Referat 1.3: Beobachtung von Arbeitsbedingungen

Messsystem Gefährdungsermittlung der Unfallversicherungsträger (MGU), Expositionsdatenbank (MEGA), GESTIS-Stoffenmanager®, Zentrale Expositionsdatenbank (ZED)

Messung im Betrieb

Betriebs- und Expositionsdatenerfassung während der Probenahme
Bild: IFA

Die Aufgaben des Referates F1.3 im Fachbereich 1 liegen in Forschung, Entwicklung und Beratung zur Beobachtung, Dokumentation und Beurteilung von Arbeitsbedingungen. Ein wesentliches Ziel des Referates ist es, erhobene Daten für das betriebliche und überbetriebliche Risikomanagement im Arbeitsschutz zu nutzen, um Belastungen zu identifizieren, zu beurteilen und damit zur effektiven Risikoverringerung beizutragen.

Das Messsystem Gefährdungsermittlung der Unfallversicherungsträger (MGU (PDF, 5,4 MB)) wird vom Referat koordiniert. Dies umfasst die Leitung des Qualitätsmanagement-Systems (QM-Systems) des MGU mit QM-Beauftragungen im IFA und bei beteiligten Berufsgenossenschaften und Unfallkassen. Dazu gehört auch, Audits durchzuführen, Kennzahlen für das MGU zu ermitteln und den jährlichen QM-Bericht zu erstellen.

Die weiteren Aufgaben des Referates sind auf drei Sachgebiete aufgeteilt:

Sachgebiet "Zentrale Organisation und Berichterstattung im MGU" (ZOB)

Die ZOB ist die Schnittstelle zwischen den Messtechnischen Diensten und den Laboratorien im MGU. Sie unterstützt alle am MGU Beteiligten organisatorisch, indem sie

  • Probenträger zur Verfügung stellt
  • eingehende Daten und Proben prüft und deren Qualität sichert
  • die Datenerfassung harmonisiert
  • Analysenberichte entwickelt, prüft und versendet sowie
  • die Verfahren im MGU steuert, indem sie die Datenerfassung weiterentwickelt.

Zur Verfahrenssteuerung gehört es insbesondere, Messprogramme zu planen und deren Qualität zu sichern, um ein einheitliches Vorgehen aller Beteiligten zu gewährleisten.

Sachgebiet "Messdaten zur Exposition gegenüber Gefahrstoffen am Arbeitsplatz" (MEGA)

Das Sachgebiet MEGA dokumentiert und pflegt die im MGU ermittelten Expositionsdaten. Über statistische Auswertungen im Auftrag der Unfallversicherungsträger werden die Expositionsdaten zu Gefahrstoffen und Biostoffen für

  • die Prävention,
  • die Ermittlung im Zusammenhang mit angezeigten Fällen stoffbedingter Berufskrankheiten,
  • die Epidemiologie,
  • REACH-Expositionsszenarien und
  • die Validierung von Modellen zur Expositionsabschätzung

verfügbar gemacht.

Nicht alle Gefahrstoffexpositionen lassen sich messtechnisch ermitteln. Mit dem GESTIS-Stoffenmanager® (www.dguv.de/ifa/gestis-stoffmanager) stellt das Referat eine webgestützte Software zur quantitativen Abschätzung inhalativer Expositionen bereit, pflegt und entwickelt sie weiter. Diese Software kann auch zur Priorisierung von Gefährdungen inhalativer und dermaler Expositionen herangezogen werden. Der GESTIS-Stoffmanager unterstützt Betriebe beim Einstieg in die Gefährdungsbeurteilung.

Sachgebiet "ZED – Zentrale Expositionsdatenbank"

Die Zentrale Expositionsdatenbank (ZED) wird im gleichnamigen Sachgebiet geführt und weiterentwickelt (http://zed.dguv.de). In der ZED werden Daten über die Exposition von Beschäftigten bei gefährdenden Tätigkeiten mit krebserregenden und keimzellmutagenen Stoffen der Kategorien 1A und 1 B personenbezogen erfasst und über die gesetzlich vorgeschriebene Mindestdauer von 40 Jahren archiviert. Unternehmen können ihre Daten über ein Internetportal in die ZED übertragen, fortlaufend dokumentieren sowie eigenständig verwalten und damit Ihre Dokumentationsverpflichtung nach Gefahrstoffverordnung erfüllen. Beschäftigte können ihre Daten aus der ZED bei der DGUV anfordern. Mit der Nutzung der ZED entfällt für Unternehmen deren Archivierungs- und Aushändigungsverpflichtung. Beschäftigten erleichtert sie die Zusammenstellung ihrer Erwerbsbiografie.