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Verwaltungs-BG

Herbert Grond

Sicher und gesund - Arbeitsschutzmanagementsysteme in Zeitarbeitunternehmen

Ausgangslage
Die Zeitarbeitsbranche befindet sich in einer rasanten Wachstumsentwicklung. In den letzten 15 Jahren stieg die Zahl der bei der Verwaltungs-Berufsgenossenschaft versicherten Zeitarbeitunternehmen von 1.375 auf 4.087 an. Die Zahl der Versicherten wuchs sogar auf das Fünffache.
Leiharbeitnehmer wechseln in der Regel mehrmals den Betrieb. Das bedeutet für die Beschäftigten: ständig wechselnde Arbeitsplätze mit unterschiedlichen Arbeitsanforderungen, veränderte Arbeitsabläufe, unterschiedliche Organisationsstrukturen, veränderte Umgebungseinflüsse, unterschiedliche Arbeitsschutzorganisationen. Im Jahr 1995 betrug die Zahl der meldepflichtigen Unfälle in der gesamten Zeitarbeitbranche 29.608. Bezogen auf je 1.000 Versicherungsverhältnisse sind dies 70,21 Unfälle. Daraus ergeben sich für den Arbeitsschutz besondere Anforderungen.

Präventionsaktivitäten
1996 wurde aufgrund der Initiative der Verwaltungs-Berufsgenossenschaft zusammen mit den Verbänden der Zeitarbeitsunternehmen ein Modell zum Aufbau eines integrierten Qualitäts-, Arbeits- und Gesundheitsschutzmanagementsystems entwickelt und erfolgreich eingeführt. Bis zum Jahr 2000 konnten bereits ca. 9,4 Prozent der Versicherten aus der Zeitarbeitbranche von diesem Modell profitieren.
Im Zuge einer mehrjährigen Schwerpunktaktion hat die Verwaltungs-Berufsgenossenschaft das Modellvorhaben unter Einbeziehung aller Dienstleistungsbereiche der Prävention, d.h. Beratung, Überwachung, Information und Qualifizierung, aktiv unterstützt.
Das Arbeitsschutzmanagementsystem sieht zusätzliche Anforderungen an den Arbeitsschutz in Zeitarbeitsunternehmen vor, z.B.:

  • Qualifikationsanforderungen an Unternehmer und Disponenten
  • Anforderung an die Dokumentation der Arbeitsschutzbelange
  • Einführung einer Arbeitsschutzvereinbarung zwischen Verleiher und Entleiher
  • Durchführung von Arbeitsplatzbesichtigungen durch die Zeitarbeitsfirma

Unterstützt durch intensive Beratung der technischen Aufsichtsdienste, die zuvor eine besondere branchenspezifische Qualifikation erworben hatten, wurden diese Anforderungen von zahlreichen Zeitarbeitsunternehmen übernommen. Darüber hinaus wurden branchenspezifische Informationsmaterialien sowohl für die Zeitarbeitsunternehmen als auch für die Entleiherfirmen herausgegeben. Stark nachgefragt war zum Beispiel für die Unterweisung von Leiharbeitnehmern eine Reihe von 24 verschiedenen Fragebögen zum Thema Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz. Mehr als fünf Millionen Fragebögen wurden seither von Zeitarbeitsunternehmen angefordert und eingesetzt. Entsprechend der sich ändernden Informationsgewohnheiten sind die Materialien in angepasster Form auch auf CD-ROM und im Internet verfügbar.
Für die Branche Zeitarbeit wurden bis heute mehr als 1.100 Seminare mit über 17.000 Teilnehmern zu den branchenspezifischen Arbeitsschutz- und Qualifikations-anforderungen durchgeführt. Allein im letzten Jahr besuchten mehr als 2.000 Personen 134 Seminare.

Ergebnisse und Nutzen
Von 1995 bis zum Jahr 2002 stieg die Zahl der Versicherungsverhältnisse von 421.918 auf 756.458 an, das entspricht einem Zuwachs von 80 Prozent. Es kann als ein deutlicher Präventionserfolg gewertet werden, wenn sich im Jahr 2002 die Anzahl der meldepflichtigen Unfälle in der gesamten Zeitarbeitbranche auf nur noch 30.541 reduziert haben. Bezogen auf je 1.000 Versicherungsverhältnisse ist die Zahl damit auf 40,37 zurückgegangen. Dies entspricht einem Rückgang um 42,5 Prozent.

 

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