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Best-Practice-Beispiele
Warum überhaupt Prävention? Lohnt sich der personelle und finanzielle Aufwand für das Unternehmen und Bildungsträger? Diese und ähnliche Fragen zu vorbeugenden Maßnahmen im Bereich der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes bei der Arbeit werden in letzter Zeit immer häufiger gestellt. Deshalb möchten wir Ihnen hier Projekte vorstellen, die die Wirtschaftlichkeit der Prävention belegen.
Die Unfallversicherungsträger halten systematisch Ausschau nach Belastungen in den Betrieben, forschen nach den Ursachen und versuchen mit innovativen und praxisgerechten Maßnahmen, den Problemen beizukommen. Die dabei erzielten Ergebnisse können sich sehen lassen. Wir stellen im Folgenden Beispiele erfolgreicher Präventionsarbeit vor, die in loser Reihenfolge ergänzt werden:
- Höhere Sicherheit an Aufschnittschneidemaschinen
- Schnittverletzungen in Fleischereibetrieben waren selbst bei stillstehendem Schneideblatt während der Reinigung der Maschinen ein Unfallschwerpunkt. Durch neu eingeführte sicherheitstechnische Vorrichtungen (verbreiteter Daumenschutz, Zwangsführung des Restehalters u.a.) ging die Anzahl der Unfälle um mehr als 50 Prozent zurück. Die neuen Standards fanden auch Eingang in Normen und Unfallverhütungsvorschriften.
- Betreuung von Schockverletzten bei der BG Bahnen
- Ein Unfallschock kann zu längerer Arbeitsunfähigkeit bis hin zur Fahrdienstuntauglichkeit führen. Mit einem speziell entwickelten Betreuungskonzept für Schockverletzte ist es der BG Bahnen gelungen, die Fehlzeiten deutlich zu reduzieren, und eine Fahrdienstuntauglichkeit in vielen Fällen zu verhindern. Die Rehabilitationskosten konnten so innerhalb von nur zwei Jahren nahezu halbiert werden.
- Hautschutz in Betrieben der Floristikbranche
- Deutlicher Rückgang der schweren Hauterkrankungen und nachhaltige Kostensenkung für die Betriebe - das ist die erfolgreiche Bilanz einer Präventionskampagne der Einzelhandels-BG in der Floristikbranche.
- Neues Haut-Verfahren für arbeitsbedingte Hauterkrankungen in Metallbetrieben
- Seit 1998 hat die Süddeutsche Metall-BG ein spezielles Haut-Verfahren eingeführt: durch die rasche Einleitung von individuellen Hautschutz- und Heilbehandlungsmaßnahmen konnte in mehr als 90 Prozent der Fälle ( bei ca. 4500 Beschäftigten) eine Besserung bzw. völlige Abheilung der Hautbeschwerden erreicht werden. Somit wurden auch kostenintensive Folgekosten für Maßnahmen zur beruflichen Rehabilitation vermieden.
- Schutz vor Messerunfällen in der Fleischwirtschaft
- Beim Auslösen und Zerlegen von Fleisch ziehen sich die Beschäftigten in der Fleischwirtschaft oft schwere Stich- und Schnittverletzungen zu. Durch Präventionsmaßnahmen der Fleischerei-BG wurde die Zahl der Messerunfälle um die Hälfte auf etwa 7000 reduziert. Somit konnte auch die Gefahrklasse für Ausbeiner und Zerleger von 28 auf 17,8 gesenkt werden. Der Beitrag der Betriebe an die gesetzliche Unfallversicherung fällt nun deutlich niedriger aus.
- Arbeitsschutzmanagementsysteme bei Bahnenwarenherstellern
- Erfolgreiche Präventionsinitiative der Lederindustrie-BG: durch intensive Beratung und die Einführung von Arbeitsschutzmanagementsystemen konnte die Unfallquote in Unternehmen der Bahnenwarenherstellung - zum Beispiel Fußboden- und Folienhersteller - in den letzten zehn Jahren um bis zu 90 Prozent gesenkt werden.
