German Paralympic Media Award

Kategorie Print

Es gab auch bei der diesjährigen Ausschreibung zahlreiche Einreichungen aus den unterschiedlichsten Medien. Die Inhalte waren beeindruckend: Große Emotionen, exzellente Recherchen und Geschichten, die noch lange zum Nach- und Umdenken in Sachen Behindertensport animieren. Hier sind die Preisträgerinnen und Preisträger des German Paralympic Media Awards 2016.

Die Nominierten:

Preisträger in der Kategorie Print

Christoph Cadenbach, Süddeutsche Zeitung Magazin, „Die Mannschaft“

  • Christoph Cadenbachs Arbeit schafft es wie keine andere, mögliche Wege der Inklusion aufzuzeigen, die weit über das Thema Sport hinausgehen.
  • Im Zentrum steht diese Fußball-Mannschaft. Eine Unified-Mannschaft, das heißt insgesamt sieben Spieler, vier mit geistiger Beeinträchtigung und drei ohne.
  • Die Qualität der Arbeit zeigt sich nicht zuletzt auch daran, dass hinterfragt wird, was das überhaupt heißt, „geistige Beeinträchtigung“. Aus Leserperspektive fühlt man sich dadurch unmittelbar aufgefordert, diese Frage für sich selbst zu beantworten.
  • Weiterhin zeigt sich das hohe Niveau in der Schilderung, dass es der Sport schafft, die von der Gesellschaft geübten Denkmuster zu durchbrechen. Tradierte Beschreibungen der Protagonisten, wie beispielsweise „Mentale Entwicklungsstörung“, „geistige Behinderung“ oder „verminderte Intelligenz“ werden im Fußball schlicht ersetzt mit „Er ist unser bester Mann“.
  • Das Setting der Geschichte erlaubt es immer wieder, Gegebenheiten aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten. So schildert Christoph Cadenbach verständlich und äußerst eindrücklich das Entwicklungspotential von Einrichtungen wie den Berliner Werkstätten - aber auch von beteiligten Unternehmen - wenn es darum geht Integration und Inklusion tatsächlich Wirklichkeit werden zu lassen. Wenn wir erfahren, dass lediglich ein Prozent nach abgeschlossener Ausbildung den Schritt in den ersten Arbeitsmarkt schaffen, wird deutlich, wie viel Luft nach oben hier noch ist.
  • Vielleicht sind wir in diesem Fall gut von Friedrich Schiller beraten, welcher schreibt: „Der ernsteste Stoff muss so behandelt werden, dass wir die Fähigkeit behalten, ihn unmittelbar mit dem leichtesten Spiel zu vertauschen.“ Dieses spielerische Element erhellt nicht nur den Alltag der portraitierten Fußballspieler – es zieht sich auch stringent durch diese herausragende journalistische Arbeit selbst. Und das ist vielleicht das bestechendste Argument, diese auszuzeichnen.

Weitere Nominierte