SARS-CoV-2 – Schutzstandards für Bildungseinrichtungen

Besondere personenbezogene Maßnahmen

  • Mund-Nase-Schutz (MNS), Atemschutzmasken und Persönliche Schutzausrüstung (PSA)
    Mund-Nase-Bedeckung

    Die wichtigsten Maßnahmen zum Infektionsschutz sind das Einhalten des Mindestabstands, der Husten- und Niesetikette und eine sorgfältige Händehygiene. In der Schule und auf dem Schulgelände soll ein Mund-Nase-Schutz (MNS) getragen werden bei unvermeidbarem Kontakt zu anderen Personen oder in Situationen, in denen der Mindestabstand oder die Regelungen zur Raumbelegung (z. B. Mindestgrundflächen) nicht eingehalten werden können.

    Außerdem soll MNS bei der Benutzung der Verkehrswege getragen werden. MNS schützt dabei nicht die Trägerin oder den Träger, sondern bedingt in direkter Nähe befindliche Personen (Fremdschutz). Die Schulleitung legt auf Grundlage der Gefährdungsbeurteilung Bereiche fest, in denen aufgrund der Personendichte der Abstand nicht gesichert und dauerhaft eingehalten werden kann und somit das Tragen von MNS verpflichtend ist. Unabhängig davon können die zuständigen Ministerien der einzelnen Länder besondere Regelungen treffen, die zu beachten sind.

    Können aufgrund der schulischen Abläufe die Abstandsregeln sowie die Regelungen zur Raumbelegung nicht eingehalten werden, wird das Tragen von MNS auch im Unterricht für die Schülerinnen und Schüler empfohlen. Ist das Tragen eines MNS auch im Unterricht erforderlich, soll darauf geachtet werden, dass ausreichende Zeiten ermöglicht werden, in der der MNS abgelegt werden kann (Kurzpausen). Es wird empfohlen, wenn die vorgenannten Kurzpausen nicht durchgeführt werden können, nach drei Stunden Tragezeit eine anschließende Erholungsdauer von 15 – 30 Minuten zu ermöglichen.

    Vor dem Anlegen des MNS sollten die Hände gründlich gewaschen werden. Der MNS sollte Nase und Mund bedecken und an den Seiten eng anliegen. Beim Anlegen ist darauf zu achten, dass die Innenseite nicht berührt wird. Die Maske soll ausgetauscht werden, wenn sie durch Atemluft durchfeuchtet ist. Beim Abnehmen sollte die Maske möglichst nur an den Bändern berührt werden. Es wird empfohlen, mehrere Masken mit sich zu führen. Für Personen, denen vor Ort keine Maske zur Verfügung steht, sollte ein Vorrat bereitgehalten werden. Eine Maske darf nicht mit einer anderen Person geteilt werden.

    Es ist darauf zu achten, dass eine geeignete Maske getragen wird. Das Tragen von Visiermasken / Gesichtsschildern als Ersatz für einen MNS ist nicht ausreichend. Ob Atemschutzmasken für Lehrkräfte notwendig sind, ist im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung zu ermitteln. Atemschutzmasken können dann sinnvoll sein, wenn ein Schutz der Beschäftigten durch MNS nicht ausreichend ist und Masken mit der Funktion des Eigenschutzes notwendig sind. Dabei sind auch länderspezifische Vorgaben zu beachten. Ist es in bestimmten Lehr- und Lernbereichen erforderlich, dass PSA getragen werden muss, so soll strikt auf die ausschließlich personenbezogene Benutzung und Aufbewahrung geachtet werden.


  • Unterweisung und aktive Kommunikation
    Kommunikation

    Alle am Schulleben beteiligten Personen sind über die eingeleiteten Präventionsund Arbeitsschutzmaßnahmen zu unterweisen. Die Unterweisungen erfolgen anlassbezogen (z. B. vor Wiederaufnahme des Unterrichts, vor der Durchführung von Prüfungen) und werden an die aktuellen Entwicklungen angepasst. Die Schulleiterin bzw. der Schulleiter und der Sachkostenträger stellen im Rahmen ihrer Zuständigkeit und in Absprache sicher, dass alle Beschäftigten sowie Schülerinnen und Schüler über die persönlichen und organisatorischen Hygieneregeln in der Schule unterwiesen sind (Abstandsgebot, Husten- und Niesetikette, Händehygiene, ggf. Mund-Nase-Schutz). Die Schutzmaßnahmen sind zu erläutern und verständlich zu machen (z. B. durch Hinweisschilder, Aushänge, Bodenmarkierungen). Auch die Information von schulfremden Personen über die bestehenden Hygieneregeln ist z. B. durch Aushang am Schuleingang und / oder Information auf der schulischen Internetseite zu gewährleisten. Hierzu zählt auch die Information, unter welchen Voraussetzungen eine Teilnahme am Schulbetrieb nicht möglich ist (u. a. beim Vorhandensein von Krankheitssymptomen wie Fieber, Husten, Atembeschwerden, ggf. beim Vorliegen von Risikofaktoren sowie beim Kontakt zu bestätigt infizierten Personen für die Quarantänezeit).

