Wer trägt die Kosten für Hautschutz- und Hautpflegemittel?

Hautschutz umfasst nach DGUV Information 212-017 (bisher BGI/GUV-I 8620) "Allgemeine Präventionsleitlinie Hautschutz" die Gesamtheit von Maßnahmen zur Vermeidung von Hauterkrankungen. Dies beinhaltet sowohl persönliche Schutzausrüstung (z. B. das Tragen von Schutzhandschuhen), die Anwendung von Hautschutzsalben vor der Arbeit, die adäquate Hautreinigung aber auch Hautpflegemaßnahmen zur Unterstützung der Regeneration nach der Arbeit. Hautschutz-, -reingungs- und -pflegemittel bezeichnet man zusammengefasst als Hautmittel. Diese Hautmittel sollten aufeinander abgestimmt sein. Bei Hautschutzmitteln ist speziell zu beachten, dass diese für die zu verrichtende Tätigkeit und das Produkt geeignet sein müssen.

Hautschutz- und Hautreinigungsmittel sind vom Arbeitgeber zur Verfügung zu stellen.

Bereits bei geringer Hautgefährdung sind gemäß TRGS 401 Nummer 5.1 "allgemeine Präventionsmaßnahmen" zu ergreifen. Hierunter fallen u. a. auch Hautpflegemittel, d. h. Mittel zur Förderung der Regeneration der Haut. Diese Hautpflegemittel sind nach Arbeitsende und nach der Reinigung anzuwenden (TRGS 401 Punkt 6.1 (2)). Ergibt somit die Gefährdungsbeurteilung bei hautbelastenden Tätigkeiten, dass der Einsatz von Pflegemitteln zur Regeneration der Haut notwendig ist, so sind auch diese gemäß TRGS 401 ("Gefährdung durch Hautkontakt, Ermitteln - Beurteilen - Maßnahmen") durch den Arbeitgeber zur Verfügung zu stellen.

"Feuchtarbeit" kann z. B. bei Tätigkeiten im Spülbereich oder bei Reinigungsarbeiten vorliegen, ebenso dann, wenn flüssigkeitsdichte Handschuhe getragen werden oder wenn eine häufige bzw. intensive Händereinigung durchgeführt wird. Bei Feuchtarbeit hat der Arbeitgeber zusätzlich zu den allgemeinen Maßnahmen weitere Maßnahmen zu treffen (TRGS 401 Nummer 5.3).

Ferner ist bei Feuchtarbeiten von regelmäßig mehr als 2 Stunden eine arbeitsmedizinische Vorsorge als Angebots-, bei mehr als 4 Stunden als Pflichtvorsorge durch den Arbeitgeber zu veranlassen (§§ 4 und 5 ArbMedVV i. V. m. Teil 1 Abs. 1/2 Nr. 2a/2e des Anhanges). Bei der Ermittlung der Kriterien für Feuchtarbeit sind nach 3.3.4 (3) der TRGS 401 die Zeiten der Arbeiten im feuchten Milieu und die Zeiten des Tragens von flüssigkeitsdichten Handschuhen zu addieren, wenn nicht wirksame Maßnahmen zur Regeneration der Haut (z. B. Anwendung von Hautpflegemitteln) getroffen werden.