Empfehlungen zur Hygiene in Schulen

Nicht nur zum Schutz vor Infektionen (z. B. SARS-CoV-2) sondern für einen umfassenden Gesundheitsschutz sind allgemeine Maßnahmen der Hygiene sinnvoll. Die folgenden Informationen sollen Schulen bei der Erstellung eines Hygieneplans unterstützen.

Ziel ist es, die Sicherheit und Gesundheit aller am Schulleben Beteiligten zu gewährleisten. Um dieses Ziel zu erreichen, haben sich die hier aufgeführten schulischen Hygienemaßnahmen bewährt. Technische Maßnahmen haben dabei stets Vorrang vor organisatorischen Maßnahmen und diese wiederum vor personenbezogenen Maßnahmen. Diese Rangfolge der Schutzmaßnahmen ergibt sich aus den Grundsätzen des § 4 ArbSchG (TOP-Prinzip).

Die DGUV empfiehlt daher die Umsetzung von Basisschutzmaßnahmen in Schulen in Bezug auf Infektionsgefahren:

  • Gestaltung einer gesundheitsförderlichen Arbeits-, Lehr- und Lernumgebung: u.a. durch ausreichende Raumgröße, Raumhöhe und einer ausreichenden Lüftung sowie Ausstattung von Klassenräumen und Lehrerzimmern mit Handwaschbecken,
  • Hygiene und Reinigung: u.a. regelmäßige Reinigungsmaßnahmen im Schulgebäude, regelmäßige Wartung und Instandhaltung von Lüftungsanlagen,
  • allgemeine Verhaltensregeln: u.a. Unterweisung zum richtigen Verhalten, Händehygiene, zu Hause bleiben bei Krankheitssymptomen.

Die folgenden Empfehlungen richten sich an alle in der Schule befindlichen Personen wie Beschäftigte (Lehrpersonal, Verwaltungsangestellte, Hausmeisterinnen und Hausmeister), Schülerinnen und Schüler, Erziehungsberechtigte und Ehrenamtliche sowie externe Personen, die sich in der Schule aufhalten.

Welche dieser Maßnahmen in der konkreten schulischen Situation sinnvoll und angezeigt sind, ist abhängig von der spezifischen Situation in der Schule und der Beurteilung der vor Ort bestehenden Gefährdungen.

In Schulen mit sonderpädagogischem Förderbedarf sind aufgrund der unterschiedlichen Ausrichtungen und des zum Teil damit verbundenen Pflegebedarfs besondere Maßnahmen abzuleiten. Die Maßnahmen sind auf Grundlage der länderspezifischen Reglungen und unter Berücksichtigung der jeweiligen Förderbedarfe zu treffen.

  • Grundlegende technische Maßnahmen

    Lüftung

    Zur Gewährleistung von gesundheitlich zuträglicher Atemluft und der Reduzierung von CO2 ist in Klassenräumen ein kontinuierlicher und effektiver Luftaustausch wichtig. Die kann durch die freie Lüftung über Fenster oder den Einsatz raumlufttechnischer Anlagen (RLT) erfolgen.

    Freies Lüften (Fensterlüftung) ist die einfachste Methode. Die generelle Empfehlung – sofern keine Lüftungsintervalle bestimmt wurden – lautet: morgens Stoßzulüften und dann möglichst alle 20 Minuten für 5 Minuten im Frühjahr und Herbst und für 3 Minuten im Winter, mind. aber nach jeder Stunde intensiv und fachgerecht zu lüften.