- Wegweiser Sicherheit und Gesundheitsschutz in der Chemischen Industrie
- Mehr Sicherheit in der Chemischen Industrie durch praxisgerechte Handlungshilfe: Betriebe, die sich an dem "Wegweiser Sicherheit und Gesundheitsschutz" orientieren, verzeichnen einen Rückgang der Unfallzahlen um durchschnittlich 20 Prozent.
- Verminderung der Lösemittelemissionen im Offsetdruck
- Durch den Verzicht auf leicht flüchtige und leicht entflammbare Reinigungsmittel im Offsetdruck ist es gelungen, Gesundheitgefahren und Kosten in den Betrieben zu reduzieren. Reinigungsmittel mit einem hohen Flamm- und Siedepunkt bieten entscheidende Vorteile für Arbeitssicherheit und Wirtschaftlichkeit.
- Sicher und gesund - Arbeitsschutzmanagementsysteme in Zeitarbeitunternehmen
- Präventionserfolg in der Zeitarbeitbranche: In einem mehrjährigen Modellvorhaben wurden in zahlreichen Zeitarbeitunternehmen Managementsysteme zum Arbeits- und Gesundheitsschutz eingeführt sowie branchenspezifische Qualifikations- und Informationsmaßnahmen durchgeführt. Die meldepflichtigen Arbeitsunfälle sind daraufhin um 42,5 Prozent zurückgegangen.
- Sicherheitswettbewerb im Bergbauunternehmen
- Erfolgreiche Bilanz des Sicherheitswettbewerbs 2003 der Bergbau-Berufsgenossenschaft bei der Wismut GmbH: Die niedrige Arbeitsunfallquote des Unternehmens konnte noch weiter gesenkt werden.
- Kampagne gegen Latexallergien
- Präventionserfolg für die Latexkampagne der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege: Die Kampagne führte zu einem Umdenken beim Gebrauch von Latexhandschuhen und damit zu einem deutlichen Rückgang der gemeldeten Latexerkrankungen.
- Lichtgitter an Webmaschinen sorgen für mehr Sicherheit
- Lichtgitter an Webmaschinen sorgen für einen nachweisbaren Präventionserfolg: Unternehmen, die Webmaschinen mit Lichtgittern betreiben, melden keine Unfälle mehr, die durch Eingriffe in Gefahrstellen zwischen Webblatt und Breithalter verursacht wurden.
- Verbesserte Schutzmaßnahmen an Bogen-Offset-Druckmaschinen
- Rüst- und Reinigungsarbeiten an Bogenoffset- maschinen führen immer wieder zu schweren Arbeitsunfällen, da hierbei im Bereich rotierender Zylinder und Walzen hantiert wird. Verbesserte Schutzmaßnahmen senkten die Unfallzahlen im Zeitraum von 1994 bis 2003 um rund 64 Prozent.
- Ersatz dichlormethanhaltiger Abbeizer im Baugewerbe
- Über drei Viertel der Abbeizarbeiten in Deutschland erfolgen unter Verwendung von Mitteln, die bis zu 75 Prozent Dichlormethan enthalten. Aufgrund des hohen Gesundheitsrisikos, empfiehlt die Bau-Berufsgenossenschaft Schutzmaßnahmen und Alternativabbeizer.
- Weniger Arbeitsunfälle an Stetigförderern durch Kampagne Sicherheit am laufenden Band
- Prävention lohnt sich! Am Beispiel der Steinbruchs-Berufsgenossenschaft zeigt sich einmal mehr die Wirtschaftlichkeit erfolgreicher Präventionsmaßnahmen: ein Rückgang um 75 Prozent im Bereich der schweren Arbeitsunfälle, die zur BG-Rente führten, und eine Ersparnis von rund 10 Millionen Euro an Rehabilitationskosten ist die Bilanz dieser Kampagne.
