SARS-CoV-2 – Schutzstandards für Bildungseinrichtungen

Besondere technische Maßnahmen

  • Gestaltung der Lern-, Lehr- und Arbeitsplätze
    Abstand halten

    Unterrichtsräume und Lehrerzimmer

    Alle zur Nutzung freigegebenen Räume sollen so gestaltet werden, dass der Mindestabstand von 1,5 m zwischen Schülerinnen, Schülern, Lehrkräften und allen weiteren Personen eingehalten werden kann. Dies bedeutet, dass die Tische und Stühle in den Unterrichtsräumen und im Lehrerzimmer entsprechend weit auseinandergestellt werden sollen. Die maximale Gruppengröße richtet sich somit nach der Raumgröße. Überzähliges Mobiliar soll nicht im Flur abgestellt werden, da die Flucht- und Rettungswege von Brandlasten und Hindernissen freizuhalten sind. Zur Umsetzung der Handhygiene sollen leicht erreichbare Waschbecken in den Räumen mit Seifenspendern, Einmalhandtüchern (Textil oder Papier) und ggf. Auffangbehältern ausgestattet werden. Dies schließt das vorausschauende Auffüllen von Flüssigseife und Einmalhandtüchern ein. Die Händewaschregeln sollen ausgehängt werden.

    In besonderen Fällen kann das Aufstellen von transparenten Abtrennungen sinnvoll sein, wenn aufgrund der schulischen Abläufe die Abstandsregel nicht eingehalten werden kann. Hinsichtlich der Durchführung von Fach- und Sportunterricht sind die länderspezifischen Regelungen zu berücksichtigen.

    Verkehrswege

    Verkehrswege innerhalb der Räume, auf den Fluren und an den Ein- und Ausgängen sollen eindeutig gekennzeichnet sein, z. B. durch rutschfeste Bodenmarkierungen, damit auch hier der Mindestabstand von 1,5 m eingehalten wird. Wenn die Räumlichkeiten es zulassen, sollten Einbahnwegeregelungen getroffen werden.

    Sekretariat und Hausmeisterraum

    Für das Sekretariat und den Hausmeisterraum als Anlaufstationen für zahlreiche schulische Belange sollen je nach Situation vor Ort besondere Vorkehrungen getroffen werden, z. B. bei vorhandener Theke und auch zur Abtrennung bei mehreren Arbeitsplätzen Aufstellung einer transparenten Schutzwand, rutschfeste Bodenmarkierungen zur Kennzeichnung von Wartebereichen und Verkehrswegen, Aufstellen von Hinweisschildern "Bitte nur einzeln eintreten".


  • Sanitärräume, Mensa, Pausenbereiche

    Sanitärräume

    Die Sanitärräume sollen mit einer ausreichenden Anzahl an Seifenspendern, Einmalhandtüchern (Textil oder Papier) und ggf. Auffangbehältern ausgestattet werden. Dies schließt das vorausschauende Auffüllen von Flüssigseife und Einmalhandtüchern ein. Die an die Situation angepassten Reinigungsintervalle der Sanitärräume sollen im schulischen Hygieneplan festgelegt werden. Es wird empfohlen, Sanitärräume mindestens einmal (arbeits-)täglich zu reinigen.

    Die Anzahl der Schülerinnen und Schüler bei der Nutzung der Sanitärräume soll so festgelegt sein, dass der Mindestabstand von 1,5 m eingehalten werden kann. Auf das Abstandsgebot und die Regeln der Nutzung sollte durch Hinweisschilder und rutschfeste Bodenmarkierungen auch innerhalb der Räume hingewiesen werden. Gegebenenfalls ist insbesondere in den Pausen eine Aufsicht am Eingang zu den Sanitärräumen erforderlich. Hinweise zur richtigen Handhygiene sollen altersabhängig im Waschbereich aufgehängt werden.

    Mensa

    Der Mensabetrieb sollte in Abhängigkeit von der Nutzung zeitversetzt erfolgen, um Warteschlangen bei der Essensausgabe und Geschirrrückgabe zu vermeiden. Bei der Aufstellung von Tischen und Stühlen soll der Mindestabstand von 1,5 m eingehalten werden. Auf ausreichend breite Verkehrswege soll beim Begegnungsverkehr geachtet werden (ca. 2,50 m), so dass man sich unter Einhaltung des Mindestabstands begegnen kann.

    Verkehrswege und Abstandsregeln sollten durch Hinweisschilder, rutschfeste Bodenmarkierungen o. ä. kenntlich gemacht werden. Die Essens- und Besteckausgabe sollte durch vorkonfektionierte Speisen und Besteck auf Tabletts oder durch wunschgemäße Zusammenstellung der Speisen durch die Beschäftigten der Mensa erfolgen. Selbstbedienung soll grundsätzlich nicht möglich sein. Das Bedienpersonal an der Essensausgabe soll durch mechanische Barrieren geschützt sein. Vor Eintritt und Nutzung der Mensa soll die Möglichkeit zur Handhygiene gegeben werden.

