Welche Bekleidung ist vom Servicefahrer beim Ausliefern von Speisen mit Motorrollern, E-Bikes bzw. Fahrrädern zu tragen?

Die Auslieferung von Speisen mit Zweirädern z. B. mit Motorrollern oder Fahrrädern ist ein steigender Trend in der Außer-Haus-Gastronomie, speziell in Innenstädten. Bei diesen Auslieferungstätigkeiten ist jedoch ein erhöhtes Unfallgeschehen erkennbar. Dies hängt gleichermaßen mit der Art des Transportmittels (Zweirad), der Arbeitsaufgabe (Eile, Fahren in dichtem Verkehr) und mit den Fahrern selbst (oft junge Personen mit geringer Fahrpraxis) zusammen. Da der Zweiradfahrer bei Stürzen oder Kollisionen nicht durch technische Schutzeinrichtung geschützt wird, ist das Tragen geeigneter Bekleidung sehr wichtig. Hinweise, welche Bekleidung zu tragen ist, ergeben sich aus den Vorgaben der Straßenverkehrsordnung (StVO) sowie aus der betrieblichen Gefährdungsbeurteilung.

Servicefahrer, welche mit Motorrollern ausliefern, benötigen neben dem in der StVO geforderten Schutzhelm (bevorzugt Integralhelm)

  • eine Jacke mit Protektoren,
  • eine Hose mit ausreichender Abriebfestigkeit,
  • geeignete Handschuhe, sowie
  • festes Schuhwerk (vorzugsweise knöchelhoch)

um den Servicefahrer bei einem Verkehrsunfall vor Risswunden und Schürfungen zu schützen.

Für Servicefahrer welche mit einem Pedelec 45 (E-Bike mit Höchstgeschwindigkeit bis maximal 45 km/h) ausliefern, besteht laut Straßenverkehrsordnung Helmplicht. Bei Auslieferung mit einem Pedelec 25 (Höchstgeschwindigkeit bis maximal 25 km/h), wird ein geeigneter Helm dringend empfohlen. Wird in der Bedienungsanleitung des E-Bikes auf das Tragen eines geeigneten Helms hingewiesen, so ist das Bestandteil der "bestimmungsgemäßen Verwendung", ansonsten ergibt sich die betriebliche Helmpflicht aus der Gefährdungsbeurteilung des Unternehmens.

Auch Servicefahrer, welche mit einem Fahrrad ausliefern, benötigen einen geeigneten Helm.
Bei der Auslieferung mit dem Fahrrad ergibt sich die betriebliche Helmpflicht aus der Gefährdungsbeurteilung des Unternehmens, da ein geeigneter Fahrradhelm bei einem Verkehrsunfall die Verletzungsfolgen im Kopfbereich drastisch vermindert.

Darüber hinaus sind vom Unternehmer geeignete Maßnahmen gegen Einflüsse des Wettergeschehens zu treffen. Gegen das Durchnässen der Arbeitskleidung durch Niederschläge, die Unterkühlung des Körpers durch Kälte und Wind sowie gegen eine Hautschädigung durch Sonnenstrahlung sind folgende Maßnahmen geeignet:

  • Regenbekleidung (Jacke und Hose)
  • Bekleidung zum Schutz vor Kälte und Wind (bei Motorrollern z. B. Nierengurt und evtl. eine Sturmhaube)
  • Bekleidung zum Schutz vor Sonnenstrahlung, ggf. in Verbindung mit Hautschutz.

Ganz wichtig ist, dass der Zweiradfahrer insbesondere in der Dunkelheit, gut sichtbar ist. Daher sollte die Bekleidung gut reflektierend sein.

Weitere Informationen zum Thema Schutzkleidung für Zweiradfahrer finden sie auf der Internetseite des Instituts für Zweiradsicherheit e. V. (www.ifz.de).