Exposition gegenüber endokrin wirksamen Arbeitsstoffen in unterschiedlichen Industriebereichen am Beispiel der Phthalate

Projekt-Nr. IPA 53

Status:

abgeschlossen 12/2012

Zielsetzung:

Innerhalb der letzten Jahre haben Erkrankungen des endokrinen Systems zugenommen, wobei derzeit vollständig unklar ist, inwiefern diese in ihrer Mehrzahl beruflich oder umweltbedingt sind. Während viele umweltepidemiologische und -toxikologische Untersuchungen vorliegen, sind bisher keine Daten zu möglichen beruflichen Faktoren vorhanden. Im Rahmen dieses Forschungsprojektes stehen die Phthalate, die in großen Mengen in PVC-haltigen Materialien eingesetzt werden, im Mittelpunkt. Sie sorgen dafür, dass die Kunststoffe weich und elastisch bleiben. Ihr Gewichtsanteil kann im Endprodukt bis zu 40 % betragen. Phthalate beeinflussen das endokrine System, indem sie u. a. in die Synthese des männlichen Hormons Testosteron eingreifen. Im Tierversuch hervorgerufene Effekte (wie z. B. testikuläre Missbildungen, Hypospadie, Kryptorchismus, reduzierte Fruchtbarkeit) ähneln stark dem Testikulären Dysgenesis Syndrom (TDS) beim Menschen. Im Fokus dieses Projektes steht der Nachweis der inneren Phthalat-Dosis bei Beschäftigten, die potenziell an ihrem Arbeitsplatz exponiert sind. Ziel ist es, die berufliche Exposition gegenüber Phthalaten zu quantifizieren, diese von der allgemeinen umweltbedingten Exposition abzugrenzen und in Beziehung zu effektiven Dosen im Tierversuch zu setzten.

Aktivitäten/Methoden:

Urinproben von Beschäftigten der Automobilindustrie werden vor und nach der Schicht ("Cross-Shift-Design") jeweils zu Beginn und Ende einer Arbeitswoche auf spezifische Stoffwechselprodukte (Metabolite) unterschiedlicher Phthalate (u. a. DINP, DEHP und DBP) untersucht. Dieser Versuchsablauf wird nach ca. drei bis sechs Monaten wiederholt, um saisonal bedingte Effekte der Phthalat-Belastung (höheres Ausdunsten von Phthalaten im Sommer) auszuschließen. Zur sensitiven Bestimmung wird dabei eine analytische Methode am Institut für Prävention und Arbeitsmedizin der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IPA) etabliert, die auf Basis der zweidimensionalen Hochleistungsflüssigkeitschromatographie gekoppelt mit der Tandem-Massenspektrometrie (2D-HPLC/MS-MS), beruht.

Ergebnisse:

Projektbeschreibung auf den Internetseiten des IPA

Stand:

25.11.2016

Projekt

Gefördert durch:
  • Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e. V. (DGUV)
Projektdurchführung:
  • Institut für Prävention und Arbeitsmedizin der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung - Institut der Ruhr-Universität Bochum (IPA)
  • BG-übergreifend
  • Audi-AG
Gefährdungsart(en):

Arbeitsbedingte Gesundheitsgefahren, Gefahrstoffe

Schlagworte:

Belastung, Besondere Personengruppen

Weitere Schlagworte zum Projekt:

chemische Arbeitsstoffe, Fahrzeugbau