Software: Berechnung der erweiterten Messunsicherheit

Ein Registerblatt der Excel-Datei
Bild: IFA

Die erweiterte Messunsicherheit wird gemäß GUM (Guide to the expression of uncertainty in measurement) definiert als ein Kennwert, der einen Bereich um das Messergebnis kennzeichnet, von dem erwartet werden kann, dass er einen großen Anteil der Verteilung der Werte umfasst, die der Messgröße vernünftigerweise zugeordnet werden können.

Die Berechnung der erweiterten Messunsicherheit zur Bewertung der Leistungsfähigkeit von Messverfahren für Gefahrstoffe in Arbeitsbereichen wird in allgemeiner Form in der Norm ISO 20581 beschrieben. Grundlage dieser Norm war die DIN EN 482. Beide Normen sind hinsichtlich ihrer Anforderungen an Messverfahren gleich.

Basierend auf den Vorgaben der ISO 20581 wird die Berechnung der erweiterten Messunsicherheit für Gase und Dämpfe in der Norm ISO 22065 präzisiert. Bei dieser Norm handelt es sich um eine Aktualisierung und Weiterentwicklung auf der Grundlage der DIN EN 1076.

Alle Teilschritte eines Messverfahrens werden berücksichtigt, wie

  • Probenahme,
  • Probentransport und Lagerung,
  • klimatische Einflüsse und
  • die analytischen Beiträge zur Messunsicherheit.

Die auf dieser Seite verlinkte Excel-Datei richtet sich nach den Festlegungen in der Norm ISO 22065. Das IFA wendet sie bei seinen Messverfahren für Gase und Dämpfe an und aktualisiert sie bei Bedarf. Die Versionshistorie der Datei gibt Auskunft über den Aktualisierungsfortlauf.

Die Datei kann nach dem Download individuell angepasst werden.

Berechnungen der erweiterten Messunsicherheit für Verfahren zur Messung von Partikel-Dampf-Gemischen sowie für Verfahren zur Messung von Metallen und Metalloiden sind in Vorbereitung und werden an dieser Stelle in Kürze ergänzt.

Die folgende Tabelle bietet eine Übersicht der bereits vorhandenen ISO-Normen und der zuvor bei CEN erarbeiteten DIN-EN-Normen, die bei Erstellung der ISO-Normen als Grundlage dienten.


ISO CEN
ISO 20581: 2016-11
Workplace air - General requirements for the performance of procedures for the measurement of chemical agents
DIN EN 482:2015-12
Exposition am Arbeitsplatz - Allgemeine Anforderungen an die Leistungsfähigkeit von Verfahren zur Messung chemischer Arbeitsstoffe
ISO 22065: 2019-06
Workplace air - Gases and vapours - Requirements for evaluation of measuring procedures using pumped samplers
DIN EN 1076:2010-04
Exposition am Arbeitsplatz - Messung von Gasen und Dämpfen mit pumpenbetriebenen Probenahmeeinrichtungen - Anforderungen und Prüfverfahren
ISO 21832: 2018-11
Luft am Arbeitsplatz - Metalle und Metalloide in luftgetragenen Partikeln - Anforderungen an die Bewertung von Messverfahren
DIN EN 13890:2010-01
Exposition am Arbeitsplatz - Messung von Metallen und Metalloiden in luftgetragenen Partikeln - Anforderungen und Prüfverfahren
ISO Norm in Vorbereitung:
ISO-CD 23861
Workplace Air - Procedures for measuring a semi-volatile chemical agent using pumped samplers - Requirements and test methods
DIN EN 13936:2014-04
Exposition am Arbeitsplatz - Messung eines als Mischung aus luftgetragenen Partikeln und Dampf vorliegenden chemischen Arbeitsstoffes - Anforderungen und Prüfverfahren

Nutzung

Die auf dieser Seite zur Verfügung gestellte Datei kann unentgeltlich zur Berechnung der erweiterten Messunsicherheit eines Messverfahrens für Gase und Dämpfe in der Luft in Arbeitsbereichen angewendet werden. Für andere Messunsicherheitsbetrachtungen ist sie nicht geeignet. Eine kommerzielle Nutzung ist nicht gestattet.

Haftung

Die Datei zur Berechnung der erweiterten Messunsicherheit wurde mit größtmöglicher Sorgfalt entwickelt und getestet. Dennoch kann für die Richtigkeit der Ergebnisse, gleich aus welchem Rechtsgrund, keine Haftung übernommen werden.

Kontakt

Dipl.-Ing. Petra Heckmann

Fachbereich 2: Chemische und biologische Einwirkungen

Tel: +49 30 13001-3251
Fax: +49 30 13001-38001


Jana Dospil, M.Sc.

Fachbereich 2: Chemische und biologische Einwirkungen

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