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Auch große und damit schwere Papierrollen lassen sich mit einem geeigneten Hilfsmittel ergonomisch bewegen
Weitere Informationen
Papiermacher-BG
Dipl.-Ing. Winfried Harren
Tel. 06131/785-410
Fax 06131/785-577
Neue Managementstrategie führt zur Senkung der Unfallzahlen in der Papierindustrie
Ausgangslage
Schnelllaufende Maschinen, schwere Lasten und weite Transportwege kennzeichnen die Produktion und damit auch das
Unfallgeschehen in der Papierindustrie. Die Unfallzahlen sind hoch, die Verletzungsfolgen in aller Regel schwer. Obwohl
die Zahl der Arbeitsunfälle pro 1.000 Vollarbeiter kontinuierlich reduziert werden konnte, blieb die Unfallbelastung
klar über den Zahlen anderer Industriezweige. In der Papierindustrie wurden Mitte der 80er Jahre jährlich ca. 120
Arbeitsunfälle pro 1.000 Vollarbeiter registriert.
Präventionsaktivitäten
1988 wurde von der Papiermacher-Berufsgenossenschaft gemeinsam mit dem Unternehmensberatungsinstitut IPU ein Konzept
entwickelt, mit dem das Management in den Betrieben für mehr Arbeitssicherheit gewonnen werden sollte. Das Konzept
sieht drei Phasen vor:
Die erste Phase dient der Analyse und der Absprache der jeweils umzusetzenden Maßnahmen. Es soll erreicht werden, dass einerseits der Betrieb den für ihn erzielbaren Nutzen erkennt und andererseits die externen Trainer die Führungskräfte zum aktiven Mitmachen motivieren, die spezifische Situation des Betriebes erfassen, den konkreten Handlungsbedarf ermitteln und spezifische Maßnahmen konzipieren können.
Die zweite Phase wird von den Trainingsmaßnahmen dominiert. Diese sind der eigentliche Schlüssel zum gemeinsamen Erfolg. Die Trainingsmaßnahmen sind auch der zeitaufwändigste Prozessteil. Hier sollen die Führungskräfte aktiv in den Prozess eingebunden und ihre Einstellung zum Arbeitsschutz verändert werden. Stets werden dabei konkrete Problemstellungen bearbeitet wie z. B. Informationen über die Wahrnehmung und Umsetzung von Führungsaufgaben, Konsequenzen aus den Führungsaufgaben, Ein- und Unterweisung, Führen von Personalgesprächen, Verbesserungen konkreter betrieblicher Abläufe usw.
Die dritte Phase basiert auf 4 Schritten: Praxisphase I, Nachbereitung I, Praxisphase II, Nachbereitung II. In dieser Phase soll vor allem die Lernerfahrung in der Praxis verankert werden und es sollen konkrete Veränderungen in Sicherheitstechnik und Gesundheitsschutz sowie sicherem Verhalten herbeigeführt werden.
Unabdingbar für den Erfolg der betrieblichen Maßnahmen ist dabei die ständige Forderung und Unterstützung der Führungskräfte. Die Impulse aus Training und Beratung sollen Zug um Zug übergehen in ein selbstverständliches, zielbezogenes und kontrolliertes "Sich Kümmern" um den Arbeitsschutz.
Im Jahr 2002 wurden in der Papierindustrie "nur" noch 38 Arbeitsunfälle pro 1.000 Vollarbeiter verursacht, was einem
Rückgang um mehr als
60 % entspricht.
Ergebnisse und Nutzen
Die Papiermacher-Berufsgenossenschaft investierte im Lauf der letzten 15 Jahre durchschnittlich 300.000 Euro jährlich
in die Managementstrategie. Das summiert sich zu Gesamtausgaben von ca. 4,5 Mio. Euro für externe Trainer.
Als finanzielle Entlastung der Betriebe ergibt sich - unter der Annahme, dass sich ohne die Managementstrategie die Zahl der Arbeitsunfälle wie in den Jahren zuvor nicht wesentlich geändert hätte - für die Papierindustrie im Lauf der letzten 15 Jahre der beachtliche Betrag von mehr als 350 Mio. Euro; bei Berücksichtigung des durchschnittlichen Rückganges der Unfallzahlen verbleibt eine Einsparung von gut 200 Mio. Euro.
Noch wichtiger als der hohe finanzielle Nutzen: Mit der Einführung dieser Strategie ist es gelungen, zunächst dem Thema Arbeitssicherheit und danach dem Thema Gesundheitsschutz einen positiven Schub zu vermitteln. Damit werden die angesprochenen Betriebe auch mittel- und langfristig zusätzliche Erfolge im Arbeitsschutz erzielen.

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