• Maschine zur Härterung

Themenfeld Härtereitechnik und Wärmebehandlung von Leichtmetallen

Es gibt eine große Auswahl an Verfahren zur Wärmebehandlung von Metallen. Die spezifischen Gefahren dabei gehen im Wesentlichen von den eingesetzten Medien und den physikalischen Prozessbedingungen aus.

Häufig verwendete Verfahren:

Wärmebehandlung in Öfen mit Gasatmosphären

Die wesentliche Gefahr bei der Nutzung dieser Öfen geht von den Gasen aus. Wenn sie aus Lecks austreten können, besteht Erstickungsgefahr als Folge von Sauerstoffverdrängung Sauerstoffverdrängung. Diese tritt vor allen Dingen beim Befahren von Anlagen und in kleinen, abgeschlossenen Räumen auf (z. B. in Kellerräumen).

Einige der eingesetzten Gase sind brennbar. Hier müssen technische und organisatorische Maßnahmen ergriffen werden, um einen Brand oder eine Explosion auszuschließen. Kritisch wird die Situation beim Austreten giftiger Gase. Tritt zum Beispiel mit Kohlenmonoxid eines der giftigsten Gase aus, kann der der Allgemeine Grenzwert (AGW) schnell überschritten sein. In Ofenanlagen, die zur Instandhaltung oder Revision befahren werden, sind unbedingt die Vorgaben der BGR 117-1 "Arbeiten in Behältern, Silos und engen Räumen" einzuhalten.

Keramische Mineralfasern dienen in einigen Ofenanlagen als Isolationsmaterial. Aufgrund der Temperaturbelastung kommen teilweise Fasern zum Einsatz, die als krebserzeugend eingestuft sind. In älteren Ofenanlagen besteht sogar die Gefahr, dass asbesthaltiges Isoliermaterial verwendet wurde.

Die wesentlichen Informationen zu diesem Thema sind zusammengefasst in der Broschüre "Sicherheitstechnische Empfehlungen für den Betrieb von Industrieöfen mit Schutzgasatmosphären" des Fachausschusses 8 der Arbeitsgemeinschaft Wärmebehandlung und Werkstofftechnik (AWT).

Wärmebehandlung in Salzbädern

Beim Schmelzen unterschiedlicher Salze in Bädern entstehen Temperaturen von 180°C - 1400°C. Da diese Bäder üblicherweise offen betrieben werden, besteht beim Kontakt mit Wasser die Gefahr von Baderuptionen. Die Eigenschaften der unterschiedlichen Salze werden eingestuft in: sehr giftig, giftig, gesundheitsschädlich, brandfördernd oder ätzend. Die Vorgaben für das Betreiben von Salzbädern sind der BGR 153 "Wärmebehandlung von Metallen in Salzbädern" zu entnehmen.

Wärmebehandlung mit Induktionsanlagen

Für Induktionsanlagen spezifische Gefährdungen gehen von elektrischem Strom und von den elektromagnetischen Feldern aus. Gerade Elektriker sind während der Reparaturarbeiten von Induktionsanlagen elektrischen Gefährdungen ausgesetzt. Denn im Generator der Anlagen treten Spannungen oberhalb der Niederspannungsebene auf. Mit der Reparatur beauftragte Elektriker müssen daher über eine Zusatzqualifikation für diesen Spannungsbereich und über geeignetes Werkzeug verfügen.

In Abhängigkeit von Stromstärke, Induktor und Werkstück treten während der Wärmebehandlung in Induktionsanlagen unterschiedlich hohe elektromagnetische Felder auf. Vorgaben der BGV B11 "Elektromagnetische Felder" sind deshalb einzuhalten. Die Belange von Trägern aktiver oder passiver Implantate müssen vor solchen Einsätzen berücksichtigt werden.

Als Abschreckmedium kamen bei induktiver Härtung vor allem wässrige Polymerlösungen zum Einsatz. Da die Zusammensetzung von Polymerlösungen der Lösung wässriger Kühlschmierstoffe (KSS) sehr ähnlich ist, müssen dafür dieselben Pflegemaßnahmen ergriffen werden.

Ansprechperson

Dipl.-Ing. Wolfram Schmid
Berufsgenossenschaft Holz und Metall
Vollmoellerstraße 11
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Tel.: 0711 1334-13526