Welche Anforderungen gibt es an Bodenbeläge im Gastgewerbe?

Bodenbeläge im Gastgewerbe müssen ausreichend rutschhemmend sein, um zu verhindern, dass Beschäftigte ausrutschen und stürzen. Grundsätzlich werden Bodenbeläge entsprechend ihrer Rutschhemmung in fünf verschiedene Bewertungsgruppen R9 bis R13 eingeteilt, wobei die Böden der Gruppe R13 die höchste Rutschhemmung aufweisen.

Wenn im normalen Betriebsablauf eine größere Menge an Flüssigkeit auf den Boden gelangen kann, so muss der Bodenbelag zusätzlich auch Vertiefungen haben, die diese Flüssigkeit aufnehmen können. Dieser sog. Verdrängungsraum wird als V-Wert in Kubikzentimeter pro Quadratdezimeter (cm³/dm²) angegeben.

Auf der Grundlage dieser Einstufung und Bewertung gibt es für die gängigen Betriebsbereiche im Gastgewerbe die folgenden Anforderungen (gemäß Anhang 2 ASR A1.5/1,2):

Großküchen für Gemeinschaftsverpflegung in Kantinen, Mensen, Fernküchen R12 V4
Gastronomische Küchen in Hotels und Gaststätten R12
Aufbereitungsküchen in der Systemgastronomie und in Imbissbetrieben R12
Küchen für die Gemeinschaftsverpflegung in Krankenhäusern / Kliniken R12
Küchen für die Gemeinschaftsverpflegung in Heimen, Schulen, Kindertageseinrichtungen R11
Auftau- und Anwärmküchen, Kaffee- und Teeküchen, Küchen im Hotel garni R10
Spülräume von Großküchen, gastronomischen Küchen, Aufbereitungsküchen R12 V4
Kühl- bzw. Tiefkühlräume für unverpackte Ware R12
Kühl- bzw. Tiefkühlräume für verpackte Ware R11
Gasträume R9
Toiletten R10
Eingangsbereiche und Treppen R9

Aneinander angrenzende Betriebsbereiche sollten sich möglichst nur um eine Rutschbewertungsgruppe unterscheiden, weil sonst gerade diese Übergangsstellen zu Unfallschwerpunkten werden können.

Neben der Rutschhemmung gibt es noch weitere Anforderungen an Bodenbeläge im Gastgewerbe. Wenn beim Entleeren von Kochgeräten oder bei der Reinigung Wasser in größerer Menge anfällt, müssen ausreichend dimensionierte Bodenabläufe vorhanden sein. Dies ist u. a. unter den Ausläufen von Kochkesseln, Kippbrätern oder Wasserbädern erforderlich. Der Boden wird so verlegt, dass zu den Abläufen hin ein leichtes Gefälle vorhanden ist.

Durch die Ablauföffnungen dürfen keine neuen Rutschgefahren oder Stolperstellen entstehen. Daher müssen die darüber liegenden Roste ausreichend stabil, rutschhemmend und bündig mit dem Fußboden verlegt sein.