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Prävention wirkt: Das Unfallrisiko am Arbeitsplatz ist im vergangenen Jahr erneut gesunken. (Bild: Alain Vigneron - Fotolia.com)
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Bilanz der gesetzlichen Unfallversicherung 2007: Unfallrisiko ist weiter gesunken
Kritik an geplantem Reformgesetz: „Wirtschaft nicht auch noch Bürokratie-Schock zumuten“ – durchschnittlicher Beitragssatz zur Berufsgenossenschaft auf historischem Tiefstand – Zahl der Schulunfälle geht weiter zurück
18.06.2008
Das Unfallrisiko am Arbeitsplatz ist im vergangenen Jahr leicht zurückgegangen. Das geht aus aktuellen Zahlen der Berufsgenossenschaften und der Unfallversicherungsträger der öffentlichen Hand hervor, die die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) heute in Berlin vorgestellt hat. Danach gab es 2007 pro 1.000 Vollarbeiter 26,8 Unfälle, verglichen mit 27,0 Unfällen im Jahr zuvor. Auch der Schulbesuch ist 2007 sicherer geworden: Vor allem die Zahl der schweren Unfälle in Schulen, Universitäten und Kindertagesstätten sowie auf dem Weg dorthin ging deutlich zurück.
Trotz des geringeren Unfallrisikos ist die absolute Zahl der Arbeitsunfälle insgesamt um 1,2 Prozent auf 959.714 gestiegen. „Das klingt paradox, ist es aber nicht“, sagte DGUV-Hauptgeschäftsführer Dr. Joachim Breuer bei der Vorstellung der Zahlen. Denn gleichzeitig sei dank der guten Konjunktur auch die Beschäftigung gewachsen. „Im vergangenen Jahr hat die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden um 2,5 Prozent auf 57 Milliarden Stunden zugenommen. Wenn so viel mehr gearbeitet wird, passiert absolut gesehen auch mehr, obwohl das Risiko abnimmt.“ Ursache für das geringere Unfallrisiko sei das anhaltende Engagement von Arbeitgebern und Arbeitnehmern für die Prävention.
Vor diesem Hintergrund kritisierte Breuer das Gesetz zur Modernisierung der gesetzlichen Unfallversicherung (UVMG) , über das der Bundestag derzeit berät: „Die neuen Meldepflichten, die das UVMG den Arbeitgebern auferlegen wird, verursachen enorme zusätzliche Kosten. Der Wirtschaft nach dem Ölpreis- auch noch den Bürokratie-Schock zuzumuten, ist alles andere als konjunkturfreundlich.“ Dabei gebe es effiziente Alternativen: „Es gibt gute Lösungsansätze, die wir derzeit weiterentwickeln. Es braucht jetzt nur den politischen Willen, eine fatale Fehlentscheidung im letzten Moment abzuwenden.“
Beitrag zur Berufsgenossenschaft erreicht Rekordtief
Die gute Konjunktur spiegelt sich auch in den Finanzen der Unfallversicherung wider. So sank der durchschnittliche
Beitragssatz zu den Berufsgenossenschaften auf den historischen Tiefststand von 1,28 Prozent (2006: 1,32 Prozent). Das
Umlagesoll der Berufsgenossenschaften, die sich allein aus Beiträgen der Arbeitgeber finanzieren, lag bei rund 9
Milliarden Euro. Die öffentlichen Haushalte mussten insgesamt 1,2 Milliarden Euro für die Versicherung ihrer
Arbeitnehmer sowie von Schülern und ehrenamtlich Tätigen aufwenden.
Weniger neue Unfallrenten und tödliche Unfälle
17.171 Versicherte erhielten 2007 erstmals eine Rente für die Folgen eines Arbeitsunfalls, im Jahr zuvor waren es noch
18.639. Die Zahl der tödlichen Arbeitsunfälle sank deutlich: Insgesamt starben im Jahr 2007 619 Menschen in Folge eines
Arbeitsunfalls, im Jahr 2006 waren es noch 711.
Die Berufsgenossenschaften und Unfallversicherungsträger der öffentlichen Hand registrierten 167.067 meldepflichtige Wegeunfälle, 24.119 Unfälle weniger als im Jahr 2006. Auch die Zahl der neuen Wegeunfallrenten ging 2007 zurück. Sie lag bei 6.170, im Jahr zuvor waren es noch 7.142. Die Zahl der tödlichen Wegeunfälle sank von 535 im Vorjahr auf 503 im Jahr 2007.
Weniger Todesfälle aufgrund von Berufskrankheiten
Insgesamt gingen 2007 60.987 Anzeigen auf Verdacht einer Berufskrankheit bei den Berufsgenossenschaften und
Unfallversicherungsträgern der öffentlichen Hand ein, 249 weniger als 2006. Der Verdacht bestätigte sich in 23.622
Fällen, eine Zunahme von 2,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr (2006: 22.995). In diesen Fällen erbrachte die
Unfallversicherung Leistungen zur Heilbehandlung und zur Rehabilitation. Bei 13.363 Versicherten waren die
versicherungsrechtlichen Voraussetzungen für eine Anerkennung gegeben. Zu diesen Voraussetzungen zählen: schwere,
wiederholte Krankheitsschübe und die Aufgabe der Tätigkeit. 4.123 Versicherte erhielten erstmals eine BK-Rente (2006:
4.776). 2.315 Menschen starben 2007 infolge einer Berufskrankheit (2006: 2.543).
Schüler-Unfallversicherung: Unfallrisiken sinken weiter
Die Unfallversicherungsträger der öffentlichen Hand registrierten im Jahr 2007 insgesamt 1.282.464 meldepflichtige
Schulunfälle – also Unfälle beim Besuch der Schule, Kindertagesstätte oder Universität. Das sind 0,21 Prozent
mehr als im Vorjahr (1.279.771). Meldepflichtig sind Schulunfälle, sobald sie von einem Arzt behandelt werden müssen.
Die Unfallquote lag damit bei 74,3 Unfällen pro 1.000 Schüler (2006: 73,6). In 799 Fällen wurde erstmals eine Rente
nach einem Unfall gezahlt. Gegenüber dem Vorjahr ging die Zahl der neuen Renten damit um mehr als ein Fünftel zurück
(2006: 1.021).
Von 62 tödlichen Unfällen im Jahr 2007 geschahen die meisten auf dem Schulweg: 57 tödliche Schulwegunfälle wurden den Unfallversicherungsträgern der öffentlichen Hand gemeldet, drei mehr als im Jahr davor. Fünf tödliche Unfälle ereigneten sich beim Schulbesuch. Die meldepflichtigen Schulwegunfälle beliefen sich 2007 insgesamt auf 114.510 – ein deutlicher Rückgang um 7,57 Prozent gegenüber dem Vorjahr (2006: 124.824). Eine starke Abnahme verzeichneten die Unfallversicherungsträger der öffentlichen Hand auch bei den neuen Wegeunfallrenten: Ihre Zahl sank um 13,1 Prozent von 390 im Jahr 2006 auf 339 im Jahr 2007.
Insgesamt gingen im Bereich der Schüler-Unfallversicherung 163 Anzeigen auf Verdacht einer Berufskrankheit ein. In 41 Fällen bestätigte sich dieser Verdacht.

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