- > Presse /...
- > 2008
- > 1. Quartal
- > disability_management_2
Rückenbelastungen bei der Arbeit müssen nicht zu Frühverrentung führen. (Foto: www.fotolia.de)
Ansprechpartner für Journalisten:
DGUV - Pressestelle
Mittelstraße 51
10117 Berlin-Mitte
Gregor Doepke
Stv. Pressesprecher:
Stefan Boltz
Tel.: 030 288763768
Pressereferentin:
Elke Biesel
Tel.: 030 288763767
Rückenleiden müssen nicht zur Frühverrentung führen
Disability Manager helfen, den Arbeitsplatz zu erhalten
12.03.2008
Muskel-Skelett-Leiden sind nach psychischen Erkrankungen die zweithäufigste Ursache für vorzeitiges Ausscheiden aus dem Arbeitsleben. Darauf weist die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) anlässlich des Tags der Rückengesundheit am 15. März 2008 hin. Vor dem Hintergrund einer alternden Bevölkerung und des zunehmenden Fachkräftemangels können Wirtschaft und Gesellschaft sich die Frühverrentung von Arbeitnehmern nicht leisten. Einen Ausweg bietet das betriebliche Eingliederungsmanagement. Das Ziel: Erkrankten Arbeitnehmern die Rückkehr ins Berufsleben zu ermöglichen.
„Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems“ – also vor allem Rückenleiden – waren laut Statistik des Verbands Deutscher Rentenversicherungsträger im Jahr 2006 nach psychischen Erkrankungen die zweithäufigste Ursache für Frühverrentung. Ungefähr 27.000 Menschen mussten in jenem Jahr rückenbedingt vorzeitig aus dem Berufsleben ausscheiden und beziehen seither eine Rente. „Diese Zahl ist nach wie vor Besorgnis erregend“, sagt Dr. Edith Perlebach, Demografie-Expertin der DGUV. „Denn schon heute steht qualifizierter Nachwuchs immer seltener zur Verfügung, um die Lücken zu füllen.“ In den letzten Jahrzehnten ist zudem ein deutlicher Trend zum stetig sinkenden Frühverrentungsalter zu erkennen. Eine brisante Entwicklung angesichts einer „alternden Bevölkerung“ – schließlich sind die menschlichen und finanziellen Belastungen für Betroffene, Unternehmen und Gesellschaft enorm.
Disability Management als Chance
Um teure Frühverrentungen zu vermeiden, ist ein betriebliches Eingliederungmanagement nicht nur sinnvoll, sondern auch
gesetzlich vorgeschrieben. Seit 2004 sind gemäß Sozialgesetzbuch IX alle Unternehmen – unabhängig von ihrer Größe
– dazu verpflichtet, für ein betriebliches Eingliederungsmanagement zu sorgen, sobald ein Beschäftigter
insgesamt mindestens sechs Wochen im Jahr arbeitsunfähig ist. Es ist allerdings nicht festgelegt, wie dieses konkret
auszusehen hat. Die DGUV hat daher die Initiative ergriffen und das international anerkannte und standardisierte
"Disability Management" in Deutschland eingeführt. Die Weiterbildung zum Disability Manager vermittelt die notwendigen
Kompetenzen, um Unternehmen bei der Umsetzung eines Eingliederungsmanagements zu unterstützen.
Gemeinsam Lösungen finden
Wie das in der Praxis aussieht, zeigt das Beispiel von Frau M.: Frau M. ist als Krankenpflegerin tätig und gehört mit
ihren 25 Dienstjahren zu den erfahrenen, aber auch besonders belasteten Beschäftigen der Uniklinik Köln. Mehrere
Bandscheibenvorfälle und die hohe psychische Belastung durch den Klinikalltag haben Frau M. dazu bewogen, die
Disability Managerin der Uniklinik Irmgard Henseler-Plum aufzusuchen. Der Hausarzt und Ärzte ihrer Reha-Klinik haben
Frau M. bereits darauf vorbereitet, dass eine Rückkehr in ihren alten Beruf nicht mehr möglich sei. Doch Frau M. fand
gemeinsam mit ihrem Arbeitgeber und der Disability Managerin eine Lösung: Die Krankenpflegerin arbeitet nun in einem
anderen Bereich der Klinik, in dem sie aber ihr vorhandenes Know-How einsetzen kann. Die Umsetzung in den neuen
Arbeitsbereich brauchte eine entsprechende Weiterbildung und Einarbeitungszeit. Der Arbeitgeber wurde dabei finanziell
mit einem Eingliederungszuschuss unterstützt. „Ich bin erst zufrieden, wenn alle Parteien vom betrieblichen
Eingliederungsmanagement profitieren, und vor allem langfristig die Gesundheit der Mitarbeiter sichergestellt
ist“, so Henseler-Plum.
Mit ganzheitlichem Blick
„Disability Management ist eine Schnittstellenaufgabe, die gleichzeitig die Bedürfnisse der Arbeitgeber und der
erkrankten Arbeitnehmer im Auge haben muss“, erklärt Henseler-Plum ihre Aufgabe. Dabei endet das Engagement eines
Disability Managers nicht bei den beruflichen Belastungen. Oft entstehen Krankheiten erst im Zusammenspiel mit privaten
Sorgen und Problemen. Auch hier versuchen Disability Manager Hilfestellung zu geben. Mit vernetztem Denken und Handeln
zeigen sie Beschäftigten ihre Möglichkeiten auf. Disability Manager vermitteln zwischen den Wünschen von Arbeitgeber
und Arbeitnehmer, suchen gemeinsam mit betrieblichen Experten für Arbeitsschutz wie der Fachkraft für
Arbeitssicherheit, dem Betriebsarzt und Betriebsrat nach Lösungen und koordinieren diese mit den entsprechenden
Behörden. Eine Frühverrentung kann so häufig vermieden werden – und davon profitieren letztendlich
alle.
Hintergrund: Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung
Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) ist der Spitzenverband der gewerblichen Berufsgenossenschaften und
der Unfallversicherungsträger der öffentlichen Hand. Ihre Mitglieder versichern über 70 Millionen Menschen gegen die
Folgen von Arbeits-, Wege- und Schulunfällen sowie Berufskrankheiten. Als Unfallversicherungsträger verfügen
Berufsgenossenschaften und Unfallkassen über umfassende Kompetenzen in der medizinischen und beruflichen Rehabilitation
nach Arbeitsunfällen und bei Berufskrankheiten.
Weitere Informationen zum Thema: www.disability-manager.de
Wir bieten Ihnen an, mehr über Disability Management zu erfahren. Wir vermitteln gern:
• Interviews mit Disability Managern und Reportagemöglichkeiten in Unternehmen, die qualifiziertes Disability Management durchführen und über Erfahrungen und Erfolge berichten können
• Interviews und Hintergrundgespräche mit Experten der DGUV zum Thema
Bitte setzen Sie sich mit uns in Verbindung, wenn Sie Interesse an einem Termin haben. Wir arrangieren gerne alles Notwendige für Sie.

Versenden
Seitenfeedback
Webcode:
d18675