Störbeeinflussung von kardialen Implantaten durch elektromagnetische Felder von Warensicherungssystemen

Autor: Paul Milak

Hochschule: Hochschule Bonn-Rhein-Sieg, Bachelorarbeit 2017

Kurzfassung: In Deutschland werden jährlich über 100 000 Herzschrittmacher und Defibrillatoren implantiert und die Tendenz ist steigend. Somit zählen sie zu den am häufigsten eingesetzten aktiven Implantaten. Herzschrittmacher und Defibrillatoren dienen dazu, die Funktion des Herzens zu überwachen, zu unterstützen und gegebenenfalls die Steuerung des Herzrhythmus zu ersetzen. Sie können in ihrer sensorischen Wahrnehmung des Herzrhythmus durch externe elektromagnetische (EM-) Felder potenziell beeinflusst werden.

Im Rahmen dieser Bachelorarbeit wurde eine mögliche Störbeeinflussung kardialer Implantate durch EM-Felder von Warensicherungssystemen untersucht. Dafür wurden die emittierten Felder von sechs aktuell im Einzelhandel eingesetzten Warensicherungssystemen gemessen und bewertet. Die Berufsgenossenschaft Handel und Warenlogistik stellte den Kontakt zu den ausgewählten Betreibern dieser Warensicherungssysteme aus dem Einzelhandel her und begleitete die Messungen vor Ort.

Neben einer Expositionsbewertung für Beschäftigte ohne Implantat gemäß DGUV Vorschrift 15 erfolgte zudem die Bewertung der auftretenden Felder im Hinblick auf eine mögliche Störbeeinflussung für Beschäftigte mit Implantat gemäß der zulässigen Schwellenwerte aus dem Forschungsbericht 451 des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales.

Im Rahmen der Bachelorarbeit konnte gezeigt werden, dass es an einigen Warensicherungssystemen zu Überschreitungen für die Beschäftigten mit und ohne Implantat während ihrer Tätigkeit im Bereich der Warensicherungssysteme kommen kann. Insbesondere bei Warensicherungssysteme mit einer Arbeitsfrequenz unterhalb von 100 kHz kam es zu Überschreitungen der zulässigen Werte. Im Gegensatz dazu wiesen die Warensicherungssystemen mit einer Arbeitsfrequenz im MHz-Bereich deutlich weniger Überschreitungen auf.

 

 

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