CuRs - Chronischer unspezifischer Rückenschmerz in der Pflege

eine Betreuerin stützt eine ältere Person

Bild: © JSB31 – Fotolia

Kooperationspartner

  • Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege
  • AOK Plus
  • AOK Sachsen-Anhalt
  • Technische Universität (TU) Dresden

Projekttitel
CuRs - Chronischer unspezifischer Rückenschmerz in der Pflege

Projektdauer
2011-2015

Betrieb / Bildungsstätte
Einrichtungen der stationären Altenpflege

Zielgruppe
Beschäftigte in der stationären Altenpflege

Ausgangslage / Motivation
Hintergrund des praxisbezogenen Kooperationsprojektes war die Möglichkeit, direkt in den Arbeitswelten der Zielgruppe die Beschäftigten zu erreichen. Durch zwei psychologische Interventionen (Training emotionaler Kompetenzen - TEK; Burnout-Präventions-Teams - BPT) sollten die individuellen Bewältigungsstrategien gestärkt und psychische Belastungen identifiziert und gesundheitsgerecht gestaltet werden. Die theoretische Grundlage bildeten wissenschaftliche Befunde zu stressbasierten psychischen Ursachen des chronischen unspezifischen Rückenschmerzes.

Präventionsaktivitäten
Es wurden in 20 Einrichtungen der stationären Altenpflege in Sachsen standarisierte validierte Maßnahmen der Gesundheitsförderung (TEK + BPT jeweils 3 volle Tage im Abstand von drei Wochen) durchgeführte.

Am Training emotionaler Kompetenzen (TEK - Interventions/Kontrollgruppe - Prä-Post-Follow - Up-Messung nach 6 Monaten) nahmen ca. 60 Beschäftigte der stationären Altenpflege teil. In diesem Training wurden 7 Kompetenzen (Muskel- und Atementspannung, Bewertungsfreie Wahrnehmung, Akzeptanz/Toleranz, Selbstunterstützung, Analysieren und Regulieren) im Umgang mit problematischen Emotionen vermittelt. Es wurden über vier Jahre effektive Trainings zum Umgang mit problematischen Emotionen aber auch Maßnahmen für einen wirkungsvollen Gesundheitsschutz durch die Einbeziehung der Betroffenen durchgeführt.

In neun der 20 Einrichtungen fanden sich aus allen Arbeitsbereichen Burnout-Präventions-Teams zusammen, welche anhand sechs ausgewählter psychischer Arbeitsmerkmale (Arbeitsintensität, Spielräume, Anerkennung, Gemeinschaft, Fairness, Werte) Informationen zum Zusammenhang von Arbeit und Burnout erhielten. Anschließend erfolgte in den Teams durch eine begleitete Moderation eine begriffliche Präzisierung der Begriffe und eine Priosierung von mindestens zwei ausgewählten Arbeitsmerkmalen. Diese stellten die Grundlage für entwickelte Maßnahmen dar, welche nach Rücksprache mit der Unternehmensleitung in Mitarbeiterversammlungen durch die Burnout-Präventions-Teams in Form eines Posters präsentiert wurden. Nach jeweils einem halben Jahr fand ein Auffrischungstreffen statt, in welchem der Stand der Maßnahmen und mögliche Probleme geklärt wurden.

Ergebnisse und Nutzen
Die Wirksamkeitprüfung des TEK ergab Im Vorher-Nachher-Vergleich, das die TEK-Teilnehmer im Vergleich zur Kontrollgruppe nach dem Training signifikant höhere Werte bei ausgewählten Kompetenzen der Emotionsregulation und des psychischen Wohlbefindens sowie niedrigere Werte von Burnout berichteten. Nach sechs Monaten zeigten sich immer noch Effekte des Trainingsgewinns sowie signifikante statistische Zusammenhänge zwischen den Trainingsgewinnen der emotionalen Kompetenzen mit Wohlbefinden. Dies lässt darauf schließen, dass sich das Wohlbefinden durch verbesserte Kompetenzen der Emotionsregulation direkt verbessert.

Die Wirksamkeitsprüfung der BPT zeigte auf der Ebene der Zufriedenheit und Akzeptanz durch Einsatz eines Feedbackbogens, dass den Beschäftigten vor allem die Unterstützung durch die Unternehmensleitung sehr wichtig war. Auf der Lernebene konnte durch ein Quiz, welches vor und nach der Maßnahme eingesetzt wurde, ein signifikanter Wissenszuwachs über die Zusammenhänge von Arbeit und Burnout nachgewiesen werden. Auf der Transferebene zeigte sich durch den Einsatz eines Implementierungsfragebogens, dass sich 78 % der Beschäftigten während des ganzen Prozesses gut über die Maßnahme informiert fühlten und dass nach 3 Monaten ca. 40 % und nach 10 Monaten ca. 70 % aller entwickelten Maßnahmen umgesetzt waren.

Somit konnte nachgewiesen werden, dass durch die Stärkung der emotionalen Kompetenzen und die Entwicklung von Maßnahmen zur Arbeitsgestaltung zwei wirksame Maßnahmen zur Reduzierung arbeitsbezogener Stressfaktoren und damit zur Prävention des chronischen unspezifischen Rückenschmerzes in der stationären Altenpflege geleistet werden.

Ansprechperson / weitere Informationen
Prof. Dr. Gabriele Buruck
Westsächsische Hochschule Zwickau
Fakultät Gesundheits- und Pflegewissenschaften


Ansprechperson

Prof. Dr. Gabriele Buruck
Westsächsische Hochschule Zwickau
Fakultät Gesundheits- und Pflegewissenschaften