    Die Schülerinnen und Schüler sind im Unterricht durch die Lehrkräfte über die bestehenden Hygieneregeln und Maßnahmen zu unterweisen und über deren Sinnhaftigkeit zu informieren. Die Bedeutung des persönlichen Verhaltens im Sinne der Gemeinschaft ist besonders hervorzuheben. Abhängig vom Alter der Schülerinnen und Schüler sind Verhaltensregeln wie z. B. das richtige Händewaschen einzuüben. Hierzu können unterstützende Plakate und Medien – auch in Fremdsprachen – herangezogen werden.

    Im Folgenden sind Themen der Unterweisung aufgeführt, die Transparenz schaffen, Handlungssicherheit vermitteln und Ängsten und Unsicherheit entgegenwirken sollen:

    • Grundlegende Informationen über SARS-CoV-2 (Filterung der Informationsangebote, Darstellung von wichtigen Informationen und Erläuterung der Übertragungswege)
    • Abstandsregelung
    • Kontaktbeschränkungen
    • Händewaschen und Hautschutz
    • Husten- und Niesetikette
    • Handhabung von Mund-Nase-Schutz
    • Durchführung von Antigen-Schnelltests
    • Verhalten im Unterricht
    • Verhalten in Pausen
    • Wege in der Schule
    • Schulweg
    • Nutzung der Sanitärräume, Mensen usw.
    • Umgang mit Lehr- und Lernmitteln
    • Symptome und Umgang mit Verdachtsfällen
    • Ergonomisches Arbeiten zu Hause
    • Unterstützungsangebote bei persönlichen Problemen oder Krisen
    • Weitere schulspezifische Themen

  • Arbeitsmedizinische Vorsorge und Schutz besonders gefährdeter Personen
    Arbeitsmedizinische Vorsorge

    Die notwendige arbeitsmedizinische Vorsorge ist den Beschäftigten auch in der Zeit der Epidemie zu ermöglichen beziehungsweise anzubieten. Darüber hinaus können sich Beschäftigte individuell im Rahmen der Wunschvorsorge von der Betriebsärztin / dem Betriebsarzt beraten lassen, auch zu besonderen Gefährdungen aufgrund einer Vorerkrankung oder einer individuellen Disposition. Psychosoziale Belastungen durch Arbeiten im Homeoffice oder die veränderte Arbeitsorganisation können eine arbeitsbedingte Gesundheitsgefahr darstellen und ebenfalls ein Anlass für Wunschvorsorge sein. Die Betriebsärztin / der Betriebsarzt kennt den Arbeitsplatz und schlägt dem Träger bzw. Arbeitgebenden geeignete Schutzmaßnahmen vor, wenn die normalen Arbeitsschutzmaßnahmen nicht ausreichen.

    Gegebenenfalls kann die Betriebsärztin oder der Betriebsarzt der betroffenen Person auch einen Tätigkeitswechsel empfehlen. Der Arbeitgebende erfährt davon nur, wenn der/die Betreffende ausdrücklich einwilligt. Die Beratung im Rahmen der arbeitsmedizinischen Vorsorge kann auch telefonisch erfolgen; einige Betriebsärztinnen und Betriebsärzte bieten eine Hotline für die Beschäftigten an.

    Beschäftigte sowie Schülerinnen und Schüler, die nach einer SARS-CoV-2-Infektion oder COVID-19-Erkrankung zurück in die Schule kommen, haben unter Umständen einen besonderen Unterstützungsbedarf zur Bewältigung von physischen und psychischen Belastungen. Zurückkehrende sollen vorab Informationen darüber bekommen, welche Schutzmaßnahmen aufgrund der SARS-CoV-2-Epidemie in der Schule getroffen wurden. Dies schließt gegebenenfalls eine entsprechende Kommunikation mit den Erziehungsberechtigten ein. Um Unsicherheiten zu begegnen, sind Informationen zum aktuellen Wissensstand, insbesondere zum Ansteckungsrisiko oder dem Risiko einer Neuerkrankung von Bedeutung. Ansprechperson für Fragen oder Sorgen der Beschäftigten bezüglich ihrer Gesundheit in der Schule sind insbesondere Betriebsärztinnen bzw. Betriebsärzte, Fachkräfte für Arbeitssicherheit oder gegebenenfalls eine Mitarbeiter- bzw. Personalberatung.