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Disability Manager helfen mit ihrer Beratung, die Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter zu erhalten.
(Foto: www.sibyllefendt.de)
Ansprechpartner für Journalisten:
DGUV - Pressestelle
Mittelstraße 51
10117 Berlin-Mitte
Gregor Doepke
Stv. Pressesprecher:
Stefan Boltz
Tel.: 030 288763768
Pressereferentin:
Elke Biesel
Tel.: 030 288763767
Ohne Disability Management sehen Betriebe bald alt aus
Neues Berufsbild: Disability Manager
12.12.2007
In Deutschland sind nur 45 Prozent der über 55-Jährigen noch in Lohn und Brot. Das muss sich ändern, weil durch den demographischen Wandel der berufliche Nachwuchs ausbleibt. Damit ältere Arbeitnehmer im Beruf bleiben und bis 67 arbeiten können, müssen Arbeitgeber handeln. Aus diesem Bedürfnis heraus entsteht zurzeit ein ganz neues Berufsfeld: Disability Management.
„Früher war der Weg vorgezeichnet, wenn ein Beschäftigter, der über 50 war, gesundheitliche Probleme bekam:
längerer Arbeitsausfall, Jobverlust, Frührente“, weiß Dr. Friedrich Mehrhoff von der Deutschen Gesetzlichen
Unfallversicherung (DGUV). „Das können wir uns jedoch nicht mehr leisten. Seit 2004 sind Arbeitgeber deshalb
gesetzlich verpflichtet, für ein betriebliches Eingliederungsmanagement zu sorgen, mit dem Beschäftigte, die häufig
oder über längere Zeit erkrankt sind, wieder zurück ins Arbeitsleben geholt werden können.“
Ziel des Eingliederungsmanagements: zu ermöglichen, dass ältere und von Krankheit bedrohte Arbeitnehmer möglichst bis
zum Rentenalter im Beruf bleiben können.
Disability Manager: Spezialisten für Früherkennung, Prävention und Rehabilitation
Der Gesetzgeber hat allerdings nicht festgelegt, wie Arbeitgeber das Eingliederungsmanagement organisieren sollen.
Die DGUV hat daher die Initiative ergriffen und das international anerkannte und standardisierte „Disability
Management“ in Deutschland eingeführt. Sie bildet zusammen mit anderen Bildungspartnern Disability Manager aus
und verleiht geprüften Managern die Zulassung. Informationen dazu gibt es auf der Internetseite www.disability-manager.de. „Disability Manager fungieren als Bindeglied zwischen allen
Beteiligten“, so Mehrhoff. „Sie organisieren die Zusammenarbeit zwischen den erkrankten Arbeitnehmern, den
Arbeitgebern, der Personalvertretung, Sozialversicherungen und behördlichen Stellen, Ärzten, Reha-Einrichtungen und
anderen.“
Inzwischen gibt es etwa 500 Disability Manager in Deutschland. Petra Zink zum Beispiel. Für die Ford-Werke GmbH hat die
Ingenieurin ein System aufgebaut, um gesundheitliche Probleme von Mitarbeitern früh zu erkennen und diese mit
entsprechenden Maßnahmen einzugliedern. „Es geht darum zu bestimmen, wie wir bei gesundheitlichen Problemen die
Anforderungen am Arbeitsplatz und die Fähigkeiten des Mitarbeiters so aufeinander abstimmen können, dass seine
Leistungsfähigkeit erhalten bleibt.“ Zu diesem Zweck binden die einzelnen Fallmanager bei Ford in regelmäßig
stattfindenden Teamsitzungen unterschiedliche Fachleute ein – zum Beispiel den Vorgesetzten, Arbeitsmediziner und
den Betriebsrat.
Noch ist es schwer, die Vorteile von Disability Management auch in Zahlen zu belegen. Angaben des
Bundesarbeitsministeriums zufolge kostet ein Ausfalltag einen Betrieb im Schnitt 400 Euro – wer Ausfallzeiten
senkt, spart also Geld. „Zukünftig werden Unternehmen, die ein Eingliederungsmanagement nachweisen können,
außerdem davon profitieren, dass sie von Rehabilitationsträgern und Integrationsämtern eine Prämie oder einen Bonus
erhalten können“, ergänzt Zink.
Deutschland hat Nachholbedarf bei der Beschäftigung Älterer
Nicht ohne Grund. Auf volkswirtschaftlicher Ebene bietet Disability Management ein noch viel größeres Potenzial:
Die Zahl der erwerbsgeminderten Personen in Deutschland liegt bei fast zwei Millionen Menschen – rund 2,5 Prozent
der Bevölkerung. Sie verursachen im Vergleich zu Arbeitnehmern, die im Erwerbsleben geblieben sind, Mehrkosten in Höhe
von zehn Milliarden Euro pro Jahr an Krankenbehandlung sowie Rentenzahlungen in einer Größenordnung von über 20
Milliarden Euro. Da sich die Zahl der Erwerbspersonen bis 2040 um rund ein Viertel reduzieren wird, altert die
Erwerbsbevölkerung spürbar. „Wir werden in Deutschland daher mehr ältere Menschen beschäftigen müssen“,
sagt Mehrhoff. Im europäischen Vergleich bestehe hier echter Nachholbedarf: In Schweden zum Beispiel arbeiteten 70
Prozent der über 55-Jährigen. „Die Gesundheit der eigenen Belegschaft lange zu erhalten, ist vor diesem
Hintergrund enorm wichtig. Ohne Disability Management sehen wir sonst tatsächlich bald alt aus.“
Weitere Informationen
Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) ist der Spitzenverband der gewerblichen Berufsgenossenschaften
und der Unfallversicherungsträger der öffentlichen Hand. Ihre Mitglieder versichern über 70 Millionen Menschen gegen
die Folgen von Arbeits-, Wege- und Schulunfällen sowie Berufskrankheiten. Als Unfallversicherungsträger verfügen
Berufsgenossenschaften und Unfallkassen über umfassende Kompetenzen in der medizinischen und beruflichen Rehabilitation
nach Arbeitsunfällen und bei Berufskrankheiten.
Weitere Informationen zum Thema: www.disability-manager.de
Wir bieten Ihnen an, mehr über Disability Management zu erfahren. Wir vermitteln gern:
• Interviews mit Disability Managern und Reportagemöglichkeiten in Unternehmen, die qualifiziertes Disability
Management durchführen und über Erfahrungen und Erfolge berichten können
• Interviews und Hintergrundgespräche mit Experten der DGUV und der Weiterbildungseinrichtungen
Bitte setzen Sie sich mit uns in Verbindung, wenn Sie Interesse an einem Termin haben. Wir arrangieren gern alles
Notwendige für Sie.
Auch in anderen Ländern ist Disability Management inzwischen ein Thema. Vom 22. bis 24. September 2008 findet daher das 4. Internationale Forum zum Disability Management in Berlin statt. Ziel ist es, Experten grenzüberschreitend zu vernetzen und Erfahrungen auszutauschen. Weitere Informationen: www.ifdm2008.de.

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