    Das Intervall zum Lüften hängt von verschiedenen Faktoren ab (z.B. Raumgröße, Personenanzahl). Eine Hilfe zur Beurteilung der Luftqualität ist die Ermittlung der CO2- Konzentration im Raum. Entsprechend der Technischen Regel für Arbeitsstätten „Lüftung“ (ASR A3.6) ist eine CO2-Konzentration bis zu 1000 ppm akzeptabel. Mit Hilfe der CO2-App oder ähnlicher Rechenprogramme kann der Verlauf der CO2-Konzentration in Unterrichtsräumen in Abhängigkeit von der Personenzahl und der Raumgröße abgeschätzt und der Zeitpunkt für eine Lüftungspause ermittelt werden. Eine zusätzliche Messung der CO2-Konzentration zwecks Monitoring wird empfohlen. Hier gibt es sogenannte CO2-Ampeln oder entsprechende Messgeräte. Messungen und Untersuchungen haben gezeigt, dass bereits nach 20 Minuten Unterrichtszeit eine CO2-Konzentration von 1.000 ppm erreicht werden kann. Daher ist in Schulen ein Lüftungsplan gem. Ziffer 4.2 ASR A3.6 zu erstellen, in dem auch Verantwortlichkeiten festzulegen sind. Die Wirksamkeit der Maßnahmen zur Erreichung des Zielwerts von 1000 ppm CO2 ist zu überprüfen. Kann eine entsprechend wirksame Lüftung nicht mit Fensterlüftung realisiert werden, so ist zu prüfen, ob eine raumlufttechnische Anlage (RLT-Anlage) eingesetzt werden kann.

    Beim Einsatz von raumlufttechnischen Anlagen (RLT) ist die Einstellung für den Außenluftanteil so weit wie möglich zu erhöhen. Im Idealfall erreicht man mit der RLT-Anlage einen höheren und kontinuierlicheren Luftaustausch als mit Fensterlüftung. RLT-Anlagen sollten möglichst dauerhaft betrieben werden, d.h. während der Nutzung des Gebäudes bzw. des Raumes auf Nennleistung und ansonsten auf abgesenkter Leistung. Bei CO2-gesteuerten RLT-Anlagen kann ein Dauerbetrieb auf Nennleistung z. B. dadurch erreicht werden, dass an der Anlage ein Zielwert von 400 ppm eingestellt wird.

    Mobile Luftreiniger

    arbeiten im Umluftbetrieb. Daher sorgen sie nicht für den notwendigen Luftaustausch in Räumen, da sie keine Frischluft zuführen. Deshalb sind sie für die Lüftung von Klassenräumen nicht geeignet. Sie können lediglich als ergänzende Maßnahme eingesetzt werden, um die Partikellast in Räumen zu reduzieren, wenn nur eingeschränkte Lüftungsmöglichkeiten bestehen. Ein regelmäßiges Lüften muss in jedem Fall sichergestellt werden.

    Können Räume nicht gelüftet werden, sind diese Räume aus innenraumhygienischer Sicht nicht für den Unterricht geeignet und können auch nicht durch Einsatz von mobilen Luftreinigungsgeräten ertüchtigt werden.

    Unterrichtsräume und Lehrerzimmer

    Zur Umsetzung der Handhygiene sollen leicht erreichbare Waschbecken in den Räumen mit Seifenspendern, Einmalhandtüchern (Textil oder Papier) und ggf. Auffangbehältern ausgestattet werden. Dies schließt das vorausschauende Auffüllen von Flüssigseife und Einmalhandtüchern ein. Die Händewaschregeln sollen ausgehängt werden.

    Sanitärräume

    Die Sanitärräume sollen mit einer ausreichenden Anzahl an Seifenspendern, Einmalhandtüchern (Textil oder Papier) und ggf. Auffangbehältern ausgestattet werden. Dies schließt das vorausschauende Auffüllen von Flüssigseife und Einmalhandtüchern ein.

    Hinweise zur richtigen Handhygiene sollen altersabhängig im Waschbereich aufgehängt werden.

