FAQ Themenfeld "Gebäudereinigung"

1. Bis zu welcher Höhe dürfen weibliche Mitarbeiter auf Leitern steigen?
Grundsätzlich ergibt sich aus den Vorschriften keine Unterscheidung zwischen weiblichen und männlichen Mitarbeitern. Die Notwendigkeit, eine Leiter zu benutzen, wird über die Gefährdungsbeurteilung ermittelt. Eine individuelle Beschränkung kann sich dabei für bestimmte Mitarbeiter aus der persönlichen Konstitution ergeben.
Aus praktischen Erwägungen ist es üblich, in der Unterhaltsreinigung die Reinigung waagerechter und senkrechter Flächen nur bis zu einer bestimmten Höhe (i.d.R. zwischen 1,60 und 1,80m) durchzuführen. Hintergrund: Reinigungskräfte in der Unterhaltsreinigung führen in der Regel keine Steighilfe (Tritt, Leiter) mit sich.

2. Inwieweit gilt die Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) für Gebäudereiniger?
Die Arbeitsstättenverordnung gilt im Betrieb des Gebäudereinigers und überall da, wo Reinigungsarbeiten im Bereich von Betrieben durchgeführt werden. Zum Beispiel bei Reinigung in einem ausschließlich als Wohnhaus genutzten Gebäudes gilt die ArbStättV nicht. Trotzdem muss der Gebäudereinigungsunternehmer im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung die Kriterien für das sichere Arbeiten festlegen.

3. Braucht man einen "Führerschein" für das Bedienen von Hubsteigern oder Fassadenbefahranlagen?
Der Unternehmer legt in seiner Gefährdungsbeurteilung fest, wen er für geeignet hält. Als Mindestanforderung gilt:
Mit der selbstständigen Bedienung von Hebebühnen dürfen nur Personen beschäftigt werden, die

  • das 18. Lebensjahr vollende haben,
  • in der Bedienung der Hebebühne unterwiesen sind, und
  • ihre Befähigung hierzu gegenüber dem Unternehmer nachgewiesen haben.
Die betreffenden Personen müssen zur Bedienung solcher Einrichtungen vom Unternehmer schriftlich beauftragt sein.

4. In welchen Fällen ist in Hubsteigern eine Anseilsicherung erforderlich?
Grundsätzlich legen einerseits der Hersteller in seiner Betriebsanleitung und andererseits der Arbeitgeber auf Grundlage seiner Gefährdungsbeurteilung geeignete Maßnahmen zum Schutz der Benutzer fest. Im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung sind auch die Risiken des Herausstürzens aus dem Arbeitskorb zu berücksichtigen.
Wenn sich das Risiko des Herausfallens oder Herausschleuderns aus dem Arbeitskorb ergibt, dürfen nur Hubarbeitsbühnen eingesetzt werden, die über geeignete Anschlageinrichtungen, ausgelegt für min. 3 kN, besser 6 kN verfügen. Bei der Bewertung der Gefährdungen sind die verbleibenden Restrisiken, wie z. B. die Verletzungsgefahren beim Auffangvorgang und das Umkippen der Hubarbeitsbühne als Folge des Auffangvorganges mit einzubeziehen.

5. Sind in jedem Fall Ersthelfer aus dem eigenen Betrieb erforderlich oder kann das auch anders organisiert werden?
Es ist nirgendwo, dass nur solche Personen die Ersthelferfunktion übernehmen können, im eigenen im Unternehmen beschäftigt sind. Somit kann diese Aufgabe auch auf andere anwesende Personen übertragen werden. Werden mehrere Unternehmer in einer Betriebsstätte oder Baustelle tätig, können sie sich wegen des Einsatzes der Ersthelfer absprechen. Wird in einem Fremdbetrieb gearbeitet, kann in Absprache mit diesem auf die Erste-Hilfe-Organisation dieses Betriebes zurückgegriffen werden. Die entsprechenden Vereinbarungen bzw. Festlegungen sind in der Gefährdungsbeurteilung zu dokumentieren.

6. Ist Alleinarbeit zulässig?
Alleinarbeit ist nicht verboten. Der Unternehmer muss dann durch entsprechende Maßnahmen dafür sorgen, dass durch die Alleinarbeit keine besondere Gefährdung entsteht. Der Unternehmer hat die Erste Hilfe durch wirksame Maßnahmen sicherzustellen. Im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung ist festzulegen, welche Meldeeinrichtung vorzusehen ist, ob vom Telefon über Sprechfunkgeräte bis hin zur willensunabhängigen Personen-Notsignal-Anlage.
Weitere Informationen: BG-Regel "Einsatz von Personen-Notsignal-Anlagen" (BGR 139)

7. Darf man den Staubsauger an jede Steckdose im Objekt anschließen?
Im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung muss sich der Unternehmer auch um den sicheren Einsatz elektrischer Betriebsmittel Gedanken machen. Hilfe bietet die BGI 608: Steckdosen in einer bestehenden Installation sollen unter folgenden Voraussetzungen direkt als Anschlusspunkt verwendet werden.

  1. Geprüfte Steckdose mit geeigneter Fehlerstrom-Schutzeinrichtung (RCD):
    Die Steckdose muss nachweislich frei von Installationsfehlern sein. Die Schutzmaßnahmen müssen bekannt und die Prüfungen nachgewiesen sein
  2. Steckdose mit unbekannter Schutzmaßnahme:
    Um diese Steckdosen einer Gebäudeinstallation nutzen zu können, ist ein zusätzlicher Schutz erforderlich. Dieser kann durch eine ortsveränderliche Fehlerstrom-Schutzeinrichtung (PRCD nach VDE 0661) realisiert werden.