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Disability Manager helfen mit ihrer Beratung, die Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter zu erhalten. (Foto: Fotolia.de)
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Disability Management: Berufliche Chance für Ärzte und Therapeuten
Mediziner unterstützen Betriebe beim Thema alternde Belegschaften - Fortbildung zum geprüften Disability Manager
01.09.2009
Der demografische Wandel schafft neue Betätigungsfelder für Ärzte, Therapeuten, medizinische Fachangestellte und Kliniken - auch im Umfeld von Unternehmen. Eines davon ist das Disability Management, bei dem es um die Wiedereingliederung von Mitarbeitern bei einer Krankheit oder nach einem Unfall geht.
Innerhalb der nächsten vier Jahrzehnte wird sich die arbeitende Bevölkerung aufgrund des demografischen Wandels um rund zehn Millionen Menschen reduzieren. Die Zahl der Erwerbstätigen wird 2050 um ein Fünftel geringer sein als heute. Vor dem Hintergrund dieses Szenarios kann es sich die Wirtschaft immer weniger erlauben, Beschäftigte vorzeitig in den Ruhestand zu entlassen. Wenn - wie jetzt schon in einigen Branchen zu beobachten - nicht genügend beruflicher Nachwuchs nachrückt, müssen sich Unternehmen bemühen, ihre langjährigen und älteren Mitarbeiter zu halten. Diese Notwendigkeit hat der Gesetzgeber bereits 2004 erkannt: Im Sozialgesetzbuch SGB IX § 84 werden Arbeitgeber verpflichtet, professionelle Maßnahmen in die Wege zu leiten, mit denen Frühverrentung und vorzeitiges Ausscheiden aus dem Berufsleben verhindert werden kann. Dazu brauchen die Unternehmen jedoch Experten, die sich in medizinischen, arbeits- und versorgungsrechtlichen Fragen gut auskennen.
Fortbildung zum geprüften Disability Manager
Daher eignet sich die entsprechende Fortbildung zum geprüften Disability Manager, die die Deutsche gesetzliche
Unfallversicherung (DGUV) anbietet, insbesondere für Ärzte und Therapeuten, die sich in diese Richtung qualifizieren
möchten. "Prädestiniert als Disability Manager sind Betriebs- und Werksärzte, da sie den direkten Kontakt zur
Arbeitswelt haben", erläutert Oliver Fröhlke von der DGUV. "Aber auch für Ärzte anderer Fachrichtungen ist das
Disability Management eine interessante Erweiterung ihres Wirkungskreises" - so etwa Allgemein- und Innere Medizin,
Orthopädie, Kardiologie, Physikalische Medizin und Rehabilitation, Hygiene- und Umweltmedizin, Psychiatrie und
Psychotherapie, Psychosomatische Medizin, Sportmedizin und andere. Auch Angehörige therapeutischer Berufe - Physio-,
Ergo- und Psychotherapeuten sowie Heilpraktiker - kommen als Disability Manager infrage. In der Fortbildung ergänzen
die Ärzte und Therapeuten ihr medizinisches Wissen vor allem um rechtliche und betriebswirtschaftliche Aspekte sowie um
Kenntnisse über das Management von Gesundheitsschäden und die Leistungen der Sozialversicherung.
Neuer Beratungsmarkt mit großer Dynamik
Der Verband Deutscher Betriebs- und Werksärzte stellt fest, dass sich vor dem Hintergrund der demografischen
Entwicklung ein neuer "Beratungsmarkt mit großer Dynamik" entwickelt hat. "Disability Management gehört zu den
ureigenen Aufgaben der Arbeitsmedizin", bestätigt Dr. Ulrich Stöcker, Facharzt für Arbeitsmedizin und zertifizierter
Disability Manager. "In der Fortbildung kann insbesondere der sozialmedizinische Horizont erweitert und an
Best-Practice-Beispielen gelernt werden. Der Anteil des Disability Managements in meiner eigenen Tätigkeit ist im Laufe
der Zeit immer größer geworden. Die Aufgaben haben sich insbesondere durch SGB IX § 84 deutlich erweitert."
Kliniken als Anbieter von Disability Management
Disability Management ist auch eine Option für stationäre und ambulante medizinische Einrichtungen. Krankenhäuser
mit Reha-Abteilung, Reha-Kliniken und ambulante Reha-Dienste etwa können mit hauseigenen Disability Managern eine
lückenlose Rehabilitationskette anbieten, die möglichst früh im Betrieb einsetzt. Sie gewinnen dadurch die Möglichkeit,
neben den Sozialversicherungsträgern die Unternehmen als zusätzliche Kunden zu gewinnen. "Dafür müssen die Ärzte die
Unternehmen - und vor allem die Arbeitsplätze allerdings möglichst gut kennen", so Fröhlke.
Return-to-Work Coordinator
Unterhalb der Stufe des Disability Managers, korrekt CDMP (Certified Disability Management Professional) genannt,
gibt es auch für medizinische Assistenzberufe die Möglichkeit, sich im Disability Management weiterzubilden. Der CRTWC
(Certified Return-to-Work Coordinator) ist ein ganz neues Fortbildungsprofil, das die DGUV in Zusammenarbeit mit der
BAD Gesundheitsvorsorge und Sicherheitstechnik GmbH entwickelt hat. Während der CDMP als Beauftragter des Unternehmers
Strukturen für ein betriebliches Eingliederungsmanagement aufbaut und sich nur zum Teil um das konkrete Fallmanagement
kümmert, ist der CRTWC eher der klassische Case Manager. "Die Fortbildung ist kürzer als die des CDMP und vor allem in
den medizinischen Fachinhalten nicht ganz so tiefgehend", betont Dr. Eckhard Müller-Sacks vom BAD. "In der Praxis sind
die Übergänge zwischen CDMP und CRTWC jedoch fließend. Häufig kommt es vor, dass der CDMP die erste Phase einer
Wiedereingliederung selbst managt und dann an einen CRTWC übergibt." Für beide Fortbildungsmöglichkeiten nach den
qualitativ hochwertigen Standards des kanadischen National Institute of Disability Management and Research (NIDMAR) hat
in Deutschland die DGUV die Lizenz. Weitere Informationen und Details zu den Fortbildungen auf: www.disability-manager.de
Hintergrund Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung
Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) ist der Spitzenverband der gewerblichen Berufsgenossenschaften
und der Unfallversicherungsträger der öffentlichen Hand. Ihre Mitglieder versichern über 70 Millionen Menschen gegen
die Folgen von Arbeits-, Wege- und Schulunfällen sowie Berufskrankheiten. Als Unfallversicherungsträger verfügen
Berufsgenossenschaften und Unfallkassen über umfassende Kompetenzen in der medizinischen und beruflichen Rehabilitation
nach Arbeitsunfällen und bei Berufskrankheiten.
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