Ein DJ für den Tag ohne Grenzen

Interview mit Victor Faria

Victor Faria

Victor Faria
Bild: Privat

Für Victor Faria wird der "Tag ohne Grenzen" auch persönlich ein ganz besonderer Tag sein. Der Schüler wird dort erst zum zweiten Mal öffentlich als DJ auftreten. Victor Faria hat eine körperliche Behinderung, Musik ist seine Leidenschaft. Dementsprechend groß ist seine Freude über die Chance, vor einem großen Publikum aufzulegen.

Herr Faria, wie sind Sie dazu gekommen, als DJ zu arbeiten?

Musik hat mich schon immer inspiriert. Ich wollte gerne mit Musik arbeiten und mich ausprobieren. Deshalb habe ich mich vor anderthalb Jahren in einer Musikschule angemeldet. Man kann dort Gesang und ein Instrument lernen, aber auch wie man als DJ Musik mixt und produziert.

Parallel dazu machen Sie gerade Ihren Realschulabschluss. Was haben Sie dann vor?

Genau, aber die Abschlussprüfungen sind zum Glück schon vorbei, wenn ich beim Tag ohne Grenzen auftrete. Danach möchte ich dann weitergehen auf die Gymnasialstufe mit Schwerpunkt Technik.

Was erwartet die Gäste beim Tag ohne Grenzen? Welche Musikrichtung bevorzugen Sie?

Mein Lieblingsmusikstil ist House. Aber ich bin nicht festgelegt. Ich werde eine große Bandbreite von Musik dabei haben und kann mich Wünschen anpassen. Das mache ich ja auch, wenn ich auf Festen auflege. Wir sind drei Kinder zuhause und jeder von uns hat einen anderen Musikgeschmack. Da bin ich einiges gewöhnt.

Schon ein bisschen aufgeregt beim Gedanken an Ihren Auftritt?

Ja, das ist total spannend für mich, eine tolle Chance. Gerade hatte ich bei der "Langen Nacht der Museen" in Hamburg meinen ersten öffentlichen Auftritt. War ein schöner Erfolg und hat Lust gemacht auf Mehr…

Herr Faria, um sich fortzubewegen, benutzen Sie eine Art Gehgerät. Ist das eine Spezialanfertigung?

Ja, es heißt übrigens "Hoppla", den Namen habe ich mir als kleiner Junge ausgedacht und dabei ist es geblieben. Der Sitz ist der Gleiche wie bei einem Einrad und die vier Räder geben mir Stabilität. Ich kann zwar auch ohne Hilfe laufen, aber keine weiten Strecken. Das ist aufgrund meiner Behinderung zu anstrengend.

Ihre Behinderung ist damit sichtbar. Haben Sie schon Ausgrenzung erlebt?

Das passiert zum Glück selten, aber klar habe ich das schon erlebt. Leute schauen mich blöd an oder Jugendliche machen irgendwelche Bemerkungen. Aber ich versuche, das zu ignorieren. Ich habe keine Lust, mit solchen Leuten zu reden.

Danke für das Gespräch.