Messtechnische Überprüfung von Frachtcontainern

Einsatz des Messsystems an einem Container

Prüfröhrchen-Messsystem für Container, Bild: Hans-Peter Fröhlich, Berufsgenossenschaft Handel und Warendistribution

Einsatz einer Sonde zur Gasmessung am Container

Gasmessung mittels GDA II mit Messsonde, Bild: Hans-Peter Fröhlich, Berufsgenossenschaft Handel und Warendistribution

Besteht der Verdacht, dass ein Frachtcontainer mit Begasungsmitteln oder Industriegasen belastet ist, lässt sich der Nachweis nur über eine Gefahrstoffmessung führen. Zurzeit steht kein allgemein einsetzbares einfaches Messverfahren zur Verfügung, mit dem eine Gefahrstoffbelastung durch "jedermann" auf einfache Art und Weise direkt vor Ort schnell und vor allem sicher festgestellt werden kann. Selbst ein im Handel erhältlicher Messkoffer (PDF, 372 kB) (Dräger-Begasungskoffer), mit dem sich ausgewählte Begasungsmittel und Industriechemikalien nachweisen lassen, setzt zur richtigen Bewertung der Ergebnisse ausreichend Erfahrung voraus.

Der Messkoffer enthält ein Prüfröhrchen-Set und eine Messlanze, mit denen sich die Luft aus geschlossenen Transportcontainern auf einfache Weise ohne Gefährdung für Personen untersuchen lässt. Eine speziell entwickelte Messstrategie erlaubt die Ermittlung des Begasungsmittels, auch wenn der Frachtcontainer nicht gekennzeichnet wurde.

Das Prüfröhrchen-Set deckt nicht alle in Frachtcontainern zu erwartenden Gefahrstoffe ab. Bei einem negativen Messergebnis muss demnach davon ausgegangen werden, dass sich trotzdem andere gefährliche Chemikalien im Frachtcontainer befinden können. Der Messkoffer arbeitet darüber hinaus nicht fehlerfrei. Insbesondere falsch positive Messergebnisse wurden beobachtet.

Zur weiteren Informationsbeschaffung über eine mögliche Belastung im Containerinneren durch Industriechemikalien oder Begasungsmittel stehen weitere Messtechniken zur Verfügung. Diese können in der Regel nicht alle Stoffe erfassen, die in einem Frachtcontainer vorhanden sein können. Allgemein gilt: Je genauer und spezifischer die Messmethodik ist, desto größer können der Aufwand und die damit verbundenen Kosten sein.

Die detailliertesten Informationen über die Schadstoffbelastung in Frachtcontainern liefern eine Probenahme vor Ort und die anschließende Analyse in einem Labor. Diese Analysen beruhen dann in der Regel auf chromatographischen Verfahren mit anschließender massenspektometrischer Detektion. Die Resultate stehen bei diesen Verfahren mit entsprechender Verzögerung zur Verfügung.

Jedes Messsystem deckt gewisse Konzentrationsbereiche ab, hat aber auch seine Einsatzgrenzen. Das Dokument Messtechnik - Verfahren (PDF, 66 kB) enthält zusammenfassende Informationen über die gängigsten Messsysteme, wie Behörden, Logistikfirmen, Import- und Exportfirmen sie einsetzen.