- 30 Prozent weniger Unfälle durch das Unternehmermodell
- Bei Kleinbetrieben mit weniger als 10 Beschäftigten kann die sicherheitstechnische Betreuung durch den entsprechend geschulten Unternehmer erfolgen. Dieses so genannte Unternehmermodell führte bei Betrieben der BG Chemie zu einer 30 Prozent niedrigeren Unfallhäufigkeit im Vergleich zu Betrieben mit anderen Betreuungssystemen.
- Neue Managementstrategie führt zur Senkung der Unfallzahlen in der Papierindustrie
- Mitte der 80er Jahre gab es in der Papierindustrie noch jährlich ca. 120 Arbeitsunfälle pro 1000 Vollarbeiter. Damit lagen hier die Unfallzahlen höher als in anderen Industriezweigen. Durch ein gezieltes Präventionskonzept, das auch die Führungskräfte mit einbezieht, gingen die Unfallzahlen um 60 Prozent auf 38 Arbeitsunfälle zurück.
- Kleine Ursache - große Wirkung - Aktion der Fleischerei-Berufsgenossenschaft gegen Stolper-, Rutsch- und Sturz-Unfälle
- Im Jahr 2000 startete die FBG eine Aktion zur Verhütung von Unfällen , die im Stolpern, Rutschen und Stürzen ihre Ursache hatten. Ergebnis der zweijährigen Kampagne: Die Zahl der Renten, die auf Stolper-, Rutsch und Sturzunfälle zurückzuführen sind, sank innerhalb von drei Jahren um 61 Prozent.
- Kuppeln von Nutzfahrzeugen sicherer gemacht
- Der Fachausschuss "Verkehr" der BGen konnte bei den europäischen Anhängerherstellern bewirken, dass seit dem Jahr 2001 Bremsbetätigungseinrichtungen und Luftfederstellteile bei Anhängern seitlich angebracht werden. Fahrer können nun einen ins Rollen geratenen Anhänger wieder abbremsen, ohne in den Gefahrenbereich treten zu müssen.
- Neues Programm zur Bewältigung und Vermeidung von Rückenerkrankungen im Bergbau
- Der "BBG-Rückenparcours" der Bergbau-BG, ein arbeitsplatzbezogenes Programm zur Bewältigung und Vermeidung von Rückenerkrankungen im Bergbau, hat erreicht, dass sich die Zahl der durch Wirbelsäulenbeschwerden anfallenden Arbeitsunfähigkeitstage (AU-Tage) um 70 Prozent verringert hat.
- Chromatarmer Zement
- - Idealer Ersatzstoff für die Bauwirtschaft - Jährlich werden in Deutschland 35 Millionen Tonnen Zement verwendet. Das im Zement enthaltene Chromat kann dabei allergische Kontaktekzeme auslösen. Nach Reduzierung des Chromatgehaltes ist die Zahl der Erkrankten von 429 im Jahre 1998 auf 243 im Jahre 2003 zurückgegangen.
- Erfolgreiche Präventionsmaßnahmen im Friseurhandwerk
- Im Zeitraum 1986 bis 1991 haben sich die Verdachtsmeldungen auf Atemwegserkrankungen im Friseurhandwerk pro Jahr verfünffacht. Die BGW reagierte mit einer Präventionskampagne.
- Handlungsleitfaden betriebliches Gesundheitsmanagement in Entsorgungsbetrieben
- Im Rahmen des Modellprojektes VerEna zur Verhütung arbeitsbedingter Gesundheitsgefahren wurden die Arbeitsbedingungen speziell in kommunalen Entsorgungsunternehmen untersucht. Auf Grundlage einer umfangreichen Daten- und Materialsammlung wurde ein praxisgerechter Handlungsleitfaden entwickelt. Der Handlungsleitfaden ermöglicht es den Unternehmen den Präventionsbedarf betriebsspezifisch zu ermitteln, Maßnahmen zu konzipieren und kurzfristig umzusetzen. Zugleich kann die Methodik auch auf andere Branchen und Strukturen übertragen werden

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