Mechanische Gefährdungen

Ursachen und mögliche Maßnahmen

Container mit geöffneter Tür, aus der Kartons herausgefallen sind

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Gefahr durch herausfallende Ladung (Bild 1)
Bild: Amt für Arbeitsschutz, Hamburg

Holzgestelle werden mit einer Kettensäge aufgetrennt

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Einsatz einer Kettensäge (Bild 2)
Bild: Matthias Bradatsch/Christof Göbel, Berufsgenossenschaft Rohstoffe und chemische Industrie

Steinplatten in beschädigten Holzgestellen

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Beschädigte Ladungssicherung (Bild 3)
Bild: Matthias Bradatsch/Christof Göbel, Berufsgenossenschaft Rohstoffe und chemische Industrie

Ein Arbeiter klettert von einem Holzgerüst, in dem Steinplatten hochkant gestapelt sind

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Absturzgefahr (Bild 4)
Bild: Matthias Bradatsch/Christof Göbel, Berufsgenossenschaft Rohstoffe und chemische Industrie

Entladung mit zu kleinem Gabelstapler

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Falsch dimensionierte Entlade- und Transportgeräte (Bild 5)
Bild: Matthias Bradatsch/Christof Göbel, Berufsgenossenschaft Rohstoffe und chemische Industrie

Beim Rangieren und Bereitstellen von Frachtcontainern auf einem Entgasungsplatz oder an der Endladerampe bestehen Unfallgefahren für einweisende Personen oder Passanten, wenn sie z. B. vom Lkw-Fahrer nicht gesehen werden. Auch das Öffnen und das Entladen von Frachtcontainern führen in der betrieblichen Praxis gelegentlich zu Unfällen und zu schweren Verletzungen. Die notwendigen Schutzmaßnahmen hängen stark von den örtlichen Gegebenheiten und den Besonderheiten des Ladegutes ab; sie müssen in der Gefährdungsbeurteilung und bei den regelmäßigen Unterweisungen der Beschäftigten behandelt werden.

Anlieferung des Frachtcontainers

  • Überfahren von Personen beim Rangieren:
    Enge Platzverhältnisse auf dem Werksgelände, eine unzureichende Verkehrsregelung oder auch schlechte Sichtverhältnisse können das Rangieren sehr erschweren und dazu führen, dass Menschen überfahren werden.
    Maßnahmen:
    Verkehrsregelung treffen und Einweiser einsetzen, Übersicht durch Spiegelsysteme verbessern, Sichtverhältnisse durch ausreichende Platzbeleuchtung verbessern.
  • Umkippen bzw. Schiefstand von Lkw und Frachtcontainer:
    Geneigte Plätze und schräge Rampen führen zu einem unsicheren Standplatz und zu einem Schiefstand des Frachtcontainers. Dies kann unter ungünstigen Entladebedingungen sogar ein Umkippen des Frachtcontainers zur Folge haben.
    Maßnahmen:
    Ebene Abstellfläche für den Frachtcontainer und eine Rampe ohne Neigung schaffen.

Öffnen des Frachtcontainers

  • Herausfallende Ladung beim Öffnen des Frachtcontainers:
    Durch unsachgemäße Stauung oder mangelnde Ladungssicherung können die Ladung oder Teile der Ladung während des Transportes beschädigt werden oder verrutschen. Insbesondere durch mangelnde Ladungssicherung ergeben sich Unfallgefahren beim Öffnen der Frachtcontainer: Herausfallen der Ware und Aufschlagen der Containertüren sind nicht vorhersehbar.
    Maßnahmen:
    Containertüren nach Möglichkeit von einem seitlichen Standplatz öffnen! Zum Schutz vor ggf. herausfallendem Ladegut (Bild 1) sollten vor dem Öffnen der Containertüren geeignete Sicherungsmittel angebracht werden, die ein unbeabsichtigtes Aufschlagen der Türen verhindern; bewährt haben sich zum Beispiel Sicherungsgurte oder eine Klauenkette.

