• Bildcollage: Brückenkran, Turmdrehkran, Fahrzeugkran

Themenfeld Krane, Winden, Elektrozüge

Krane sind keine Erfindung der Neuzeit. Die Menschen machten sich bereits in der Antike das Hebelgesetz und das Flaschenzugprinzip zunutze, um schwere Lasten mit verhältnismäßig geringem Kraftaufwand zu heben und zu bewegen.

Hebel und Flaschenzug, die einfachsten Hilfsmittel zum Heben von Lasten, werden schon im ältesten bekannten Schriftwerk der Technik, den "Mechanischen Problemen" des Aristoteles (geb. 384 v. Chr.), behandelt. Vitruvius, Architekt und Ingenieur unter Julius Cäsar, berücksichtigte ca. 25 v.Chr. in seinem Werk "De architectura" Vorrichtungen zum Heben von schweren Steinen beim Bau von Tempeln und Staatsgebäuden, und beschrieb u.a. einen Bockkran bestehend aus zwei schräg gestellten, unten gespreizten und durch Seile gehaltenen Balken mit integrierter Seiltrommel. Der griechische Mathematiker Pappos befasste sich etwa 300 n.Chr. mit der Aufgabe, wie ein gegebenes Gewicht durch eine gegebene Kraft zu bewegen sei, und beschrieb eine durch Handkurbel angetriebene Zahnradwinde.

Der Antrieb von schweren Kranen erfolgte meist durch Göpel oder Treträder. In der Mitte des vorherigen Jahrhunderts wurden Dampfmaschinen als Antriebe für Krane eingesetzt, wodurch sich die Hubgeschwindigkeiten und die Tragkraft erhöhten. Eine noch größere Leistungssteigerung brachte dann die Einführung des Elektromotors.

Krane sind definiert als Hebezeuge, bei denen Lasten mit dem Tragmittel gehoben und zusätzlich in eine oder mehrere Richtungen bewegt werden können. Sie sind in vielen Industriebereichen, z.B. Metallerzeugung und -verarbeitung, Hütten- und Bauwesen, Werften, kerntechnische Anlagen oder Transportwesen, im Einsatz. Durch sie können Transportaufgaben schnell, wirtschaftlich und sicher durchgeführt werden. Krane können ortsfest oder ortsveränderlich sein.

Krane werden in der Regel nach den unterschiedlichen Bauarten benannt. So unterscheidet man z.B. Schienenlaufkatzen, Schwenkarmkrane, Wandlaufkrane, Brücken- und Portalkrane, Ausleger-Drehkrane, LKW-Ladekrane, Turmdreh- und Fahrzeugkrane. Die Einteilung nach dem Verwendungszweck ist ebenfalls üblich. So spricht man bezüglich der Klassifizierung (Einstufung/ Eingruppierung) z.B. von Werkstattkranen, Montagekranen, Lagerkranen, Gießereikranen, Gießkranen, Schmiedekranen oder Tiefofenkranen.

Das Themenfeld beschäftigt sich mit den Gefährdungen beim Betrieb von Kranen, Winden und Elektrozügen, und unterstützt Betreiber, Hersteller und andere Berufsgenossenschaften durch fachliche Beratung bei sicherheitstechnischen Fragen, der Eignung und sicheren Verwendung von Kranen entsprechend des Arbeitsplatzes/Arbeitsverfahrens und der Umrüstung von Kranen. Weiter wirkt das Themenfeld auch in nationalen und internationalen Normungsgremien für Krane, Winden und Elektrozüge mit.

Schwerpunkte der Arbeit des Themenfeldes sind sowohl die Ausbildung von Sachkundigen (befähigte Personen) für die Prüfung von Kranen als auch die Fachreferenten-Tätigkeit für von der Berufsgenossenschaft Holz und Metall für die Prüfung von Kranen ermächtigte Sachverständige.