Radioaktive Belastung von Frachtcontainern und von Frachtgut

Landkarte von Japan mit eingezeichneter Position von Fukushima

Erdbeben in Japan
Bild: Bobo, fotolia.com

Nach den dramatischen Geschehnissen am 11. März 2011 im Atomkraftwerk Fukushima in Japan bestand ein begründeter Anfangsverdacht einer möglichen radioaktiven Kontamination von Frachtcontainern und der darin transportierten Waren. Auch in Deutschland konnten Gefährdungen an Arbeitsplätzen bis hin zu den Endverbrauchern nicht ausgeschlossen werden.

Während das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit bereits im April 2011 umfangreiche Hinweise für den Schiffsverkehr herausgegeben hat, wurden diese Warnhinweise inzwischen aufgehoben – das Ministerium hält zurzeit besondere Verhaltensmaßnahmen nicht mehr für erforderlich.

Eine andere Frage war die mögliche Gefährdung durch kontaminiertes Frachtgut aus Japan. Das Bundesamt für Strahlenschutz kommt mit seiner Einschätzung diesbezüglich ebenfalls zu einer Entwarnung:

„Um eine Strahlenbelastung durch Frachtstücke gering zu halten, darf eine Oberflächenkontamination von vier Becquerel pro Quadratzentimeter nicht überschritten werden. Die Einhaltung dieses Grenzwertes wird stichprobenartig, insbesondere bei Containerschiffen überprüft. Bei der Auswahl spielen die Herkunft eines Schiffes und seine Ladung eine Rolle. Sollten Frachtstücke gefunden werden, deren Oberflächenkontaminationen den Grenzwert übersteigen, sind diese vor dem weiteren Transport zu dekontaminieren. Ist dies nicht möglich, müssen sie aus dem Verkehr gezogen, gegebenenfalls wieder zurückgeschickt werden. Die uns vorliegenden Messergebnisse zeigen, dass Kontaminationen von Frachtstücken sehr selten waren.“

Diese Erkenntnis stimmt mit Ergebnissen Hamburger Zollbehörden überein, die stichprobenartig die Oberflächenkontamination von Frachtcontainern überprüft haben. Auch dort konnten keine radioaktiven Belastungen festgestellt werden.

In ganz seltenen Fällen kann eine radioaktive Belastung von Frachtcontainern oder dem enthaltenen Frachtgut nicht ausgeschlossen werden. So sind z. B. im Bereich der Stahlindustrie gelegentlich radioaktive Stoffe gefunden worden, beispielsweise bei mit Co-60 kontaminierten Edelstählen aus Indien. Nach Erkenntnissen der Länderbehörden sind solche Belastungen jedoch sehr selten und in der Regel so gering, dass das Gefährdungspotenzial für Mensch und Umwelt vernachlässigbar ist.

Weitere Informationen

BG Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse - Institut für Strahlenschutz

Bundesministerium für
Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit

Bundesamt für Strahlenschutz

Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

Durchführungsverordung der EU-Kommission
(Nr. 297/2011) vom 25. März 2011 zum Erlass von Sondervorschriften für die Einfuhr von Lebens- und Futtermitteln, deren Ursprung oder Herkunft Japan ist, nach dem Unfall im Kernkraftwerk Fukushima