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Projektziele und -ergebnisse

Abbildung 1: Belastungsprofile

Übergriffsgeschehen

Abbildung 2:
Übergriffsgeschehen

abba

  • ermittelte anhand eines Fragebogens die physischen und psychischen Belastungen der Beschäftigten
  • analysierte anhand eines speziell entwickelten Fragebogens Art und Folgen von Übergriffen auf die Beschäftigten
  • verglich mit Hilfe der Datenerhebung die unterschiedlichen Belastungsprofile der Beschäftigten
  • leitete allgemeine und unternehmensspezifische Präventionsschwerpunkte ab
  • setzte praxisorientierte Präventionsmaßnahmen in den beteiligten Jobcentern um
  • entwickelte ein ganzheitliches Präventionsprogramm "Gewaltfreier Arbeitsplatz" und setzte es um
  • sorgte für eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen
  • diente der Bildung von Netzwerken zum Informations- und Wissenstransfer

Ergebnisse

Ein Überblick zu den Erhebungsergebnissen hinsichtlich der Belastungen und der Übergriffssituation sind den Grafiken zu entnehmen.

Belastungen
Die Bewertungen der Beschäftigten in Bezug auf die soziale Unterstützung am Arbeitsplatz, die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben fallen ebenso in den Normbereich, wie die Führungsqualität, die Entwicklungsmöglichkeiten und die Rollenklarheit. Negativ traten die Einschätzungen im Hinblick auf die quantitativen Anforderungen hervor, d. h. die Beschäftigten sehen sich mit einer hohen Arbeitsmenge konfrontiert. Des Weiteren verweisen die Werte auf einen geringen Einfluss bei der Arbeit, eine geringe Verbundenheit mit der Arbeit und eine geringe Bedeutung der Arbeit. Kritisch sind weiterhin die Ergebnisse hinsichtlich dem Grad an emotionaler Erschöpfung der Beschäftigten. Die Belastungssituation der Beschäftigten hat sich teilweise verbessert (z. B. bei den quantitativen Anforderungen oder der Rollenklarheit), ist in weiten Teilen jedoch sehr ähnlich zu der Ausgangssituation (siehe Abbildung 1).
In Bezug auf die Belastungssituation der Beschäftigten treten Abteilungsunterschiede auf, die nicht unerwähnt bleiben sollen. Insgesamt geben die Beschäftigten der Leistungsabteilung höhere Belastungswerte an als die Beschäftigten der Vermittlungsabteilung (insbesondere im Bereich der quantitativen Anforderungen).

Bedrohungen
Bei allen betrachteten Formen von Gewalt konnten Verbesserungen während der Projektlaufzeit erzielt werden. Trotzdem sind die Beschäftigten noch immer jeden Tag mit Verweigerungshaltungen und alkoholisierten oder unter Drogen stehenden Kunden konfrontiert. Verbale Aggressionen kommen wöchentlich, Randale monatlich vor. Massive Übergriffe, wie Bedrohungen und körperliche Angriffe sind äußerst seltene Begebenheiten (siehe Abbildung 2).

Organisation des Arbeitsschutzes
Zu Beginn des Projekts gab es in keinem Jobcenter entsprechende Strukturen und Maßnahmen. Durch die Teilnahme am Projekt und die damit verbundenen Begehungen in den Einrichtungen wurden die technischen und organisatorischen Mängel erkannt und noch währen der Projektlaufzeit eine Vielzahl von ihnen beseitigt. In diesem Bereich haben die Jobcenter besonders vom Projekt profitiert.

Präventionsmaßnahmen im "abba"-Projekt (beispielhafte Aufzählung)

  • Einstellung von zusätzlichem Personal, Abbau von Überstunden, Reorganisation von Teams, genauere Beschreibung von Aufgaben und Zuständigkeiten
  • Seminare zum Stressabbau, Supervision, Förderung kollegialer Beratung
  • Bauliche Maßnahmen, wie Ein- und Umbau von Kundentheken, Einbau von Fluchttüren zwischen den Büros, Optimierung der Wartezonen oder Verbesserung der Alarmierungsmöglichkeiten
  • Seminare zur gewaltfreien Kommunikation und Deeskalation
  • Organisatorische Maßnahmen, wie die gezielte polizeiliche Ansprache von Straftätern, die Beschäftigte in den Jobcentern bedroht hatten, kompromissloses Anzeigen jeder Straftat

Gesamtbewertung
Insgesamt wurde das "abba"-Projekt von den beteiligten Jobcentern positiv beurteilt. Mit den umgesetzten Maßnahmen vor Ort konnte das Bewusstsein für Sicherheit und Gesundheit aller Beteiligte gestärkt werden. Viele der beteiligten Jobcenter haben die im Projekt aufgebauten Strukturen in die reguläre Organisationsstruktur eingebunden und damit die Voraussetzung für die konsequente Weiterverfolgung der angestoßenen Veränderungen geschaffen.