    Pausenbereiche

    Die Pausenbereiche (Räume, Freiflächen) sollen so gestaltet sein, dass der Mindestabstand von 1,5 m eingehalten werden kann. Zugewiesene Bereiche sollen eindeutig, z. B. durch rutschfeste Bodenmarkierungen oder Hinweisschilder gekennzeichnet werden und die Anzahl der Schülerinnen und Schüler soll abhängig von der Größe der Bereiche festgelegt werden. Die Aufsichtsregelung sollte an die besonderen Erfordernisse angepasst werden. Vor Eintritt und Nutzung der Pausenbereiche soll die Möglichkeit zur Handhygiene gegeben werden.


  • Lüftung
    Lüftung

    Zur Gewährleistung der Hygiene und der Reduzierung möglicherweise in der Luft vorhandener Erreger sollen die Räume regelmäßig im Tagesverlauf (möglichst alle 20 Minuten) in Form von Stoßlüftung gelüftet werden. Unter Stoßlüftung wird ein kurzzeitiger, intensiver Luftaustausch verstanden (ca. 3 bis 10 Minuten). Die Lüftung sollte über möglichst weit geöffnete Fenster und Türen außerdem vor dem Unterricht bzw. nach der Raumnutzung am Ende des Tages und in den Pausen sowie ggf. auch während des Unterrichts durchgeführt werden. Die Dauer der Lüftung sollte im Sommer bis zu 10 Minuten, im Frühjahr/Herbst 5 Minuten und im Winter 3 Minuten betragen.

    Das Intervall zum Lüften hängt von verschiedenen Faktoren ab (z. B. Raumgröße, Personenanzahl). Eine Hilfe zur Beurteilung der Luftqualität kann die Ermittlung der CO2-Konzentration im Raum sein. Entsprechend der Technischen Regel für Arbeitsstätten „Lüftung“ (ASR A3.6) ist eine CO2-Konzentration bis zu 1000 ppm akzeptabel. In Zeiten der Epidemie sollte dieser Wert soweit wie möglich unterschritten werden. Mit Hilfe der CO2-App oder ähnlicher Rechenprogramme kann der Verlauf der CO2-Konzentration in Unterrichtsräumen in Abhängigkeit von der Personenzahl und der Raumgröße abgeschätzt und der Zeitpunkt für eine Lüftungspause ermittelt werden. Eine zusätzliche Messung der CO2-Konzentration zwecks Monitoring wird empfohlen. Hier gibt es sogenannte CO2-Ampeln oder entsprechende Messgeräte.

    Messungen und Untersuchungen haben gezeigt, dass bereits nach 20 Minuten Unterrichtszeit die CO2-Konzentration von 1.000 ppm erreicht werden kann.

    Das Übertragungsrisiko über Raumlufttechnische Anlagen (RLT) wird nach gegenwärtigem Kenntnisstand insgesamt als gering eingestuft, wenn sie über geeignete Filter (HEPA-Filter) verfügen oder einen hohen Außenluftanteil zuführen. Von einer Abschaltung von RLT-Anlagen wird abgeraten, da dies zu einer Erhöhung der Aerosolkonzentration in der Raumluft und damit zur Erhöhung des Infektionsrisikos führen kann. Es wird empfohlen, Betriebszeiten von nicht dauerhaft betriebenen RLT-Anlagen vor und nach der Nutzungszeit der Räume zu verlängern. RLT-Anlagen in Sanitärräumen sollen während des schulischen Betriebs dauerhaft eingeschaltet sein.

    Der Umluftbetrieb von zentralen Lüftungsanlagen soll vermieden oder zumindest auf ein Minimum reduziert werden. Lüftungsanlagen oder auch mobile Klimaanlagen, die die Raumluft nur umwälzen (z. B. zur Kühlung), sollen abgeschaltet werden.

    Können in einem Raum Fenster nicht geöffnet werden und ist keine funktionsfähige RLT-Anlage vorhanden, kann der Raum für den Unterricht nicht genutzt werden.


  • Lernen und Arbeiten am häuslichen Lern- und Arbeitsplatz

    Gleichzeitig mit der schrittweisen Wiederaufnahme des Schulbetriebs und dem damit verbundenen Präsenzunterricht findet weiterhin für Lehrkräfte, Verwaltungspersonal und Schülerinnen und Schüler vermehrtes Lernen und Arbeiten im häuslichen Umfeld statt. Die DGUV, die Kampagne Kommmitmensch und die Initiative Neue Qualität der Arbeit haben Empfehlungen für Arbeitgebende und Beschäftigte zur Nutzung des Homeoffice veröffentlicht:


  • Konferenzen und Dienstbesprechungen

    Konferenzen, Dienstbesprechungen und ähnliche Gremiensitzungen sollen auf ein Minimum reduziert werden. Als Präsenzveranstaltung sollen sie nur dann durchgeführt werden, wenn der Mindestabstand von 1,5 m eingehalten werden kann. Nach Möglichkeit soll der Austausch über Telefonkonferenzen, Videokonferenzen und / oder E-Mail erfolgen.