FAQ Themenfeld "Baugruben und Gräben"

Bild: BG BAU

1. In welcher Vorschrift ist die Ausführung von Baugruben und Gräben geregelt?

Die UVV "Bauarbeiten", BGV C 22, regelt in den §§ 6 und 28-34 die Anforderungen an sichere Baugruben und Gräben.

2. Müssen Baugruben und Gräben nach DIN 4124 "Baugruben und Gräben-Böschungen, Verbau, Arbeitsraumbreiten" ausgeführt werden?

Die Forderungen der §§ 6 und 28 der UVV "Bauarbeiten" werden erfüllt, wenn DIN 4124 eingehalten wird.

3. Gelten die in Abhängigkeit von der Bodenart in DIN 4124 genannten Böschungswinkel in jedem Fall?

Bei den in der Norm angegebenen Böschungswinkeln kann grundsätzlich auf einen Standsicherheitsnachweis nach DIN 4084 verzichtet werden. Ihre Anwendung ist jedoch an diverse Bedingungen geknüpft. Können diese nicht eingehalten werden, ist entweder ein rechnerischer Nachweis der Standsicherheit zu führen, oder aber, bei vorliegender Erfahrung, der Böschungswinkel bzw. die Wandhöhe zu verringern.

4. Dürfen die in DIN 4124 genannten Böschungswinkel überschritten werden?

Sie dürfen überschritten werden, wenn die Standsicherheit der Böschung rechnerisch nachgewiesen wird, wobei jedoch ein Böschungswinkel von mehr als 80 Grad bei nichtbindigen oder bindigen Böden und von mehr als 90 Grad bei Fels nicht zulässig ist.

5. Ist bei mehr als 3 m tiefen, geböschten Baugruben oder Gräben eine Berme auszuführen?

Die Ausführung von Bermen ist seit 2002 in der DIN 4124 nicht mehr geregelt. Sie können aber aus statischen oder sonstigen Gründen erforderlich oder sinnvoll sein, z. B. für die Installation einer Grundwasserabsenkung.

6. Müssen Grabenverbaugeräte eine Zulassung, d. h. eine Bauartprüfung haben?

Es sollten nur Grabenverbaugeräte eingesetzt werden, bei denen eine Prüfstelle die Konformität, d. h. die Übereinstimmung mit der Herstellernorm DIN EN 13331-1 im Rahmen einer Bauartprüfung bestätigt hat (s. Pkt. 5.2.2 DIN 4124)

7. Warum sind Grabenverbaugeräte nicht mit dem CE- Zeichen gekennzeichnet?

Es dürfen nur Produkte mit dem CE- Zeichen gekennzeichnet werden, wenn dies in einer EG Richtlinie vorgesehen ist. Da Grabenverbaugeräte nicht unter den Geltungsbereich der EG Maschinenrichtlinie fallen und auch keine andere Richtlinie sie erfasst, dürfen sie nicht mit dem CE- Zeichen gekennzeichnet werden.

8. Bis zu welcher Tiefe dürfen Grabenverbaugeräte eingesetzt werden?

Die maximale Einsatztiefe ergibt sich aus der Verwendungsanleitung des Herstellers. Hierbei sind auch die dann maximal zulässige Länge der Stützbauteile (Streben oder Rahmen) und ihre Anordnung in der Höhe zu beachten.

9. Dürfen für den Waagerechten Verbau Bohlen mit einer Dicke von weniger als 5 cm eingesetzt werden?

Bei einer Tiefe bis 1,25 m ist dies zulässig, wenn außer der Standsicherheit des Verbaus auch seine Gebrauchstauglichkeit nachgewiesen wird.

10. Müssen bei der Verwendung von stählernen Kanalstreben die Spindelköpfe wechselseitig angeordnet werden?

Die wechselseitige Anordnung ist aus statischen Gründen nicht erforderlich und wird daher seit der Ausgabe 2002 der DIN 4124 nicht mehr gefordert.

11. Wie ist die Mindestbreite eines Grabens zu ermitteln, wenn in diesem sowohl eine Versorgungsleitung als auch eine Abwasserleitung verlegt werden?

Da für Versorgungsleitungen die DIN 4124, für Abwasserleitungen die DIN EN 1610 die maßgebende Norm für die Ermittlung der Mindestgrabenbreite ist, muss wie folgt verfahren werden. Die Abstände der Leitungen zum Verbau bzw. zur Grabenwand ergeben sich aus der jeweils zutreffenden Norm. Für den Abstand der Leitungen untereinander ist der in Abhängigkeit von Leitungsart und Außendurchmesser bzw. Nenndurchmessser ermittelte größere Wert maßgebend.