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Gesundheit von Erzieherinnen und Erziehern

Erzieherin beschäftigt ein Kind

Bild: © Frauke Schumann, UK NRW

Die Gesundheit und Sicherheit von Erzieherinnen und Erziehern erfährt eine zunehmende Aufmerksamkeit der Einrichtungsträger, der Politik und der Wissenschaft. Stand in den letzten Jahren in erster Linie das Wohl der Kinder im Vordergrund, ist nun auch die Gesundheit der Beschäftigten in das Bewusstsein der Verantwortlichen und Entscheider im frühkindlichen Bildungsbereich geraten.

Die vorliegenden Studien zur Erzieherinnengesundheit verdeutlichen, dass Beschäftigte in Kindertageseinrichtungen überdurchschnittlich hoch belastet sind, so dass ihre Gesundheit häufig kurz- oder langfristig gefährdet ist. Erzieherinnen und Erzieher leiden vor allem unter psychischen Beeinträchtigungen, Atemwegs- sowie Muskel- und Skeletterkrankungen.

Ursächlich für die gesundheitlichen Beeinträchtigungen dürften zum einen die vielfältigen Anforderungen sein, die Erzieherinnen und Erzieher zu erfüllen haben: Sie gestalten die Bildungsarbeit mit den Kindern, stehen dabei unter 'Beobachtung' der Eltern und müssen häufig gleichzeitig versuchen, familiäre Defizite auszugleichen. Zudem nehmen in den letzten Jahren mehr und mehr die Dokumentations- und Verwaltungsaufgaben zu. Zum anderen spielen aber auch die Arbeitsbedingungen in den Kindertageseinrichtungen eine Rolle. So nennen Erzieherinnen und Erzieher im Projekt "Strukturqualität und ErzieherInnengesundheit" (STEGE) zum Beispiel in Befragungen folgende strukturelle Faktoren, die sie belasten und zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen: zu kleine Räume, das Fehlen von Räumen zu Rückzugs- und Erholungszwecken, zu viele Kinder pro Gruppe, Personalmangel insbesondere bei personellen Ausfällen durch Fortbildungen, Krankheit oder Urlaub sowie Zeitmangel durch zusätzliche organisatorische Aufgaben bzw. Aufgaben, die in den Bereich der mittelbaren pädagogischen Arbeit fallen, wie zum Beispiel Elterngespräche sowie Vor- und Nachbereitung von Aktivitäten und Projekten. Als weitere ge-sundheitlich beanspruchende Faktoren werden von den Erzieherinnen und Erziehern der alltägliche Lärm, die mit der Betreuung und Erziehung verbundenen körperliche Belastungen, der permanente Zeitdruck und die Infektionsgefahr genannt.

Für eine gute Bildungsarbeit in Kindertageseinrichtungen ist seelisches und körperliches Wohlbefinden grundlegend. Deshalb muss in der Diskussion um die Qualität der frühkindlichen Bildung und bei den entsprechenden Entscheidungen auf Trägerebene die Gesundheit von Erzieherinnen und Erziehern einen hohen Stellenwert haben.

Das Themenfeld "Gesundheit von Erzieherinnen und Erziehern" beschäftigt sich u.a. mit folgenden Fragen:

  • Wodurch fühlen sich Erzieherinnen und Erzieher beansprucht? Was macht sie krank?
  • Was sind gesunde und gesundheitsförderliche Arbeitsbedingungen?
  • Wie können die vielfältigen Anforderungen und Aufgaben bewältigt werden?
  • Welche Ressourcen bietet der Kita-Alltag, die geeignet sind, die Gesundheit der Beschäftigten zu stärken?
  • Welche Zusammenhänge gibt es zwischen Merkmalen der Strukturqualität und der Organisationsqualität, dem Belastungserleben und der Gesundheit der Erzieherinnen und Erzieher?
  • Wie sieht ein nachhaltig wirksames Arbeitsschutz- und Gesundheitsschutzmanagement für Kindertageseinrichtungen aus?