Pflanzenöle

Rostige Erdölpumpe im blühenden Rapsfeld

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Bild: Himmelssturm, fotolia

Bei der Auswahl von Komponenten oder Basisflüssigkeiten für Kühlschmierstoffe spielen gelegentlich auch aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellte Öle eine Rolle, die als Pflanzenöle oder beispielsweise als deren Methylester zum Einsatz kommen. Wichtige Vertreter dieser Stoffgruppe sind das Rapsöl bzw. der Rapsölmethylester (RME). Daneben sind zum Beispiel auch Olivenöl, Kürbiskernöl, Sonnenblumenöl und Rizinusöl zur Verwendung als Schmieröl prinzipiell geeignet. Sie alle sind in der Natur biologisch gut abbaubar.

Die Rohöle enthalten eine Reihe von Begleitstoffen. Diese müssen in der Regel durch Raffination entfernt werden, um beispielsweise die Lagerbeständigkeit zu erhöhen, den Geruch zu verändern und um bestimmte Eigenschaften zu erreichen. Je mehr Veredelungsaufwand betrieben wird, desto geringer wird der Vorteil der biologischen Abbaubarkeit. Wenn die gleichen Anforderungen an das fertige Produkt gestellt werden wie an ein Mineralöl, ist der Unterschied letztendlich nur noch in der Herkunft des Öles zu sehen.

Ein grundsätzliches Problem der Pflanzenöle sind Doppelbindungen in den enthaltenen Fettsäuren, die sehr reaktiv sind und daher auch relativ leicht mit anderen Verbindungen reagieren. Pflanzenöl-Raffinate ohne Additive sind daher nur bei niedrigen thermischen Belastungen einsetzbar. Beim Einsatz in wassermischbaren Kühlschmierstoffen müsste durch verstärkte Biozidzugabe der Kühlschmierstoff einerseits mikrobiell resistent gemacht werden, andererseits müssten aufgrund der Hydrolyseempfindlichkeit Art und Menge der Emulgatoren stark geändert werden.

Die Nachteile chemisch unbehandelter Fettöle wie Verharzen, Oxidationsempfindlichkeit, geringe thermische Stabilität, unangenehme Rückstandsbildung bei der Wärmebehandlung, ungünstige Entfettungseigenschaften und teilweise unangenehmer Geruch schränken deren Einsatz in der Praxis stark ein. Sie eignen sich beispielsweise als Sägekettenöle, Zweitaktmotoröle, Schalöle, Hydrauliköle, Haftfette, Fließfette, Ziehschmierstoffe und Rostlöser.

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Fachbereich 3: Gefahrstoffe: Umgang - Schutzmaßnahmen