationen / Projektmanagement
Peter Lemke