Aktion 55plus der LSV-Träger Franken und Oberbayern

ein älterer Mitarbeiter stellt den Sitz eines landwirtschaftlichen Fahrzeugs ein

Bild: © Kaj Kandler/kombinatrotweiss.de

Kooperationspartner:

  • LBG, LKK, LPK und LAK Franken und Oberbayern und LBG, LKK, LPK und LAK Niederbayern Oberpfalz und Schwaben, Bayerischer Bauernverband                         

Projekttitel
Aktion "55plus": Arbeit, Gesundheit und Pläne fürs Alter von über 55-jährigen Personen in der bayerischen Land- und Forstwirtschaft

Projektdauer
2008 - 2009

Wissenschaftliche Begleitung: Institut für Qualitätssicherung in Prävention und Rehabilitation GmbH an der Deutschen Sporthochschule Köln (iqpr)

Betrieb/Bildungsstätte
Landwirtschaftliche Betriebe in Bayern, in denen Personen mitarbeiten, die 55 Jahre und älter sind.

Zielgruppe
In der Landwirtschaft beschäftigte Personen, die 55 Jahre und älter sind.

Ausgangslage/Motivation
Arbeiten bis ins hohe Alter ist in der Land- und Forstwirtschaft die Regel, sei es wegen der eigenen Existenzsicherung, wegen des Erhalts des Familienbetriebs oder aus Gründen der Arbeitsfreude. Einerseits kann Arbeit eine Quelle von Gesundheit und Vitalität sein.

Andererseits können belastende Arbeitsbedingungen insbesondere mit zunehmendem Alter aber auch zu Beeinträchtigungen in Gesundheit und Lebenszufriedenheit sowie zu erhöhtem Unfallrisiko führen. Die Land- und forstwirtschaftliche Sozialversicherung Niederbayern/ Oberpfalz und Schwaben sowie die Land- und forstwirtschaftliche Sozialversicherung Franken und Oberbayern (beide im Folgenden kurz LSVen) stehen u.a. vor folgenden Herausforderungen: 75% der Neu-Rentenfälle (Unfallrente) sind älter als 60 Jahre, 60-80 % der tödlich Verunglückten sind 60 Jahre und älter, auf einen Beitragszahler kommen mehr als zwei Rentner, circa 75% der Versicherten in der Landwirtschaftlichen Kranken- und Pflegekasse sind Rentner. Daher haben die LSVen in Bayern die Aktion 55plus ins Leben gerufen, die mit einer Ermittlung des Kundenprofils im Sinne einer Bestandsaufnahme beginnt. Thema des Vortrags sind Teilergebnisse zum Zusammenhang zwischen subjektiven Gesundheitsindikatoren und Arbeitsbedingungen.

Präventionsaktivitäten
Die LSVen in Bayern wollen den Kundendienst verbessern und maßgeschneiderte Angebote für mehr Gesundheit, Sicherheit und soziale Absicherung bis ins hohe Alter anbieten. Daher wurde die Aktion 55plus ins Leben gerufen, die mit einer Bestandsaufnahme zu folgenden Leitfragen beginnt:

  • Was genau tun die älteren Bäuerinnen und Landwirte auf dem Hof, auf dem Feld oder im Wald – und zum Ausgleich in ihrer Freizeit?
  • Wie anstrengend empfinden sie ihre Arbeit und wie schätzen sie die Arbeitsbedingungen ein?
  • Wie gesund/krank sind sie? Und wie hängt der Gesundheitszustand mit der Arbeit zusammen?
  • Warum arbeiten sie bis ins hohe Alter?
  • Welche Themen des Älterwerdens sind wichtig?

Grundgesamtheit sind alle Personen älter als 55 Jahre, die in land- oder forstwirtschaftlichen Betrieben in Bayern erwerbstätig sind oder mithelfen. Aus dieser Grundgesamtheit wurde eine dreistufige, zum regionalen Populationsumfang proportionale Zufallsstichprobe gezogen.

Die Fragebögen (N=8.122) wurden in 21 Landkreisen persönlich über die Landfrauen verteilt, der Rücklauf erfolgte postalisch. In der Auswertung sind 3.176 Fragebögen (39,1% Rücklauf). Erfolgsvoraussetzung für den hohen Rücklauf war insbesondere die persönliche Ansprache durch die Landfrauen.

Ergebnisse und Nutzen
Die Auswertung der Befragung hat eine Vielzahl von Ergebnissen gebracht, die in einem Studienbericht und einer Zusammenfassung veröffentlicht wurden. Aus diesen Ergebnissen konnten nachfolgende Leitsätze formuliert werden:

  • Arbeit ist eine Quelle von Vitalität – auch im Alter!
  • Ein wichtiges Thema: Sturzprävention auf dem Hof!
  • Unterstützung für pflegende Angehörige ausbauen
  • Was sind "altersgerechte" Tätigkeiten?
  • "Ich bin fast 80 und Holz ist mein Hobby"
  • Gesundheitsförderung ist mehr als Vermeidung von Belastungen und Gefahren
  • Hohe Eigenmotivation für Arbeit im Alter
  • Alterspezifische Themen aufgreifen (z.B. in Kuraufenthalte, in TV/Radio)
  • Zielgruppen: gesund, beeinträchtigt, verausgabt, neutral
  • Wirtschaftliche Perspektive und Hofübergabe sind (auch) Gesundheitsthemen!
  • Notwendigkeit der Vernetzung innerhalb der LSVen und mit externen Partnern

Basierend auf den Einzelergebnissen und Leitsätzen wurden und werden Präventionsmaßnahmen entwickelt und angeboten.

Hier sind u. a. zu nennen:

  • Beratungsbogen und Checkliste zur Erhöhung der Sicherheit von Senioren auf landwirtschaftlichen Betrieben. Mit dieser Checkliste kann eine Selbstüberprüfung stattfinden.
  • Der "Pflegeintensivkurs" als spezielles Ausbildungs- und Kurangebot für pflegende Angehörige
  • Kurzkuren zur gezielten Therapie in den 4 Handlungsfeldern
  • Sturzpräventionskurse "Sicher gehen und Stehen im Alter" als Hilfe zur Selbsthilfe.
  • Vortragsthemen, die auf die besondere Situation älterer Menschen in der Landwirtschaft eingehen.

Ansprechpartner / weitere Informationen:
Reinhold Watzele
Land- und forstwirtschaftliche Sozialversicherungsträger Franken und Oberbayern
Regionaldirektion München
Dienstleistungszentrum Prävention
Neumarkter Straße 41
81673 München
Tel.: +49 89 45480-145

Werner Köhler
Land- und forstwirtschaftliche Sozialversicherungsträger Franken und Oberbayern
Regionaldirektion München
Dienstleistungszentrum Krankenversicherung
Neumarkter Straße 41
81673 München
Tel.: +49 89 45480-240

Siehe auch: 


Ansprechpartner:

Reinhold Watzele
Land- und forstwirtschaftliche Sozialversicherungsträger Franken und Oberbayern
Regionaldirektion München
Dienstleistungszentrum Prävention
Neumarkter Straße 41
81673 München
Tel.: +49 89 45480-145

Werner Köhler
Land- und forstwirtschaftliche Sozialversicherungsträger Franken und Oberbayern
Regionaldirektion München
Dienstleistungszentrum Krankenversicherung
Neumarkter Straße 41
81673 München
Tel.: +49 89 45480-240