Hochdruckzusätze

Zahnrad-Puzzle

Bild vergrößern

Bild: arahan, fotolia

Unter extrem hohen Drücken (Lasten) können zwei aneinander reibende Werkstoffe miteinander verschweißen. Um dies zu vermeiden, werden den Kühlschmierstoffen bei Bedarf Hochdruckzusätze oder auch EP-Additive (extreme pressure) zugefügt, beispielsweise schwefel-, chlor- und phosphorhaltige Verbindungen.

Bei Temperaturen bis ca. 1000 °C bilden sich an den Werkzeugschneiden aus den EP-Zusätzen augenblicklich feste bzw. halbfeste anorganische Reaktionsprodukte wie Sulfate, Chloride oder Phosphate. Aufgrund des wesentlich höheren Schmelzpunktes dieser Salze wird ein Metall-Metall-Kontakt wesentlich vermindert und damit sowohl der Verschleiß als auch die Reibungsarbeit mit der daraus resultierenden Wärme erheblich verringert.

Heutzutage wird es immer schwieriger, geeignete zugelassene Hochdruckzusätze zu finden (vgl. VKIS-VSI-IGM Stoffliste).

Die Zugabe geschwefelter Hochdruckzusätze sollte mit großer Sorgfalt überwacht werden, da gerade in dieser Substanzgruppe hochpotente Sensibilisatoren anzutreffen sind. Außerdem sind sie sehr geruchsintensiv.

Chlorierte Zusätze in Kühlschmierstoffen sind grundsätzlich zu vermeiden, da sie sehr langlebig sind. Eine Verbrennung von chlorierten Kühlschmierstoffrückständen bei ungenügender Temperatur kann zu Pyrolyseprodukten führen, von denen erhebliche Gefährdungen für Mensch und Umwelt ausgehen. Deswegen stellen die chlorhaltigen Hochdruckzusätze ein erhebliches Abfallproblem dar und lassen den gebrauchten Kühlschmierstoff zum Sondermüll werden.

Trikresylphosphat, das Triorthokresylphosphat enthalten kann, sollte als phosphorhaltiger EP-Zusatz wegen seiner Toxizität nicht mehr verwendet werden. Zinkdialkyldithiophosphat sollte aufgrund noch nicht abgeklärter toxikologischer Erkenntnisse keine Verwendung finden. Weiterhin sind bei der Einleitung von zinkhaltigen Abwässern Grenzwerte einzuhalten.

Kontakt:

Portal Kühlschmierstoffe

Fachbereich 3: Gefahrstoffe: Umgang - Schutzmaßnahmen