German Paralympic Media Award

Preisträgerinnen und Preisträger des German Paralympic Media Award 2020

Mit 137 Einreichungen gab es zum 20. Jubiläum des German Paralympic Media Award wieder einen neuen Rekord an Beiträgen zu vermelden. Die Jurymitglieder haben sich während einer langen Jurysitzung auf die nachfolgenden Preisträgerinnen und Preisträger geeinigt:

Die Preisträgerinnen und Preisträger des Jahres 2020 sind:

Kategorie Artikel
Im Sport stehen selten zwei gleich gute Teilnehmer ganz oben auf dem Siegerpodest – beim German Paralympic Media Award kommt das hingegen vor. Die Jury hat sich in diesem Jahr in der Kategorie Artikel entschieden, zwei Beiträge zu prämieren.
  • Tim Scholz
    Tim Scholz‘ Beitrag "Der Weg nach Tokio" geht ganz nah ran an einen einzelnen Sportler: Der Para-Badminton-Nationalspieler Tim Haller träumt von den Paralympischen Spielen 2020 in Tokio. Der umfangreiche Beitrag beleuchtet verschiedene Aspekte im Werdegang von Tim Haller: Das Leben mit Einschränkungen, als Jugendtrainer und Vorbild, zwischen Job und Sport, am Olympiastützpunkt und auf internationaler Bühne. Nicht zuletzt dieser intensiv recherchierte Facettenreichtum hat die Jury voll überzeugt.
  • Andreas Kehrer
    Andreas Kehrer lässt uns hautnah miterleben, wie die RSB Thuringia Bulls zum besten Rollstuhlbasketballteam Europas geworden sind – und wie sie mit ihrem Verein in die Gesellschaft hineinwirken. Dabei zeigt die Reportage auf, dass Menschen mit Behinderung keineswegs bemitleidet werden müssen. Die Erfolge des Vereins sind ein gutes Beispiel dafür, wie paralympische Sportarten viele Menschen interessieren, inspirieren und begeistern können. "Eine spannende Geschichte gut wiedergegeben", "journalistisch hochwertig" – so urteilt die Jury.
Kategorie Online-Plattform / Social Media-Kanal
  • Andrea Fabian
    Andrea Fabian und ihr Mann Sebastian zeigen auf der Webseite zum einen den Alltag ihrer sechsjährigen Tochter Nomine, die mit einem inkompletten Querschnitt lebt. Zum anderen geht es vor allem um den Sport, den sie mit ihrem Rollstuhl voller Begeisterung ausübt. Die Familie zeigt auf sehr persönliche Weise die Wirkung von Sport auf Selbstwahrnehmung, Selbstwirksamkeit und Inklusion. So helfen sie anderen Eltern, den Sport für ihre Kind mit Behinderung zu entdecken. Die Webseite hat die Jury durch ihre Gradlinigkeit und ihre hohe Emotionalität überzeugt. Das große Engagement der Familie Fabian, die persönlichen Geschichten und Bilder von Nomine und die großartige Vorbildfunktion hat alle in der Jury begeistert.
Kategorie Film / Video
  • Andreas Kramer
    Eine emotionale Reportage über zwei Protagonisten des Blindenfußballs beim FC St. Pauli: Serdal Çelebi, der 2018 als erster Blinder das Tor des Monats bei der ARD geschossen hat, sowie den seit seiner Geburt blinden Kapitän Rasmus Narjes. Die Dokumentation begleitet die beiden und ihre Mannschaft fast ein Jahr lang. Der Film gibt uns viele interessante Einblicke in das Leben der beiden Protagonisten – mit seinen Schwierigkeiten, Widersprüchen und Glücksmomenten. Der Film hat die Jury begeistert, weil er seine Botschaft auf abwechslungsreiche und fesselnde Weise vermittelt, sein Thema, den Blindenfußball, auch formal überzeugend von Anfang bis Ende als roten Faden durchzieht – zum Beispiel durch die Darstellung des Filmtitels in Blindenschrift.
Kategorie Audio
  • Jonas Bargmann und Maurizio Valgolio
    In ihrer Reportage „Spielbeschreiber kommentieren EM-Tor“ berichten Jonas Bargmann und Maurizio Valgolio vom Spiel der deutschen Nationalmannschaft bei der EM in Rom. Sie sorgen per Live-Audiodeskription dafür, dass die Fans die Spiele der DBS-Mannschaft verfolgen können. Jede Aktion, jedes wichtige Detail wird beschrieben, um Verständnis für die Handlungen zu gewährleisten. Der Beitrag wurde auf blindenfussball.net gestreamt und im Netz veröffentlicht. Die Jury des German Paralympic Media Awards war begeistert von der Emotionalität und der Art der Berichterstattung. Die Anspannung, Freude und Begeisterung für den Sport zu transportieren ist den beiden großartig gelungen.
Kategorie Foto
  • Binh Truong
    Das Foto „Grenzenlos“ hat fast schon etwas Surreales: Der Sportler ist hochdynamisch, dazu stehen im Kontrast die eintönigen Gebäude und die entspannten, fast schon gelangweilt wirkenden Kampfrichter. Als Zeugen von Léon Schäfers Sprung – der im paralympischen Weitsprung Gold für das deutsche Team holt. Der Sport steht hier abgehoben im Mittelpunkt. Binh Truong hält die außergewöhnliche Ästhetik perfekt fest. Hochdynamisch und gleichzeitig wirkt das Foto wie ein Moment der Stille. Die Kontraste und zugleich hohe Ästhetik haben die Jury überzeugt.
Sonderpreis 2020
  • Henry Wanyoike
    Henry Wanyoike hat als einzelner Mensch unglaubliches für den inklusiven Sport geleistet – durch seine sportlichen Erfolge, durch sein soziales Engagement und nicht zuletzt durch seine unglaubliche Ausstrahlung. Henry Wanyoike steckt andere mit seinem Glück an und inspiriert sie, er ist ein Vorbild für Menschen mit und ohne Behinderung. Sein Beispiel zeigt, dass es sich lohnt, sein Leben – und damit auch sein Glück – selbst in die Hand zu nehmen, zu arbeiten und zu kämpfen. Medaillen und Rekorde, Engagement und Aktivismus – Henry liefert viele Gründe für Auszeichnungen. Die Jury des German Paralympic Media Awards zeichnet Henry Wanyoike mit dem Sonderpreis 2020 aus.
Ehrenpreis 2020
  • Lars Braesch
    Der Jury des German Paralympic Media Awards geht es auch darum, Menschen zu würdigen, die immer wieder über den Sport von Menschen mit Behinderung berichten. Es sind Journalisten, die über viele Jahre konstant dranbleiben und einen wichtigen Beitrag zu nachhaltigen Journalismus für den Behindertensport leisten. Einer von ihnen ist Lars Braesch – immer wieder berichtet er über den Sport von Menschen mit Behinderung im Fehmarnschen Tageblatt. Genau das ist es, was dieser Sport und die Menschen brauchen: Kontinuität. Für seinen Einsatz bekommt er von der Jury den Ehrenpreis 2020 verliehen.