Verwendung von Atemschutz beim Entladen von Frachtcontainern

Mit Isoliergeräten ausgerüstete Personen vor geöffnetem Container

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Bild 1: Atemschutz mit Isoliergeräten beim Öffnen eines Frachtcontainers
Bild: Holger Riemann, Hauptzollamt Hamburg-Hafen

Mit Frischlufthaube ausgerüsteter Mitarbeiter an offener Containertür

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Bild 2: Atemschutz (Frischlufthaube mit Luftfilter) bei der Entladung eines Frachtcontainers
Bild: Frank Hertel, Agrarservice, Wurzen

Bleiben Unsicherheiten über eine ausreichende Lüftung des Frachtcontainers, dürfen die Beschäftigten den Container nur unter Einsatz von Atemschutz entladen; die DGUV Regel "Benutzung von Atemschutzgeräten" (DGUV Regel 112-190, bisher: BGR/GUV-R 190) muss unbedingt beachtet werden. Da filternder Atemschutz nur dann in Betracht kommt, wenn er die vorkommenden Gase auch zuverlässig zurückhält, muss ggf. Atemschutz mit Frischluftzufuhr eingesetzt werden wie z. B. Isoliergeräte, die umgebungsluftunabhängigen Atemschutz bieten.

Filtrierende Atemschutzgeräte

Filternden Atemschutz unterscheidet man in partikelfiltrierende Geräte und Geräte zum Abscheiden von Gasen und Dämpfen. Partikelfilter gibt es in drei Klassen, die sich im Wesentlichen in ihrer Schutzwirkung unterscheiden, die zunimmt von P1 über P2 nach P3. Gasfilter werden je nach Stoffgruppe in verschiedene Gasfiltertypen eingeteilt und entsprechend ihrem Aufnahmevermögen für die verschiedenen Gase/Dämpfe jeweils in drei Kapazitätsklassen sowie je nach Art des Gases/Dampfes in die Typen A, B, E, K, AX, SX, CO und Mehrbereichsfilter, z. B. ABEK (siehe DGUV Regel 112-190, Abschnitt A 1.2.2). Kombinationsfilter schützen vor Gasen/Dämpfen und Partikeln. Wichtig: Gegen Brommethan schützt nur ein AX-Filter; ABEK bietet keinerlei Schutz! Das Rückhaltevermögen von Filtern kann bei hoher Luftfeuchtigkeit eingeschränkt sein.

Geeignete filternde Atemschutzgeräte für die am häufigsten auftretenden Begasungsmittel und Industriechemikalien sind in Tabelle 1 und Tabelle 2 angegeben.

Isoliergeräte

Können filternde Atemschutzgeräte auftretende Gase und Dämpfe wie Sulfuryldifluorid nicht zuverlässig zurückhalten, sind von der Umgebungsluft unabhängige Geräte (Isoliergeräte) einzusetzen. Üblich sind Isoliergräte mit Druckluftflaschen (s. Bild 1). Verbreitet sind auch Geräte mit Frischluftzufuhr über eine nachgeführte Druckluftleitung; die Druckluftleitung kann jedoch die Beweglichkeit der Beschäftigten beeinträchtigen.

Frischlufthauben

Größere Beweglichkeit als Isoliergeräte mit Druckluftschlauch erlauben Frischlufthauben mit Filter (s. Bild 2); sie sind allerdings nur dann geeignet, wenn die vorkommenden Gase vom Filter wirksam zurückgehalten werden. Frischlufthauben sind umgebungsluftabhängig und keine Atemschutzgeräte im Sinne der DGUV Regel 112-190 (bisher: BGR/GUV-R 190).

Informationen/Links

DGUV Regel 112-190 (bisher: BGR/GUV-R 190) "Benutzung von Atemschutzgeräten"