SARS-CoV-2 – Schutzstandards für Bildungseinrichtungen

Besondere personenbezogene Maßnahmen

  • Mund-Nase-Bedeckung (MNB) und Persönliche Schutzausrüstung (PSA)
    Mund-Nase-Bedeckung

    Die wichtigsten Maßnahmen zum Infektionsschutz sind das Einhalten des Mindestabstands, der Husten- und Niesetikette und eine sorgfältige Händehygiene. In der Schule und auf dem Schulgelände sollte eine Mund-Nase-Bedeckung (MNB) getragen werden bei unvermeidbarem Kontakt zu anderen Personen oder in Situationen, in denen der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann. Die MNB schützt dabei nicht die Trägerin oder den Träger, sondern bedingt in direkter Nähe befindliche Personen (Fremdschutz). Die Schulleitung legt auf Grundlage der Gefährdungsbeurteilung Bereiche fest, in denen aufgrund der Personendichte der Abstand nicht gesichert und dauerhaft eingehalten werden kann und somit das Tragen von MNB verpflichtend ist. Unabhängig davon können die zuständigen Ministerien der einzelnen Länder besondere Regelungen treffen, die zu beachten sind.

    Vor dem Anlegen der MNB sollten die Hände gründlich gewaschen werden. Die MNB sollte Nase und Mund bedecken und an den Seiten eng anliegen. Beim Anlegen ist darauf zu achten, dass die Innenseite nicht berührt wird. Die MNB ist auszutauschen, wenn sie durch Atemluft durchfeuchtet ist. Beim Abnehmen sollte die MNB möglichst nur an den Bändern berührt werden. Nach der Nutzung sollte die MNB direkt bei 60 ° bis 95 ° C gewaschen werden. Ist dies nicht möglich, sollte sie bis zum Waschen in einem luftdicht verschlossenen Beutel aufbewahrt werden. Es wird empfohlen, mehrere Mund-Nase-Bedeckungen und entsprechend gekennzeichnete Beutel mit sich zu führen. Für Personen, denen vor Ort keine MNB zur Verfügung steht, sollte ein Vorrat bereitgehalten werden. Eine MNB darf nicht mit einer anderen Person geteilt werden.

    Ist es in bestimmten Lehr- und Lernbereichen erforderlich, dass PSA getragen werden muss, so ist strikt auf die ausschließlich personenbezogene Benutzung und Aufbewahrung zu achten.


  • Unterweisung und aktive Kommunikation
    Kommunikation

    Alle am Schulleben beteiligten Personen sind über die eingeleiteten Präventions- und Arbeitsschutzmaßnahmen zu unterweisen. Die Unterweisungen erfolgen anlassbezogen (z. B. vor Wiederaufnahme des Unterrichts, vor der Durchführung von Prüfungen) und werden an die aktuellen Entwicklungen angepasst. Die Schulleiterin bzw. der Schulleiter und der Sachkostenträger stellen im Rahmen ihrer Zuständigkeit und in Absprache sicher, dass alle Beschäftigten sowie Schülerinnen und Schüler über die persönlichen und organisatorischen Hygieneregeln in der Schule unterwiesen sind (Abstandsgebot, Husten- und Niesetikette, Händehygiene, ggf. Mund-Nase-Bedeckung). Die Schutzmaßnahmen sind zu erläutern und verständlich zu machen (z.B. durch Hinweisschilder, Aushänge, Bodenmarkierungen). Auch die Information von schulfremden Personen über die bestehenden Hygieneregeln ist z. B. durch Aushang am Schuleingang und / oder Information auf der schulischen Internetseite zu gewährleisten. Hierzu zählt auch die Information, unter welchen Voraussetzungen eine Teilnahme am Schulbetrieb nicht möglich ist (u. a. beim Vorhandensein von Krankheitssymptomen wie Fieber, Husten, Atembeschwerden, ggf. beim Vorliegen von Risikofaktoren sowie beim Kontakt zu bestätigt infizierten Personen für die Quarantänezeit).

    Ersthelferinnen und Ersthelfer sind über das Verhalten im Notfall zu unterweisen. In der aktuellen Situation sind insbesondere die Maßnahmen des Eigenschutzes zu beachten. Im Falle der Reanimation liegt es im Ermessen der handelnden Personen, auf die Beatmung notfalls zu verzichten, bis gegebenenfalls eine geeignete Beatmungshilfe zur Verfügung steht.

    Die Schülerinnen und Schüler sind im Unterricht durch die Lehrkräfte über die bestehenden Hygieneregeln und Maßnahmen zu unterweisen und über deren Sinnhaftigkeit zu informieren. Die Bedeutung des persönlichen Verhaltens im Sinne der Gemeinschaft ist besonders hervorzuheben. Abhängig vom Alter der Schülerinnen und Schüler sind Verhaltensregeln wie z. B. das richtige Händewaschen einzuüben. Hierzu können unterstützende Plakate und Medien – auch in Fremdsprachen – herangezogen werden.

    Im Folgenden sind Themen der Unterweisung aufgeführt, die Transparenz schaffen, Handlungssicherheit vermitteln und Ängsten und Unsicherheit entgegenwirken sollen:

    • Grundlegende Informationen über SARS-CoV-2 (Filterung der Informationsangebote, Darstellung von wichtigen Informationen und Erläuterung der Übertragungswege)
    • Abstandsregelung
    • Kontaktbeschränkungen
    • Händewaschen und Hautschutz
    • Husten- und Niesetikette
    • Handhabung von Mund-Nase-Bedeckung
    • Verhalten im Unterricht
    • Verhalten in Pausen
    • Wege in der Schule
    • Schulweg
    • Nutzung der Sanitärräume, Mensen usw.
    • Umgang mit Lehr- und Lernmitteln
    • Symptome und Umgang mit Verdachtsfällen
    • Ergonomisches Arbeiten zu Hause
    • Unterstützungsangebote bei persönlichen Problemen oder Krisen
    • Weitere schulspezifische Themen

  • Arbeitsmedizinische Vorsorge und Schutz besonders gefährdeter Personen
    Arbeitsmedizinische Vorsorge

    Arbeitsmedizinische Vorsorge ist den Beschäftigten zu ermöglichen beziehungsweise anzubieten. Beschäftigte können sich individuell von der Betriebsärztin / dem Betriebsarzt beraten lassen, auch zu besonderen Gefährdungen aufgrund einer Vorerkrankung oder einer individuellen Disposition. Die Betriebsärztin / der Betriebsarzt kennt den Arbeitsplatz und schlägt dem Träger bzw. Arbeitgebenden geeignete Schutzmaßnahmen vor, wenn die normalen Arbeitsschutzmaßnahmen nicht ausreichen.

    Gegebenenfalls kann die Betriebsärztin oder der Betriebsarzt der betroffenen Person auch einen Tätigkeitswechsel empfehlen. Der Arbeitgebende erfährt davon nur, wenn der/die Betreffende ausdrücklich einwilligt. Ängste und psychische Belastungen müssen ebenfalls thematisiert werden können. Die Beratung im Rahmen der arbeitsmedizinischen Vorsorge kann auch telefonisch erfolgen; einige Betriebsärztinnen und Betriebsärzte bieten eine Hotline für die Beschäftigten an.