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Beispiel eines sicherheitsgerechten Laufsteges am Förderband
Weitere Informationen
Steinbruchs-BG
Dipl.-Ing. Helmut Ehnes
Tel.: 0511/7257-0
Fax: 0511/7257-790
Weniger Arbeitsunfälle an Stetigförderern durch Kampagne Sicherheit am laufenden Band
Ausgangslage
In den Mitgliedsbetrieben der Steinbruchs-BG sind Stetigförderer das am weitesten verbreitete Transportmittel. An
diesen Anlagen ereigneten sich häufig schwerste Unfälle, die zum Verlust von Gliedmaßen oder gar zum Tod führten.
Die Ursachen dafür lagen in mangelhafter Planung der Anlagen, fehlenden Reinigungseinrichtungen, fehlenden bzw.
mangelhaften Schutzeinrichtungen oder fehlendem Gefahrenbewusstsein der Führungskräfte bzw. der Versicherten.
Präventionsaktivitäten
Zur Vermeidung von Arbeitsunfällen an Stetigförderern hat die Steinbruchs-BG folgende Maßnahmen ergriffen:
Der Technische Aufsichtsdienst beriet und schulte in den Betrieben vor Ort im Hinblick auf die korrekten
Schutzeinrichtungen.
Im Rahmen der Kampagne "Sicherheit am laufenden Band" wurden alle Mitgliedsunternehmen über das aktuelle
Unfallgeschehen informiert. Die Unternehmer erhielten persönlich ein Medienpaket, an Hand dessen sie sich selbst und
vor allem auch ihre Mitarbeiter nachhaltig informieren konnten. Das Medienpaket umfasste:
- einen Videofilm, der - eingebettet in eine kleine Spielhandlung - Risiken und Gefahrstellen an Stetigförderern vorstellt und die sich daraus als notwendig ergebenden Schutzeinrichtungen und Maßnahmen behandelt
- eine Referenten- und Versichertenbroschüre für den effektiven Einsatz des Videos
- Informationen zu Schutzeinrichtungen
- die Broschüre "Stetigförderer", die sich an Konstrukteure, Planer und Betreiber wendet
- Prüflisten für Schutzmaßnahmen
- die gültige Fassung der einschlägigen Arbeitsschutzvorschriften zum Thema
Die Kampagne wurde durch weitere aktuelle Veröffentlichungen und die Entwicklung von Förderband-Demonstrationsmodellen für Schulungen und Unterweisungen ergänzt. Bei der Überwachung der Betriebe wurde besonders darauf geachtet, dass die entsprechenden Unterweisungen durch den Unternehmer selbst durchgeführt und dokumentiert waren. Wurden trotz der Beratung durch den Technischen Aufsichtsdienst erforderliche Schutzmaßnahmen auf Basis der geltenden Vorschriften nicht getroffen, wurden Anordnungen zu deren Durchführung erteilt.
Ergebnisse und Nutzen
Als direktes Ergebnis der mehrjährigen Präventionsaktivitäten konnte die Zahl der schweren Arbeitsunfälle an
Stetigförderern, die zum Bezug einer Rente führten, von 38 im Jahr 1995 auf 9 im Jahr 2003 reduziert werden. Das
entspricht einer Verringerung um mehr als 75 Prozent!
Arbeitsunfälle an Stetigförderern verursachten durchschnittlich Kosten in Höhe von 330.000 Euro. Neben der Vermeidung von menschlichem Leid können also mit der Verringerung der Unfallzahlen allein bei den schweren Unfällen Kosten von fast 10 Mio. Euro pro Jahr eingespart werden. Dem stehen einmalige Ausgaben von 130.000 Euro für die Entwicklung der Kampagnen-Medien, 80.000 Euro für die Förderbandmodelle und auf Seiten der Unternehmen der Zeitaufwand für die Information der Beschäftigten gegenüber. Übrigens: Der Videofilm wurde in mehrere Sprachen übersetzt und wird europaweit eingesetzt. Auch das Förderbandmodell wird inzwischen in mehreren europäischen Ländern eingesetzt.

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