Schutz gegen Störlichtbogen

Neue Prüfgrundsätze der Prüf- und Zertifizierungsstelle des Fachausschusses Elektrotechnik

05.09.2008

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 © Geschäftsstelle BG-PRÜFZERT

Bei Arbeiten an unter Spannung stehen elektrischen Anlagen und Betriebsmitteln muss das Risiko hinsichtlich der Gefahr durch Störlichtbogen bewertet werden. Störlichtbögen entstehen in der Regel durch Kurzschluss zwischen den elektrischen Leitern.
Hierbei entlädt sich die elektrische Energie in kürzester Zeit (bis zum Ansprechen des jeweiligen Schutzorgans). Der Elektriker ist in dieser Zeit der Einwirkung des Störlichtbogens ausgesetzt.

In Betrieben stellt der Unternehmer seinen Beschäftigten einen entsprechenden Gesichtsschutz zur Verfügung, der vor den Folgen des Störlichtbogens im Gesichtsbereich schützt.

Der Elektriker-Gesichtsschutz ist ein Produkt, das in den Geltungsbereich der Richtlinie 89/686/EWG "Persönliche Schutzausrüstungen"“ fällt. Diese Richtlinie schreibt vor, dass Produkte, die vor Risiken gegen elektrische Energie schützen, in die Zertifizierungskategorie III fallen und vor dem Inverkehrbringen durch eine zugelassene Stelle einer EG-Baumusterprüfung unterzogen werden müssen.

Jahrelang wurde zur Bewertung des Elektriker-Gesichtsschutzes die DIN EN 166 als alleinige Bewertungsgrundlage herangezogen. Aus der Vergangenheit war bekannt, wie sich verschiedene Materialien und Materialstärken der Sichtscheiben des Elektriker-Gesichtsschutzes im Störlichtbogen hinsichtlich der Standfestigkeit verhalten.

Auf Grund neuester Erkenntnisse hat sich herausgestellt, dass neben den Einflüssen aus der Plasmawolke ebenfalls die Wärmestrahlung, die durch das Gesichtsschutzschild dringt, zu Verbrennungen der Haut führt.

Mit Blick auf verschiedene Störlichtbogenintensitäten ist bei den bisher zertifizierten Produkten nicht zu erkennen ob sie für den jeweiligen Anwendungsfall geeignet sind. Während die DIN EN 61482-1-2 für Schutzkleidung gegen thermische Gefahren eines Lichtbogens zwei Schutzklassen kennt, ist dies bei der DIN EN 166 nicht der Fall.

Auf Grund der Kombination von Schutzkleidung und Gesichtschutz ist es sinnvoll diese Klassen auch für den Gesichtsschutz heranzuziehen. Die neuen Prüfgrundsätze GS-ET 29 berücksichtigen dies mit zwei Zusatzanforderungen, die die bisherigen Anforderungen der EN 166 ergänzen und so eine Konformität mit der PSA-Richtlinie sicherstellen.

Produkte, die den Zusatzanforderungen des Prüfgrundsatzes entsprechen, tragen eine entsprechende Kennzeichnung, z.B. 8 – 1 – 0 (8: Schutz gegen Störlichtbogen gemäß EN 166, 1: Störlichtbogenklasse, 0: Lichttransmissionsklasse).

Die Prüf- und Zertifizierungsstelle wird die Festlegungen des Prüfgrundsatzes in die Überarbeitung der EN 166 einbringen, um die normativen Anforderungen an Elektriker-Gesichtsschutz in diesen Punkten zu erweitern und so dem Anwender ein höheres Maß an Sicherheit zu bieten.

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Die Fachausschüsse wie der Fachausschuss Eletrotechnik sind Einrichtungen der Deutschen Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV). In den Fachaussschüssen werden Erkenntnisse und Erfahrungswissen für alle gesetzlichen Unfallversichungsträger übergreifend zusammengeführt, um praktische Lösungen für Arbeitsschutzprobleme zu entwickeln.

Der größte Teil der DGUV-Fachausschüsse hat Prüf- und Zertifizierungsstellen eingerichtet, die Mitglied im BG-PRÜFZERT sind.
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BG-PRÜFZERT-Prüfgrundsätze GS-ET-29: Zusatzanforderungen für die Prüfung und Zertifizierung von Elektriker-Gesichtsschutz

Prüf- und Zertifizierungsstelle des Fachausschusses Elektrotechnik

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