SARS-CoV-2 – Schutzstandards für Bildungseinrichtungen

SARS-CoV-2 – Schutzstandard Kindertagesbetreuung

(Stand 05. Juni 2020 / Erstausgabe: 22. Mai 2020)

Zum PDF-Download: SARS-CoV-2 Schutzstandard Kindertagesbetreuung

Betreuen in der Pandemie – mehr Sicherheit und Gesundheit in Kindertageseinrichtungen und in der Kindertagespflege

Grundlage für Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit in Zeiten der Corona-Pandemie bildet der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) (PDF, 149 KB). Dieser allgemeine Arbeitsschutzstandard bildet den Rahmen für branchenspezifische Konkretisierungen der gesetzlichen Unfallversicherung. Der „SARS-CoV-2–Schutzstandard Kindertagesbetreuung“ ist insofern auf die besonderen Rahmenbedingungen in der Kindertagesbetreuung zugeschnitten. Er berücksichtigt die bisherigen Erkenntnisse im Umgang mit dem neuartigen Coronavirus und wird auf der Grundlage von aktuellen wissenschaftlichen und politischen Entwicklungen ständig angepasst. Gleichzeitig respektiert er, vor dem Hintergrund der föderalen Struktur und Zuständigkeiten in den Ländern, die daraus resultierenden Handlungsspielräume. Für Kindertageseinrichtungen und die Kindertagespflege bietet dieser Schutzstandard einen bundesweiten Handlungsrahmen. In einigen Bundesländern wird dieser durch Veröffentlichungen der zuständigen Unfallversicherungsträger ergänzt.

Aus bildungs- und entwicklungspsychologischen Gründen soll die Notbetreuung nach gemeinsamem Beschluss der Jugend- und Familienministerkonferenz (JFMK) mit der Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend vom 28.04.2020 schrittweise in vier Phasen wieder bis auf das normale Niveau der Regelbetreuung hochgefahren werden. Wie schnell dieser Öffnungsprozess gestaltet wird und in welcher Form, liegt im Ermessen der einzelnen Bundesländer.

Die nachfolgend beschriebenen Schutzmaßnahmen verfolgen das Ziel, die Gesundheit von Beschäftigten in der Kindertagesbetreuung und von selbstständig tätigen Tagespflegepersonen, von Kindern und sonstigen Personen bei der weiteren Öffnung der Kindertagesbetreuung bis hin zum Regelbetrieb zu sichern, durch Unterbrechung der Infektionsketten die Bevölkerung zu schützen und zugleich einen mittelfristig andauernden Zustand flacher Infektionskurven herzustellen. Für Kinder in Horten sollen in Abhängigkeit von den räumlichen Voraussetzungen und der organisatorischen Einbindung die altersgerechten Regelungen aus den Schutzstandards Kindertagesbetreuung oder Schule umgesetzt werden. Die Rangfolge der Schutzmaßnahmen geht dabei von technischen über organisatorischen bis hin zu personenbezogenen Schutzmaßnahmen.

Die folgenden beiden Grundsätze des SARS-CoV-2 Arbeitsschutzstandards finden unter Berücksichtigung der besonderen Bedingungen der Kindertagesbetreuung ihre Beachtung:

  • Unabhängig vom Betrieblichen Maßnahmenkonzept sollen in Zweifelsfällen, bei denen der Mindestabstand zwischen Erwachsenen von 1,5 m nicht sicher eingehalten werden kann, Mund-Nasen-Bedeckungen (MNB) für Beschäftigte zur Verfügung gestellt und getragen werden. Da nicht davon ausgegangen werden kann, dass der Mindestabstand zwischen Kindern untereinander und zu pädagogischen Fachkräften eingehalten werden kann und MNB für Kinder nicht empfohlen wird, sollen andere Schutzmaßnahmen vorgesehen werden
  • Personen mit Atemwegssymptomen (sofern nicht vom Arzt z. B. abgeklärte Erkältung) oder Fieber sollen sich generell nicht in der Kindertagesbetreuung aufhalten. Bei akut auftretenden Atemwegssymptomen sollen die betroffenen Personen die Einrichtung bzw. die Kindertagespflegestelle umgehend verlassen. Im Rahmen der Aufsichtspflicht ist dabei ggf. eine Betreuung sicherzustellen und eine Abholung durch eine berechtige Person zu veranlassen.