    Infografiken der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: www.infektionsschutz.de

  • Grundlegende organisatorische Maßnahmen

    Reinigung

    Der Schulsachkostenträger stellt eine regelmäßige Reinigung von Räumen und Kontaktflächen sicher. Die Intervalle zur Reinigung aller genutzten schulischen Räume und hochfrequentierten Kontaktflächen (z.B. Handläufe, Türklinken, Haltegriffe, Tischplatten in Fachräumen, Telefone) sollen im Hygieneplan an aktuelle Gegebenheiten angepasst werden. Es wird empfohlen, Sanitärräume mindestens einmal (arbeits-)täglich zu reinigen.

    Wartung und Instandhaltung

    Regelmäßige Wartung und Instandhaltungsmaßnahmen gewährleisten einen sicheren Betrieb von technischen Einrichtungen. Dazu hat der Schulsachkostenträger Lüftungsanlagen regelmäßig warten zu lassen. Besonders zu beachten ist die VDI 6022 "Hygiene in raumlufttechnischen Anlagen".

    Aber auch die Funktionsfähigkeit und sichere Bedienung von Fenstern muss sichergestellt sein, um die erforderlichen Lüftungsmaßnahmen durchführen zu können.

  • Grundlegende personenbezogene Maßnahmen

    Unterweisung und aktive Kommunikation

    Alle am Schulleben beteiligten Personen sind über Maßnahmen zu Sicherheit und Gesundheit zu unterweisen. Die Unterweisungen erfolgen zu Beginn des Schuljahres und anschließend für Schülerinnen und Schüler im halbjährlichen Turnus sowie anlassbezogen und werden an aktuelle Entwicklungen angepasst. Die Schulleiterin bzw. der Schulleiter und der Sachkostenträger stellen im Rahmen ihrer Zuständigkeit und in Absprache sicher, dass alle Beschäftigten sowie Schülerinnen und Schüler über die persönlichen und organisatorischen Hygieneregeln in der Schule unterwiesen sind.

    Die Schülerinnen und Schüler sind im Unterricht durch die Lehrkräfte über bestehende Hygieneregeln und Maßnahmen zu unterweisen und über deren Sinnhaftigkeit zu informieren. Die Bedeutung des persönlichen Verhaltens im Sinne der Gemeinschaft ist besonders hervorzuheben. Abhängig vom Alter der Schülerinnen und Schüler sind Verhaltensregeln wie z.B. das richtige Händewaschen einzuüben. Hierzu können unterstützende Plakate und Me- dien – auch in Fremdsprachen – herangezogen werden.

    • Plakate der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zum Thema Hygiene in Bildungseinrichtungen: www.infektionsschutz.de
    • Informationen der Bundesregierung in Fremdsprachen: www.bundesregierung.de
    • Informationen der BZgA in Fremdsprachen: www.infektionsschutz.de

    Handhygiene

    Während des Schulbetriebs soll auf eine regelmäßige Handhygiene aller Beteiligten geachtet werden. Die Handhygiene soll an einem Waschbecken ermöglicht werden, das sich in räumlicher Nähe zum Arbeits- und Lernplatz befindet.

    Die Hände sollen gewaschen werden:

    • vor Unterrichtsbeginn,
    • vor dem Essen,
    • nach der Pause,
    • nach dem Niesen, Schnäuzen oder Husten,
    • nach dem Toilettenbesuch.

    Händedesinfektion ist nur in besonderen Fällen erforderlich, z.B. beim Kontakt mit Blut, Urin, Erbrochenem.

    Hautpflege

    Um Hautirritationen und -schädigungen durch das häufigere Händewaschen vorzubeugen, ist eine geeignete Hautpflege sinnvoll. Eine feuchtigkeitsspendende und rückfettende Creme, die nach dem Waschen und bei Bedarf benutzt wird, sollte in Spendern bereitgestellt oder von den Schülerinnen und Schülern mitgebracht werden. Die Schülerinnen und Schüler beziehungsweise ihre Erziehungsberechtigten sollten auf die Bedeutung der unterstützenden Hautpflege hingewiesen werden.