Eichendorf: "Deutschland keinesfalls Schlusslicht beim Arbeitsschutz"

Vision Zero braucht Vorrang für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit

21.09.2018

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Dr. Walter Eichendorf widerspricht den Aussagen in der ARD-Sendung plusminus (© DGUV)

Zur Berichterstattung in der ARD-Sendung plusminus über die Situation des Arbeitsschutzes in Deutschland erklärt der stv. Hauptgeschäftsführer der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV), Dr. Walter Eichendorf:

"Jeder Mensch, der sein Leben aufgrund eines Arbeitsunfalls verliert, ist einer zu viel. Das muss gerade vor dem Hintergrund gesagt werden, dass es in der ersten Jahreshälfte 2018 206 tödliche Arbeitsunfälle gegeben hat. Daraus abzuleiten, Deutschland sei das Schlusslicht in Sachen Arbeitsschutz, ist jedoch unseriös. Laut einer weltweiten Recherche des Arbeitsministeriums von Singapur ist Deutschland nur eines von vier Ländern auf der Welt, die nachhaltig über mehrere Jahre weniger als einen tödlichen Arbeitsunfall pro 100.000 Beschäftigte erreicht haben.

Wir alle zusammen sollten uns dennoch nicht auf diesen Lorbeeren ausruhen. Deshalb arbeiten staatliche Aufsicht und gesetzliche Unfallversicherung auch Hand in Hand dafür, dass die Zahl der schweren und tödlichen Arbeitsunfälle weiter sinkt. Für dieses Ziel, die Vision Zero, gehen allein auf Seiten der Berufsgenossenschaften und Unfallkassen jeden Tag über 2.500 Präventionsfachleute in die Betriebe. Die gesetzliche Unfallversicherung schult jedes Jahr fast 400.000 Menschen in Fragen der Sicherheit und Gesundheit und weitere 2 Millionen in Fragen der Ersten Hilfe am Arbeitsplatz. Mit der Kampagne 'kommmitmensch' unterstützen BGen, UKen und die DGUV derzeit die Betriebe bei der Förderung der Kultur der Prävention.

Es stimmt, dass es noch Betriebe gibt, in denen in Sachen Sicherheit einiges im Argen liegt, was immer wieder auch zu schweren Unfällen führt. Überwachung ist in diesen Fällen das richtige Mittel. Klar ist aber auch: Kontrolle kann nicht alles sein. Weitere Fortschritte bedürfen nicht nur ausreichender Ressourcen für die Überwachung und Beratung – zwei Seiten derselben Medaille –, sondern auch des politischen und gesellschaftlichen Willens, Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit Vorrang einzuräumen."

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