Ermittlungen zum Vorkommen und zur Art gesundheitlicher Beschwerden

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Rückenschmerzen bei der Büroarbeit
Bild: Gina Sanders, fotolia

Beschwerden über gesundheitliche Beeinträchtigungen sind in der Regel Anlass, sich mit der Frage möglicher Belastungen am Arbeitsplatz zu befassen. Diese lassen sich, sofern es sich nicht um Unfälle handelt, in der Regel nicht eindeutig einem einzelnen Ereignis zuordnen. Für gewöhnlich gibt es mehrere auslösende Faktoren. Auch das Erleben der gesundheitlichen Beschwerden ist von Person zu Person sehr unterschiedlich. Daher sind die von den Betroffenen geschilderten Symptome nicht so einfach zu erfassen wie beispielsweise das Baujahr eines Hauses.

Im Rahmen des ersten Ortstermins können im Gespräch Informationen zur Art der gesundheitlichen Beschwerden, zur Anzahl der Betroffenen und zu den vermuteten Ursachen gesammelt werden, um einen ersten Überblick zu erhalten. Bei der Ermittlung hilft der Gesprächsleitfaden aus Kapitel 2 des Reports "Innenraumarbeitsplätze". Eine umfassendere Analyse der gesundheitlichen Beschwerden ermöglicht der Ermittlungsbogen G1 zur gesundheitlichen Situation am Arbeitsplatz.

Auf der Basis der gewonnenen Erkenntnisse lassen sich – unabhängig voneinander – gezielt spezielle Ermittlungen zu einzelnen Themen auswählen und bei Bedarf spezielle arbeitsmedizinische Ermittlungen und weitergehende diagnostische Schritte einleiten.

Dieses spezielle arbeitsmedizinische Vorgehen lässt sich in Form von Ermittlungsbögen oder Ablaufdiagrammen nur unzureichend erfassen. Im Allgemeinen beeinflussen die Gesundheit eines Menschen neben dem Arbeitsplatz Faktoren wie individuelle Konstitution, Vorerkrankungen, häusliche und familiäre Situation oder Lebens- und Konsumgewohnheiten. Daher ist in der Regel eine individuelle Vorgehensweise oder diagnostische Klärung notwendig. Die Steuerung dieser weitergehenden Untersuchung sollte in den Händen des Betriebsarztes oder der Betriebsärztin liegen. Diese kennen die betroffenen Mitarbeiter und ihre gesundheitliche Belastung am Arbeitsplatz sowie deren individuellen Gesundheitszustand. Im Idealfall sollte der arbeitsmedizinische Dienst eng mit dem Hausarzt/der Hausärztin kooperieren, die Kenntnisse über die arbeitsplatzunabhängigen Erkrankungen der Betroffenen beisteuern können.

Als Hilfestellung kann für die speziellen arbeitsmedizinischen Ermittlungen der Ermittlungsbogen S1 genutzt werden, der die gesundheitliche Situation außerhalb des Arbeitsplatzes betrachtet. Er bietet allerdings nur einige Hinweise auf denkbare und gängige Ursachen.