Entladen des Frachtcontainers

  • Unkontrollierte Bewegung der Ladung:
    Während des Entladens von Frachtcontainern kann es zu Gefährdungen durch sich unkontrolliert bewegende Ladung kommen. Beispiele sind das Herunterfallen und das Umstürzen von nicht ausreichend gesichertem Ladegut, das Herunterfallen von Ladung aus beschädigten Versandverpackungen, umkippende Ladung beim Lösen von Transportsicherungen, Verletzungen durch unsachgemäßen Umgang mit der Kettensäge beim Lösen von Transportsicherungen oder beschädigte Ladungssicherungen (Bilder 2 und 3). Vielfach werden Gefährdungen auch durch unzureichende Qualifikation und Unterweisung der Beschäftigten ausgelöst.
    Maßnahmen:
    Zur Verhütung von Unfällen durch herab- oder umstürzende Ladung ist der Zustand der Ladung und der Verpackungen vor Beginn der Entladung sorgfältig zu prüfen. Abhängig von der Art der Ladung und ihrer Sicherung ist während der Entladung die Reihenfolge des Lösens der Transportsicherungen zu beachten (von der Tür zur Stirnseite oder entgegengesetzt); ggf. sind zusätzliche Sicherungen vorzunehmen. Eine Betriebsanweisung ist zu erstellen. Die Beschäftigten sind anhand der Betriebsanweisung zu unterweisen und in die jeweilige Aufgabe einzuweisen.
  • Absturz von Beschäftigten:
    Beim Entladen von Frachtcontainern kommt es gelegentlich zu Absturzunfällen, z. B. im Bereich der Ladebrücke an der Rampe. Besondere Gefahren bestehen, wenn es bei einem randvoll gefüllten Frachtcontainer zu Beginn der Entladung nur schwer gelingt, die Ladebrücke sicher aufzulegen.
    Eine Besonderheit sind Open-Top-Frachtcontainer; sie werden zumeist mittels Kran von oben be- und entladen. Sofern die Beschäftigten zum Anschlagen der Lasten keinen sicheren Standort einnehmen können, ergeben sich erhöhte Absturzgefahren (Bild 4).
    Maßnahmen:
    Ladebrücke nach Entnahme der ersten Ladereihe sicher auflegen. Bei Open-Top-Frachtcontainern für einen sicheren Stand sorgen, z. B. durch eine feststehende Bühne, die auf einer Seite oder ggf. auch um den Frachtcontainer herum angebracht ist. Ist ein sicherer Stand nicht möglich, sind geeignete Absturzsicherungen einzusetzen. Die Beschäftigten müssen ausreichend qualifiziert und unterwiesen sein.
  • Herabfallende oder umstürzende Ladung:
    Beim Einsatz defekter, falsch dimensionierter oder ungeeigneter Anschlagmittel kann Ladung herabstürzen. Auch bei nicht ordnungsgemäß befestigten Anschlagmitteln oder bei nicht ordnungsgemäßer Aufnahme von Ladung durch das Flurförderzeug (Gabelstapler) kann Ladung herabstürzen.
    Maßnahmen:
    Nur geeignete und richtig dimensionierte Anschlagmittel dürfen verwendet werden; Anschlagmittel sind regelmäßig zu prüfen und dürfen nur bestimmungsgemäß verwendet werden. Die Beschäftigten müssen entsprechend qualifiziert und unterwiesen sein.
  • Umstürzen von Flurförderzeugen:
    Bei nicht ordnungsgemäßen Transportwegen und Rampen, bei nicht bestimmungsgemäßer Verwendung und beim Einsatz falsch dimensionierter Flurförderzeuge (Bild 5) können diese umstürzen.
    Maßnahmen:
    Es dürfen nur geeignete, richtig dimensionierte und regelmäßig geprüfte Flurförderzeuge bestimmungsgemäß verwendet werden. Transportwege und Rampen sind so festzulegen und zu sichern, dass ein Umstürzen von Flurförderzeugen ausgeschlossen ist. Die Beschäftigten müssen entsprechend qualifiziert und unterwiesen sein.